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10. Februar 2021

Dylan Farrow: Hush - Verbotene Worte (Band 1)


Übersetzt von Alexandra Ernst

Ab 14 Jahren

416 Seiten (HC)

Erschienen: 10.02.2021 (HC, E-Book)

ISBN: 978-3-7432-0516-1 (HC)

Verlag & Quelle: Loewe Verlag




Klappentext:
Bücher sind gefährlich.
Tinte kann tödlich sein.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem Sprache Macht bedeutet. Mit eiserner Hand regieren die Barden über das verarmte Volk. Denn nur sie können mit ihren Worten die Magie kontrollieren. Shae fürchtet sich umso mehr vor ihnen, weil sie ein Geheimnis hat: Alles, was sie stickt, wird lebendig. Aber dann passiert etwas, das ihr keine Wahl lässt, als Antworten bei den Barden zu suchen. Und schnell lernt Shae, wie mächtig Worte wirklich sein können …

Das aufsehenerregende Jugendbuch-Debüt von Dylan Farrow ist der Auftakt einer starken Fantasy-Dilogie, die aufzeigt, wie mithilfe von Propaganda und Lügen die öffentliche Meinung beeinflusst und die Wahrheit totgeschwiegen wird. Spannend werden die Themen Fake News und politische Meinungsmache in eine originelle Fantasygeschichte mit feministischem Charakter eingeflochten.

Rezension:
Hush hat mir fesselnde Lesestunden beschert und mich gleichzeitig enttäuscht, wie bei zwei Seiten einer Medaille.

Ich konnte sehr schnell in die Geschichte abtauchen, zum Einen dank des flüssigen und leichten Schreibstils und zum Anderen, weil mich Handlungsort, Charaktere und Story (vom Klappentext) außerordentlich ansprachen.

Mit der Protagonistin Shae kam ich schnell sehr gut zurecht, auch wenn ich anfangs ihr Alter falsch einschätzte und mich bei späteren Szenen erst wunderte und dann mein bereits geformtes Bild von ihr etwas altern lassen musste. Mir gefällt an ihr, dass sie aufgrund ihres schwierigen Lebens tough ist, aber nicht zu eiskalt, berechnend oder schlichtweg "perfekt im Überlebenskampf". Sie ist auf eine natürliche Weise stark und unsicher zugleich, was mich wirklich anspricht. Allerdings hat sie viele Selbstzweifel und oftmals eine pessimistische Einstellung, dass irgendwann too much war und mir mit der Zeit auf den Keks ging.
Alle weiteren Charaktere empfinde ich insgesamt als interessant und lebendig aufgestellt, allerdings sind getroffene Entscheidungen und das Verhalten vieler nicht einfach nur überraschend, sondern schlichtweg nicht nachvollziehbar. Es gibt gegen Ende bei einigen Charakteren krasse Wendungen, die für mich keinen richtigen Sinn ergeben. Das hätte die Autorin besser vorbereiten und ausbauen müssen, dann wäre es echt super.

Somit komme ich schon zum nächsten Punkt: Der Ausbau/ Hintergrund.. von, na ja, allem.
Während des Lesens hat mich die Story wirklich richtig gefesselt, mich unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht. Als die Seitenzahl immer höher wurde habe ich mir aber irgendwann gedacht: Hm, es gefällt mir, aber da sollte mehr sein. Mehr Handlung, mehr Tiefgang, mehr Gespräche, umfangreichere Gespräche, mehr informatives zum Training, >kann jemand mal mehr zur Geschichte des Landes erzählen?< usw.
Für mich wirkt Hush wie ein Fantasybuch für (junge) Erwachsene, dass man für Kinder/ Teenager umgeschrieben und gekürzt hat.

Die wichtigste Botschaft wie auch Inhalt des Buches sind die Themen Wahrheit, Illusion, Glaube, Täuschung und Vertrauen - die Idee dahinter wie auch die Art und Weise der Ansätze, es in die Handlung einzubauen, finde ich SUPER! PACKEND! CLEVER! Aber hier fängt dann die Enttäuschung an. Idee(n) super, Umsetzung nicht ganz geklappt. Echt schade!
Man erkennt, was die Autorin einem sagen möchte, aber die Vermittlung dessen in einer vielschichtigen, tiefgreifenden Handlung mit Magieaspekten hat leider nicht geklappt.

Apropos Magie, hier bin ich ebenfalls enttäuscht, man lernt kaum etwas darüber und erst ist Magie total schwierig und ein paar Seiten weiter kann mans.. Ebenso fand ich das Training nicht wirklich tiefgründig und überzeugend.

Hush hat mir an sich gut gefallen, in mancher Hinsicht beschäftigt und auch zum Nachdenken angeregt, doch die (steigenden) Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Trotz allem bin ich gespannt auf den zweiten und finalen Band (ist eine Dilogie)!
Die Sternevergabe fällt mir nicht leicht; es ist kein fünf Sternebuch, doch besser als drei Sternebücher..
3,5/5 Sterne
(aufgerundet für manche Plattformen 4/5 Sterne)
PS: Wenn Dich der Klappentext anspricht, dann lies es! Auch wenn ich enttäuscht bin, bereichert es trotzdem meinen Lesehorizont. :) Auch denke ich, dass man bei dieser Art Buch seine eigene Meinung bilden sollte.

8. September 2020

Jennifer Alice Jager: Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch

40196 Fantasy und Science-Fiction Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch von Ravensburger 1
Für junge Erwachsene

448 Seiten

Hardcover

ISBN:978-3-473-40196-3

Erschienen: 27.08.2020 (HC)
                    07.08.2020 (E-book)

               www.amazon.de


Die Hauptfigur Sheera erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihr (sie wirkte anfangs etwas oberflächlich) kam ich gut mit ihr zurecht. In der ersten Hälfte des Buches wird immer wieder erwähnt, dass sie eine Diebin ist und zugegeben nervte mich das nach einer Weile, insbesondere, weil teilweise identische Wortgruppen dabei verwendet wurden.

Und wo ich einmal bei der Sprache bin: Diese ist einfach gehalten, wodurch ich sehr schnell lesen konnte. Am Anfang des Buches war der Schreibstil etwas holprig, evtl. könnte man sogar gestellt sagen, denn die Überleitungen von Sheera (was sie gerade macht/denkt) zu bspw. der Landschaft und zurück waren nicht gerade flüssig. Das zog mich immer etwas aus der Geschichte heraus. Im Laufe der Seiten wurde es besser, doch der Schreibstil könnte etwas flüssiger und angenehmer sein.

Allerdings folgen wir nicht nur Sheeras Weg, sondern begleiten auch den Kronprinzen Lysander; hier dann aber mit dem personalen Erzähler, der Fokus liegt also erkennbar bei Sheera. Welche Art von Charakter Lysander verkörpern soll lässt sich leicht erkennen, die Umsetzung hat aber nicht geklappt. Er ist mir viel zu leblos, mit einer Art künstlichen Tiefe, sodass der Funke nie übersprang und ich bis zur letzten Seite keine Emotionen, Empathie oder ähnliches für ihn entwickeln konnte.

Bevor ich zu den anderen Charakteren etwas schreibe, erst einmal zur Handlung:
Puhh, es ist das erste Buch seit langem, bei dem ich mich stellenweise etwas langweilte und die Seitenzahlen im Auge behielt. Der Einstieg, das Kennenlernen mit Sheera, war noch in Ordnung, doch der Übergang zwischen ihrem alten Leben und dem bevorstehenden Abenteuer scheiterte in meinen Augen. Es ging so schnell, teilweise wurden nur wenige Details beachtet und somit wirkte es unwirklich (Vielleicht war aber auch genau das das Ziel der Autorin?). Auch empfand ich die Abfolge der Szenen und Ereignisse vor und zu Beginn des Abenteuers als sprunghaft, wenig zielgerichtet und "mehr Quantität als Qualität". Witzigerweise musste ich anfangs bei dem Wettstreit an 'Die Tribute von Panem' denken: Junge Leute werde auserwählt, um (tödliche) Aufgaben zu meistern und nur eine kann siegen. Zudem müssen sie sich wohlgesonnene Reiche auf ihre Seite ziehen. Nicht ganz Panem, doch ich musste oft dran denken.
Die erste Aufgabe war eine Enttäuschung: Der Hintergedanke ist verständlich und super, doch es wirkte gestellt und gekünstelt. Hatte ich anfangs noch in die Geschichte hinein gefunden, war ich spätestens hier wieder raus. Die Atmosphäre ist mir immer sehr wichtig und hier gab es irgendwie kaum welche: Ich las die ersten zwei Drittel des Buches wie durch ein Fernrohr, ich fühlte nichts.
Spannung taucht im letzten Drittel endlich auf, doch vorher gab es echt keine Spur von ihr. Welcher Teil mir überhaupt nicht gefiel war der mittlere, hier war mir auch etwas langweilig und ich schaute oft nach, wie viel ich noch lesen musste.

Einiges an negativer Kritik bisher, doch das Beste kommt zum Schluss, richtig?
Das letzte Drittel hat sprichwörtlich die Kurve gekriegt und es gefiel mir endlich! Spannung gab's, Intrigen, ein paar kleine Geheimnisse und Überraschungen wurden aufgedeckt und die einleitende Wendung für all das war super und ich hatte die echt nicht kommen sehen! Ich denke jedoch, der eigentliche Hauptgrund für diese Verbesserung des Lesevergnügens waren die Charaktere. Endlich gab es Interaktion untereinander, die Figuren bekamen mehr Farbe und Leben eingehaucht und nahmen aktiv an der Handlung teil. Denn genau das fehlte auf den Seiten davor: Die Charaktere wirkten alle wie Statisten, die holprig ihren Text laut vorlasen und schlecht schauspielerten. Somit blieben mir nur Lysander und Sheera und wie ihr bereits gelesen habt, fällt Lysander für mich auch raus.

Nun zur Welt der Alben und Menschen: Ich sehe das Worldbuilding (=die erschaffene Welt) als recht simpel an, das aber trotzdem überzeugt. Es muss ja nicht immer Tolkien sein. Ich brauchte ein paar Kapitel, um mich mit der Idee der Alben anzufreunden, doch sie ist gelungen und immer überall "Elf" oder "Elb" zu lesen ist ja eintönig. Insbesondere die Nachtalben bringen Abwechslung mit. Trotz der beigefügten Karte im Buch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten mit den Entfernungen. Diese sind für mich nicht ganz aufeinander abgestimmt und ziehen die Handlung selbst damit etwas ins unwirkliche.
Auch die Magie spielt hier eine kleine Rolle, anfangs empfand ich die Darstellung als gelungen und es war auch nicht schlimm, dass dem Leser kaum etwas über die Magie, ihre Anwendung etc. berichtet wird. Doch gegen Ende passte in einer Szene das dort Geschehene in meinen Augen nicht mehr in das vorher erschaffene Bild. (Ohne schlimmen Spoiler, keine Sorge): Eine Figur macht einen total mächtigen Zauber und ist danach trotzdem noch normal ansprechbar, kann rennen, weitere Magie bewirken etc., und das, obwohl auf jeder Seite gefühlt fünfmal steht, wie schwach alle sind..? Eigentlich hätte sie schlafend und Süßigkeiten essend im Bett liegen müssen.

Alles in allem, Moonlight Touch hat mich größtenteils gut unterhalten, doch es fehlte an einigen Ecken und Kanten, somit kann ich leider nur 3/5 Sterne vergeben. Nichtsdestotrotz bin ich neugierig auf den zweiten Band, jedoch mit deutlich geringerer Lese-Priorität.

31. Juli 2020

Ross MacKenzie: Immernacht

Übersetzt von Kanut Kirches

Ab 11 Jahren

350 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-407-75485-1

Erschienen: 22.07.2020

Quelle: www.beltz.de


Mit vielen kleinen Kapiteln folgt man überschaubar den Wegen und Schicksalen der sehr lebendig wirkenden Charaktere. Und da bin ich gleich schon bei einem Punkt, der mir außerordentlich gut gefällt: Auch wenn die Hauptfigur Lara Fox ist, spielen viele weitere Figuren eine wichtige Rolle, sodass man in dem einen Kapitel Hier und im nächsten Dort ist. Dadurch wird es deutlich abwechslungsreicher, man lernt verschiedene Blickpunkte kennen und kommt den Figuren näher. Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seiten, sind recht gut voneinander abgegrenzt und das verstärkt in meinen Augen den Lesefluss wie auch die Begeisterung und Neugierde für das Abenteuer.

Gefördert wird das durch den Schreibstil, denn dieser ist super angenehm und leicht zu lesen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.

Die erschaffene Welt ist ebenso gelungen, vor allem die Kanalisation als einer der wichtigsten Handlungsorte ist interessant und anschaulich umgesetzt worden. Obendrein ist eine spannende Zeit gewählt worden; Pistolen gibt es schon, jedoch keine Autos - dafür aber mechanische Uhrwerke, angehaucht mit Magie. Was gibt es besseres?
Richtig faszinierend fand ich die Kreativität der Zauberstäbe, also wie diese angewendet und nachgeladen werden müssen! Viel mehr Beweise braucht es nicht, um zu erkennen, dass wir uns im tollen Steampunk Genre befinden, angereichert mit Fantasy-Elementen.

Wie bereits angedeutet, die Ereignisse sind spannend aneinander gereiht, haben mich sehr gut unterhalten und es gab sogar ein, zwei Wendungen, die mich positiv überrascht haben. Langeweile gibt's hier nicht!

Jedoch konnte ich die Entscheidung des Konzils nicht ganz nachvollziehen, in meinen Augen wirkte es, als ob man hier etwas mehr Action erzeugen wollte - und das scheitert mangels handfester Erklärung.

Zudem wurden ein paar der traurigen / etwas nachdenklichen Szenen mit zwei, drei Sätzen "abgearbeitet". Hier hätte ich mir mehrere emotionalere Sätze gewünscht. An den meisten Stellen wurde dies passend für Kinder umgesetzt, doch bei den besagten Szenen hätte man es entweder ganz weglassen oder ausführlicher behandeln können. Doch vielleicht nehme ich es als Erwachsene zu genau und für ein Kinderbuch ist diese Einstufung in Ordnung.


Großes Lob gibt es für das Ende! Dieses hat einen guten Abschluss, die meisten Fragen werden beantwortet, doch ein paar Punkte bleiben offen, was mir ausgesprochen gut gefällt. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, sondern es liegt an uns, was wir aus der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit machen und wie wir sie nutzen möchten, schließlich wartet eine ganze Welt da draußen auf uns - mit vielen potenziellen Freunden.

Bei 'Immernacht' handelt es sich um ein gelungenes, magisches Kinder- und Jugendbuch, dass mir schöne Lesestunden beschert hat und ich kann es definitiv weiterempfehlen! 4,5 / 5 Sterne (aufgerundet bei manchen Websites 5/5 Sterne)

12. Juni 2020

Holly Black: Elfenkrone (Band 1)

Übersetzt von Anne Brauner

Ab 14 Jahren

444 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 978-3-570-31358-9

Erschienen: 11.05.2020
(Dt. Erstausgabe 19.11.2018)

Quelle: www.randomhouse.de


Bei stark gehypten Büchern bin ich immer etwas vorsichtig und versuche, meine Erwartungen möglichst gering zu halten. 'Elfenkrone' gehört in diese Kategorie und -zum Glück- ziemlich unwissend und neugierig begann ich zu lesen..

Wieder so ein Buch, in das ich quasi hineingesprungen bin, so leicht und flüssig war der Einstieg in die Handlung! Erzählstil von Anfang an mitreißend, sogar die Monologe gefielen mit richtig gut, taten dem Geschehen kein Abbruch und senkten auch nicht die Spannung. An zwei, drei Stellen hätte man etwas kürzen können, aber sonst alles top.

Jude finde ich klasse, mit all ihren guten und nicht so guten Charakterzügen. Und warum? Sie entspricht nicht der Mainstream-Protagonistin, sondern hat ein starkes Bewusstsein und geht ihren eigenen Weg. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein egoistischer Alleintrip, den sie da macht. Doch das ist gut so und passt auch zum gesamten Buch; der Handlung, den Charakteren usw. Zu Beginn empfand ich ihre Machtbesessenheit noch etwas kritisch, doch je besser ich Jude kennenlernte und ein Ereignis dem nächsten folgte passte es wie die Faust auf's Auge, noch mehr, es gefiel mir ausgezeichnet!
Die anderen Charaktere reißen einen ebenso mit, so vielschichtig und lebendig sind sie! So richtig Gut und Böse gibt es nicht, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken und das macht die Handlung noch viel interessanter.

Vor allem, weil es am Anfang noch keinen roten Faden gibt. Ich z.B. habe die Story zu Beginn sehr genossen, denn man lernt die Figuren und ihren Alltag kennen, viele verschiedene Dinge passieren und man rätselt, wohin das alles führen mag. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass man den ersten Teil etwas anders hätte gestalten können, denn der Rest des Buches verwandelt sich fast in das Gegenteil, so viel passiert. Aber psst, mehr verrate ich nicht, lest selbst!

Bereits zu Beginn habe ich einen Charakter sehr ins Herz geschlossen und emotionale Höhen und Tiefen konnte ich somit nicht mehr vermeiden. Das Buch zu beenden, insbesondere die letzten 100 Seiten, war echt krass und man bleibt mit gemischten Gefühlen sitzen. Doch das finde ich positiv, denn das Buch/Ende lässt einen nicht in Ruhe, man denkt auch später noch darüber nach und ich persönlich möchte mir am liebsten gleich Band 2 schnappen.

Judes Art zu denken und zu handeln gibt dem Leser auf jeden Fall einige Denkanstöße. Man kann nicht immer nur hoffen und warten, dass etwas bestimmtes passiert oder man etwas erhält, das man sich wünscht. Man muss arbeiten, Geduld zeigen, etc. und sich selber dabei fragen, wie viel bedeutet mir das Ziel, was bin ich bereit, dafür zu tun? Tatsächlich fällt mir hierzu das Zitat "Alles auf dieser Welt hat seinen Preis" aus 'Krabat' von Otfried Preußler ein. Jude will Macht, doch das kostet.. Wie weit wird sie gehen? Wie sieht es mit den Konsequenzen aus? Wie wird sie das emotional und psychisch verarbeiten?

Die erschaffene Welt mit ihren Namen und Eigenarten finde ich sehr gelungen, auch wenn das teilweise in den Hintergrund geschoben wurde und ich freue mich schon darauf, in den Folgebänden mehr zu erfahren! Sehr dankbar war ich für die Karte am Anfang des Buches, ohne die wäre manches nicht so glaubwürdig erschienen, weil ich zunächst nicht damit rechnete, dass die Insel so klein ist.

Alles in allem war es richtig, mit möglichst gesenkten Erwartungen an 'Elfenkrone' heranzugehen. Der Auftakt ist toll, keine Frage, aber hätte ich das nicht gemacht, wäre ich vermutlich etwas enttäuscht. Das Buch hätte weniger Seiten oder mehr Story bei gleicher Seitenzahl haben müssen, dann wäre es perfekt.

Ich kann 'Elfenkrone' klar weiterempfehlen, denn es ist ein Jugendbuch der etwas anderen Art, doch trotz der überragenden Charaktere werden es "nur" 4,5 / 5 Sterne. (jedoch aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)

7. Juni 2020

Sascha Blum: Fünfzehn, Band 1: Das vergessene Fürstentum

FÜNFZEHN - Das vergessene Fürstentum (Band 1) von [Sascha Blum]
242 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 979-8-6277-4032-4

Erschienen: 21.03.2020

Verlag: OZALINO (Self-Publishing-Verlag)

Quellen: www.ozalino.de
www.amazon.de


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht und schnell fingen die Seiten zu fliegen an! Denn der Schreibstil ist super leicht und flüssig zu lesen.

Mit Arek als Hauptfigur freundete ich mich sofort an. Er ist ein lieber, aufgeweckter und pflichtbewusster Junge, bei dem man trotz der geringen Anzahl an Seiten - nur 242 - im Laufe der Handlung eine glaubwürdige Charakterentwicklung beobachten kann.
Die anderen Figuren glänzen ebenso strahlend, denn diese sind alle gut herausgearbeitet und wirken richtig lebendig. Jeder hat seine besonderen Eigenschaften: Brady sorgt für Humor (dieser hat mich viele Male zum Lachen gebracht!), Mung macht Ärger und wirbelt einige Fragen auf und Matteo, einer meiner beiden Lieblingscharaktere, ist ein geduldiger, immer freundlicher Junge, der sich mit der Natur bestens auskennt. Aber auch Meister Trux, Lieblingscharakter Nr. 2, sticht mit seinen Eigenschaften hervor und ist ein sehr faszinierender, mysteriöser und allem Anschein nach allwissender Charakter. Manchmal hat er mich echt ein wenig an Dumbledore erinnert!

Ein großer und wichtiger Bestandteil bildet der Unterricht, welcher hervorragend von den Autorinnen ausgearbeitet wurde. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit dahinter steckt und das Ergebnis ist top gelungen! Spannend. Lehrreich. Kreativ.

Zunächst wird man etwas in die Irre geführt, in welcher Zeit die Saga spielt, hier bin ich wirklich sehr gespannt, was das für Auswirkungen auf die zukünftigen Bände hat.

Die Handlung ist mit Seite eins beginnend abwechslungsreich und unterhaltsam, langweilige Stellen gibt's nicht! Zum Einen ist der Unterricht wie bereits geschrieben genial, zum Anderen gibt es viel spannende und coole Interaktionen unter den Mitschülern wie auch mit anderen Bewohnern der Akademie, wie es eben auf einem Internat üblich ist. Einzig die Kommunikation mit Schülern aus den oberen Stufen vermisste ich nach einer Weile, es wirkte fast so, als ob diese mit den Neulingen nicht reden und sie einfach ignorieren..

Mein wichtigster Kritikpunkt sind jedoch die Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Entfernungen und allgemein der gesamten Schule. Das hätte ruhig ausführlicher sein können und manches fehlte auch gänzlich, bspw. habe ich nicht herausgefunden, wo die Mensa liegt. Vieles konnte ich mir nur sehr schlecht vorstellen und sowas stört mich dann, weil ich auf diese Weise Probleme bekomme, die Handlung bildhaft vor meinem Kopf abspielen zu lassen oder auch selber gedanklich durch die Akademie zu laufen.

Großes Lob geht an das Ende, denn trotz meiner vielen Überlegungen und Vermutungen, die nicht mal soo falsch waren, gab's trotzdem eine tolle Überraschung. Und das Beste ist, dass diese nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern sich gut einfügt und plausibel erklären lässt.

Zum Schluss möchte ich noch den Wunsch äußern, bitte eine Heulgurke zu bekommen! Eine Pflanze, die menschenbezogen ist, knurrt, schnurrt und mega schnell wächst - Areks Heulgurke ist mir echt sympathisch geworden! :D

Den Auftakt der Concordia-Saga kann ich wärmstens weiterempfehlen und ich vergebe 4,5/5 Sterne(aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)

21. Mai 2020

Robert R. Brock: Vanira - Im Bann der Götter


363 Seiten

Paperback

ISBN: 978-3-7407-6570-5

Erschienen: 28.04.2020

Verlag: TWENTYSIX (Self-Publishing-Verlag)




In die Geschichte konnte ich sehr schnell eintauchen und Lisa gefiel mir von Anfang an als Protagonistin sehr gut. Sie hat ihren eigenen Kopf, geht mutig ihren eigenen Weg und besitzt eine coole Persönlichkeit; auf diese Weise gewann sie schnell meine Sympathie. Da die Handlung aus der Ich-Perspektive erzählt wird, sieht man die Welt aus ihren Augen und lernt sie so recht schnell und ebenso gut kennen. Ihre Beweggründe werden meist plausibel und verständlich dargelegt, allerdings gab es ein paar Momente, in denen Lisa sich äußerst unklug und leichtsinnig verhielt, was in diesem Maße nicht zu ihr passte. Auch bei manchen Entscheidungen konnte ich ihr Verhalten nicht immer vollends nachvollziehen.

Noah dagegen zählt zu den ruhigen, geheimnisvollen und grimmigen Charakteren, bei denen man zu Beginn nie weiß, woran man eigentlich ist. Einerseits blieb er dadurch durchweg interessant und mysteriös, andererseits empfand ich das Hin und Her etwas anstrengend, weil sich mir das Warum nicht immer erschloss.

Besonders gut gefielen mir die Nebencharaktere, welche nicht blass und dekorativ sind, sondern eine eigene Persönlichkeit haben und Charakter ausstrahlen. Vor allem Markus hat es mir angetan. Nur der 'Bösewicht' strahlte wenig Tiefe aus und konnte mich deshalb nicht richtig überzeugen.

Die Ereignisse sind treffend aufeinander abgestimmt und Spannung begleitet einen durch das gesamte Buch, mal in geringem Maße und dann wieder rasant ansteigend. Die gesamte Story ist ansprechend und packend, auch wenn es hier und da etwas ausbaufähig ist in Bezug auf Gespräche, Hintergrund und (Weiter-)Entwicklungen bei den Figuren. Das fällt einem zwar auf, doch es beeinflusst keineswegs die Handlung und das Lesevergnügen im negativen Sinne.

Hinzu kommt der Schreibstil, welcher leicht und sehr flüssig zu lesen ist, sodass die Seiten regelrecht geflogen sind!

Was ich allerdings als leicht störend empfand und mich missmutig stimmte waren die vielen grammatischen Fehler, die einem alle paar Seiten(!) begegneten. Sehr viele vergessene Kommas, ebenso viele Wörter sind falsch geschrieben, falsch getrennt oder gänzlich vergessen worden und bspw. Frau Meyer wird auf der einen Seite mit 'y' geschrieben und beim nächsten Mal mit 'ei'.

Auf den letzten Seiten bleibt die ein oder andere Frage offen, trotzdem gefällt mir das Ende verdammt gut! In erster Linie, weil es nicht so Mainstream gehalten ist und mehr Spielraum zum Träumen und Rätseln bietet. Da bereits bestätigt wurde, dass es einen zweiten Band geben wird, freue ich mich schon sehr darauf!

'Vanira - Im Bann der Götter' hat einen gelungenen Auftakt gemacht und bescherte mir schöne Lesestunden! Ich kann es klar weiterempfehlen für alle, die gerne Urban Fantasy / Romantasy mit Young Adult Elementen lesen. 4/5 Sterne

17. April 2020

Lin Rina: Animant Crumbs Staubchronik


Animant Crumbs Staubchronik 4


Ab 12 Jahren (Quelle: www.thalia.de)

552 Seiten

Softcover

ISBN: 978-3-95991-391-1

Erschienen: 20.11.2017



In einer Nacht durchgelesen - noch Fragen?


Es brauchte nur ein paar Seiten und ich war im Buch vertieft. Mit Animant freundete ich mich schnell an und folgte gerne ihren Spuren. Die Schlagfertigkeit und der Sarkasmus passen exzellent zu ihrer Persönlichkeit und an vielen Stellen sprach sie mir - und vermutlich vielen anderen Lesern - aus der Seele. Denn was sie in Büchern sieht, sehe ich ebenfalls.

Ich hatte während des gesamten Buches ein Grinsen im Gesicht - einfach weil es mir so verdammt gut gefiel! Ich vergaß alles um mich herum, entspannte mich und durchlebte den Witz, Herzschmerz und die Aufregung, als ob ich selbst Animant wäre. Und ist es nicht das Ziel eines jeden Buches, dass man darin aufgeht?

Ausgesprochen gut gefiel mir der Rhythmus der Handlung! Man folgt den Wochentagen mit ihren jeweiligen Tagesabläufen, was für eine gewisse Ruhe und Ordnung sorgt. Auch im Gesamtbild genoss ich die Atmosphäre und Stimmung sehr, welche außerordentlich gut durch die Erzählweise bewirkt und dank des super flüssigen und angenehmen Schreibstils begünstigt wurden. Spannung trifft man kaum an, doch Staubchronik kommt sehr gute ohne diese aus.

Mr Reed stieg bereits beim Kennenlernen auf meiner Skala all meiner Lieblingscharaktere weit nach oben. Zunächst faszinierte und interessierte er mich, schnell wurde ich immer neugieriger und auf einmal, lange bevor ich überhaupt die Hälfte des Buches erreichte, war er bereits fest in meinem Herzen eingeschlossen. Eine überragende Figur!

Ebenso gefällt es mir, wie authentisch die Autorin die Verliebtheit und die Liebe an sich darstellt. Mit vielen Fragen, die sich Animant im Laufe der Zeit selber stellt, Unsicherheit, Verwirrtheit und Selbstbewusstsein.

Doch ein wenig Kritik muss ich leider ausüben: Das Ende ist enttäuschend. Besser ausgedrückt, das Ende an sich ist voll in Ordnung, doch WIE es passiert und geschildert wird passt überhaupt nicht zum Rest des Buches und bleibt den Figuren nicht treu. Es erweckt den Eindruck, dass die Autorin keine Lust mehr hatte und schnell alles aufschreiben wollte.
Wohlgemerkt, ich spreche hier von den letzten circa 30-50 Seiten (je nachdem wo man die Grenze ziehen möchte) und damit bleiben immer noch 500 überwältigende Seiten voller Sarkasmus, Gefühlen und Erwachsen werden.

Eines noch: Je länger man sucht, desto mehr negative Kritik kann man finden. Doch ganz ehrlich? All diese "Fehler" sind mir egal, weil es rundum eine wunderschöne Geschichte ist und mir verdammt gut gefallen hat!

Ich kann dieses Buch von ganzem Herzen weiterempfehlen! 5/5 Sterne

15. April 2020

Cassandra Clare: Die Geheimnisse des Schattenmarktes


Übersetzt von Franca Fritz und Heinrich Koop

640 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-442-31512-3

Erschienen: 21.10.2019

Quelle: www.goldmann-verlag.de



Seit fünf Jahren lese und liebe ich die Bücher rund um die Schattenwelt, wenn auch manche mehr und manche weniger.

Das Buch beinhaltet zehn Erzählungen, chronologisch sortiert von 1899 bis 2013, in denen man die verschiedensten Charaktere trifft. Im Prinzip folgt man aber den Spuren von Bruder Zachariah / Jem Carstairs, welcher einem in jeder Geschichte begegnet.

'Ein langer Schatten' war nicht nur die erste, sondern auch die enttäuschendste Geschichte. Viel zu langatmig, Handlung ebenfalls eher flach und das Potenzial der Figuren wurde nicht annähernd ausgeschöpft. Man erfährt auch nur wenig über sie. Und dabei passiert hier was ziemlich erschütterndes.. echt schade! Die zweite Erzählung wird minimal besser, doch auch hier wurde ich nicht in den Bann gezogen. Alle anderen Erzählungen sind wesentlich besser (siehe unten), weiterlesen lohnt sich!

Eine der Geschichten spielt in London während des Zweiten Weltkrieges - und das fand ich richtig spannend und vor allem interessant! Mir gefiel der Einblick sehr gut, wie die Schattenwelter und -jäger mit dem Krieg der Irdischen umgegangen sind, wie sie darüber dachten und sich verhalten haben. Hätte dazu gerne noch mehr lesen können!

Die letzten drei Erzählungen spielen während und nach der Trilogie 'Die Dunklen Mächte', man sollte daher diese zuerst beenden, bevor man die Erzählungen anfängt. Insbesondere die letzten beiden Geschichten machen richtig neugierig und ich würde sooo gerne einfach weiterlesen und mehr erfahren, doch das wird leider noch ein paar Jahre (?) dauern.
Es kommt allerdings in der vorletzten Erzählung eine für mich sehr wichtige Frage auf, die sich auch jetzt, während ich die Rezension schreibe, nicht beantworten lässt, trotz Google, Instagram, Freunde & Co. Hat die Autorin hier einen kleinen Fehler gemacht? Wir werden sehen.. (Aus Spoilergründen gehe ich nicht näher darauf ein.)

Fakt ist, dass man von jeder einzelnen Erzählung etwas interessantes und informatives mitnimmt, sodass jede Geschichte als gute Ergänzung gewertet werden kann, wenn auch in unterschiedlicher Menge und Qualität.

Aufgrund der Vielzahl an Charakteren, die aufeinander treffen und es sich damit sehr beliebte und teils auch neue Figurenkonstellationen ergeben kommt jeder Fan irgendwo auf seine Kosten, weil eben alle bisherigen Generationen von Cassandra Clare vertreten sind.

Zum Schreibstil muss ich nicht viel berichten, dieser ist wie gewohnt berauschend flüssig, kräftig und wortgewandt!

Die Erzählungen rund um den Schattenmarkt überzeugten mich im Gesamtbild, es waren wirklich schöne und gut investierte Lesestunden!
Rechnerisch ist es eine 4,05 und demnach sind es 4/5 Sterne!

Im Folgenden eine kurze Bewertung für jede einzelne Erzählung:

Nr. 1 Ein langer Schatten: 2/5 Sterne - sehr langatmig; flache Handlung; Figuren leider schwach ausgebaut trotz hohem Potenzial; und dabei ist das Ereignis so erschütternd gewesen! Vielleicht so etwas nicht in eine Kurzgeschichte packen?

Nr. 2 Alles Erlesene dieser Welt: 3,5/5 Sterne - langatmig; Handlung flach; Figuren lebendiger als bei der vorherigen, aber trotzdem enttäuschend

Nr. 3 Verlust: 4/5 Sterne - Anfang etwas in die Länge gezogen, sonst sehr interessant und halbwegs spannend; neugierige Fragen kommen auf; Ende wunderschön und ans Herz gehend

Nr. 4 Eine tiefere Liebe: 5/5 Sterne - Handlung während des Zweiten Weltkrieges; lebhaft; ereignisreich

Nr. 5 Die Bösen: 5/5 Sterne - Valentin wird wieder einmal genial und faszinierend dargestellt; spannende und traurige Handlung

Nr. 6 Sohn der Dämmerung: 3,5/5 Sterne - Erste Begegnung der Lightwoods mit Jace Wayland; hat mich leider nicht ganz mitgerissen; Lily & Raphael & Bruder Zachariah glänzen

Nr. 7 Mein verlorenes Land: 5/5 Sterne - Spannend; unterhaltsam; die Seiten sind nur so geflogen; tolle Figurenkonstellation (bitte mehr von Lily & Alec!); ergreifende Handlung mit Tiefgang

Nr. 8 Durch Blut und Feuer: 3,5/5 Sterne - Erzählung war interessant, wenn auch viel Neues nicht dabei war; irgendwie anstrengend zu lesen... Ich wollte, dass mir diese Geschichte gefällt, dennoch hat sie mich leider nicht überzeugen können.

Nr. 9 Die verlorene Welt: 4,5/5 Sterne - Auf den Spuren von Ty und Kit; sehr tolle und unterhaltsame Story; es kommt allerdings kein Schattenmarkt vor; hier stellt sich auch die mysteriöse Frage, auf die ich bisher keine Antwort habe

Nr. 10 Gestürzt!: 4,5/5 Sterne - man verfolgt zwei voneinander unabhängige(?) Handlungen, beide auf ihre eigene Art und Weise sehr fesselnd; insbesondere die um Ash und Janus wirft eine Menge Fragen auf und lässt spannende sowie beunruhigende Vermutungen für die Zukunft aufstellen; allerdings beide etwas langatmig in manchen Szenen

2. April 2020

Victoria Schwab: City of Ghosts, Band 1: Die Geister, die mich riefen

Übersetzt von Tanja Ohlsen

Ab 10 Jahren

288 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-570-17653-5

Erschienen: 28.10.2019

Quelle: www.randomhouse.de



Ein paar gelesene Seiten reichten aus, und ich war berührt von der aufrichtigen Freundschaft und Vertrautheit zwischen den beiden Hauptfiguren. Das Band zwischen den beiden hat die Autorin echt gut dargestellt. Bitte mehr davon!

Der Lesefluss war von Beginn an angenehm und flüssig, ins stocken bin ich kein einziges Mal geraten. Alles in allem ist die Sprache natürlich einfach gehalten, weil es sich um ein Kinderbuch handelt.

Wir lernen die Geschichte aus Cassidys Blickwinkel kennen und die Art, wie die Autorin die Kommunikation zwischen Jacob und Cass eingebaut hat, hat mich positiv erstaunt. Genial, unterhaltsam und informativ geschrieben. Denn während sie erzählt, kann Jacob ihre Gedanken lesen und reagiert auf die ein oder andere Aussage, meist sehr humorvoll.

Auch gefällt es mir, dass diverse Comics namentlich erwähnt werden sowie auch Harry Potter an einigen Stellen. In diesem Umfang hat es gut zur Geschichte und zur Protagonistin gepasst.

Während Cassidy Geister sehen und mit ihnen sprechen kann, schreiben ihre Eltern erfolgreich Bücher über Geister. Oftmals kam es zu amüsanten und lustigen Stellen, wenn die Familie (zusammen mit Jacob) im gleichen Raum war.

Alle Figuren, Erläuterungen wie auch das Böse selbst konnten mich voll und ganz überzeugen und die Handlung blieb durchweg spannend, geheimnisvoll und zugleich witzig und locker. Zudem wecken ein paar unbeantwortete Fragen sowie ein geheimnisvoller Hinweis bzgl. Jacob am Ende des Buches noch größeres Interesse auf den Folgeband.

Ich habe tatsächlich nichts an dem Buch auszusetzen, es waren richtig schöne und gut investierte Lesestunden. Ein toller Auftakt der geplanten Trilogie, volle 5/5 Sterne!

9. September 2019

Angie Sage: Silberdrache (Band 1)


Silberdrache

Übersetzt von Bernd Stratthaus

Ab 11 Jahren

310 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-8458-3397-2

Erschienen: 23.08.2019

Quelle: www.arsedition.de


Eine großartige Geschichte über Freundschaft und Vertrauen in einem tollen Abenteuer verpackt - was wünscht man sich als Leser mehr?

Die Handlung spielt an zwei Orten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. In unserer Welt begleiten wir Sirin und ihre kranke Mutter und in der anderen Welt die Geschwister Allie und Joss, letzterer schließt ein Band mit dem Silberdrachen Lysander.

Der Schreibstil ist einfach gewählt, leicht verständlich, was einen als Erwachsenen vielleicht etwas stören mag, weil man mehr Tiefgang erwartet. Man sollte hier jedoch die Zielgruppe (ab elf Jahre) beachten und ich persönlich konnte Kapitel für Kapitel flüssig, schnell und angenehm lesen.

Die Geschichte selber ist nicht unbedingt etwas Neues, es sagt mir jedoch in Kombination mit den Charakteren zu. Sehr gut gefällt mir, dass die Kinder nicht zu erwachsen agieren, sondern sich naiv und gutgläubig verhalten und für manches noch nicht so den "Weitblick" haben. Im Laufe der Zeit erkennt man aber eine kleine Weiterentwicklung der Figuren.

Nicht nur Freundschaft ist ein wichtiger Gegenstand, denn die Autorin arbeitet ebenfalls mit dem schwierigen Thema Verlust. Dieses trifft man auf mehreren Seiten in verschiedenen Formen an und es wurden passende Worte gefunden, die mich manchmal auch zum Nachdenken anregten. So konnte ich mich auch besser mit den Charakteren identifizieren, weil man mit ihnen mitfühlen und sie näher kennen lernen konnte.

Was ich allerdings nicht immer richtig nachvollziehen konnte war das Schließen eines Bundes zwischen Mensch und Reiter. Es ging mir immer etwas zu schnell.. Man wechselt ein paar Sätze und schon war man miteinander verbunden. Da viel es mir etwas schwer, dieser Verbundenheit auch wirklich zu glauben, selber daran zu glauben, weil Mensch und Drache sich noch völlig fremd sind...

Einzig fraglich sind die beschriebene Brutalität, Aggressivität sowie das Erwähnen von Menschenknochen, das Verschlingen von Menschen etc.. Ich hätte das mit elf Jahren lesen können, jedoch denke ich, dass das nicht auf jeden zutreffen wird.

Alles in allem hatte ich tolle Lesestunden und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band! Nicht nur für Kinder, auch für manch Erwachsenen ein toller Auftakt, der mehr verspricht.

Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

Wird nicht mit in die Bewertung einbezogen:

Wo ich ein wenig schmunzeln muss, ist, dass die Geschichte von einem silbernen Drachen handelt, heißt auch so, aber auf dem Cover ist ein blauer..

29. August 2019

Zoran Drvenkar: Licht und Schatten



Ab 14 Jahre

584 Seiten

Gebunden im Schutzumschlag

ISBN: 978-3-407-75462-2

Erschienen: 11.07.2019

Quelle: www.beltz.de


Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert in Sibirien, Russland und beschäftigt sich mit der jungen Vida, welche in der Zukunft über Gut und Böse entscheiden soll. 

Mir fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen, weil es am Anfang eine überschaubare Anzahl an Namen gibt und der Erzähler lange Erklärungen und Hintergrundgeschichten zunächst umgeht und den Leser direkt in die Geschichte hineinzieht. Erst während Vidas Unterricht erhält man sämtliche Informationen über ihre Welt, deren Entstehung und aktuellen Situation, wobei diese Erzählungen manchmal doch ein wenig ermüdend wurden. Zum Einen, weil sie ein wenig zu langatmig waren, zum Anderen, weil zu viele Erläuterungen und Ausschweifungen aufeinander folgten. 
Abwechslung gab es in Form von verschiedenen Blickwinkeln, da der Leser sich bspw. auch auf die Spuren eines Bären begibt. 

Dank des angenehmen Schreibstils kommt man schnell voran und die Distanz des Erzählers hat mir sehr gut gefallen! Es passt nicht nur gut zum Buch, es verleiht der Handlung Glaubwürdigkeit und Originalität. 
Leider ändert das nichts daran, dass ich der Geschichte wie durch ein Fernrohr hindurchsehend folgte. Die Charaktere sind grundlegend gut dargestellt, keine Frage, doch sich mit wenigstens einem zu identifizieren war nicht möglich. Bspw. erfährt der Leser so wenig über Solomon und die Tanten, dass ich denke, die Figuren hätten uns deutlich näher gebracht werden müssen. Zudem hatte ich Schwierigkeiten mit Vida und dem anderen Kind, die sich trotz ihres jungen Alters stellenweise unglaublich erwachsen verhielten und insbesondere wie solche gedacht und gesprochen haben. Ebenso fehlte es mir an einer glaubhaften Begründung für Vidas Motive und Ziele. 

Positiv auffallend waren die vielen teils offensichtlichen, teils versteckten Botschaften und Lehren an den Leser, so z.B. "Alles ist möglich, wenn ich es möglich mache." 

Unterhaltsam waren auch die Überschriften der Kapitel, sowie die Gliederung und die Länge. Manche waren nur eine Seite lang, andere hingegen 20. Das verdrängt Eintönigkeit und schafft Interesse. 

Leider fehlte es mir auch an einem richtigen Höhepunkt. Die Handlung geht bergauf, bergab, aber richtig steil wurde es nie, selbst am Ende nicht. Man könnte schon fast sagen, die Handlung plätscherte vor sich hin, aber nur fast! Ein wenig Action und Spannung sind enthalten. Nicht alles war vorhersehbar, doch das Ende fällt als Überraschung weg, weil der Leser es auf den ersten Seiten bereits erfährt. Was ich aber gar nicht so schlecht finde, denn meine Neugierde wurde dadurch nur größer. 

Bei mir sprang der Funke nicht über, ich muss aber trotzdem sagen, dass es eine nette Geschichte mit einer mega guten Grundidee von Anfang bis Ende ist! Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene von Interesse. 
Alles in allem vergebe ich 3 von 5 Sterne

25. Mai 2019

Christopher Paolini: Die Gabel, die Hexe und der Wurm. Geschichten aus Alagaësia. Band 1: Eragon

Übersetzt von Michaela Link

Ab 14 Jahren

304 Seiten

Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-570-16581-2

Erschienen: 21.01.2019

Quelle: www.randomhouse.de


Aufgrund des großen Erfolges des Eragon-Zyklus, in den ich mich bereits auf den ersten paar Seiten verliebt hatte, waren meine Erwartungen an das neue Buch entsprechend hoch. Trotzdem bin ich versucht vorsichtig herangegangen, weil ich mich noch gut an den leider etwas schwachen vierten Band erinnere.

Rezension:

Es handelt sich um eine Sammlung von drei Kurzgeschichten aus Alagaësia, von denen eine vor und zwei nach dem Eragon-Zyklus spielen. Leider liest man von Eragon und Saphira nur wenig, dafür stehen jedoch Angela sowie eine weitere bekannte und zwei neue Figuren im Mittelpunkt.
Die Geschichte der Kräuterhexe empfand ich als sehr unterhaltsam und interessant und auch, wenn Paolinis Schwester diese geschrieben hat, kam ich mit dem Schreibstil gut zurecht und konnte mir entsprechende Stellen sehr bildhaft vorstellen.

Allerdings hat Christopher Paolini nach wie vor den Hang für ausschweifende Erzählungen, sodass Handlungen bis ins letzte Detail beschrieben werden und dadurch auf vielen Seiten nur wenig passiert. Dieser Punkt macht sich insbesondere in der dritten Kurzgeschichte bemerkbar. Von der Grundidee ausgehend finde ich diese sehr interessant und passend gewählt, jedoch ist sie deutlich zu lang geworden. Trotz super Beschreibungen wird einem an manchen Stellen langweilig und man denkt sich nur noch "Wann ist es zu Ende?". Halb so viele Seiten hätten ausgereicht.

Im Gegensatz dazu sind die anderen zwei Kurzgeschichten zu kurz geraten sowie recht vorhersehbar, sodass kaum Spannung möglich ist. Die Handlung ist flach geraten, da können die gut herausgearbeiteten Charaktere noch so sympathisch sein und glänzen. Insbesondere Kurzgeschichte Nummer Eins ist ein Flop, einziger Pluspunkt ist die altbekannte Figur, auf die ich mich sehr gefreut hatte.

Es wurde so viel Werbung um das neue Eragon-Buch gemacht, Christopher Paolini veranstaltete sogar eine internationale Tour, doch somit ist die Enttäuschung nur größer geworden.
Natürlich habe ich das Buch innerhalb von zwei, drei Stunden verschlungen und bereue auch nicht, diese Zeit investiert zu haben, doch es hätte mehr sein müssen. Mehr Handlung, mehr Spannung, mehr sinnvoll genutzte Seiten und von den Charakteren hätten wir Leser auch gerne mehr erfahren.

Trotz allem war es ein nettes Wiedersehen, weshalb ich 3 von 5 Sterne vergebe.

Wird nicht mit in die Bewertung einbezogen:

Am Rande muss ich noch erwähnen, dass 18 Euro für eine Seitenzahl von 304 mit übertrieben großer Schrift und viel Rand ein sehr stolzer Preis sind..



2. Mai 2019

Theresa Czerny: Die Pferde von Eldenau, Band 1: Mähnen im Wind


Ab 12 Jahren

304 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-7348-5038-7

Erschienen: 17.07.2018





Rezension:

Wer kennt es nicht: Man sieht ein Buch mit einem sehr schönen Cover im Buchladen stehen und muss es unbedingt in den Händen halten oder noch besser gleich mitnehmen. Jedes Mal stellt sich natürlich die Frage, ob der Inhalt genauso überzeugen kann wie das Cover bzw. ob das Cover inhaltlich überhaupt passt und diesen gut repräsentiert. So ähnlich ging es mir bei dem ersten Buch der Autorin Theresa Czerny - und ich wurde nicht enttäuscht!

Die Geschichte beginnt mit einem Ausritt, der aus Fridas Perspektive erzählt wird. Danach wechselt die Erzählperspektive zwischen Frida und Jannis mit jedem neuen Kapitel, etwas, dass mir sehr gut gefällt, weil es so abwechslungsreicher wird und man den Blickwinkel der zwei Protagonisten besser miterleben und nachvollziehen kann. Zu Anfang hatte ich allerdings kleine Schwierigkeiten, weil die Kapitel recht kurz sind und ich mich immer wieder auf die neue Perspektive einstellen musste. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und fand auch Gefallen, weil man so fast jede Situation aus beiden Sichtweisen kennen lernen konnte.

Auf eine lange Einleitung hat Frau Czerny zu meiner Freude verzichtet, denn es wird nach nur wenigen Seiten spannend, als die Hauptcharaktere sich zum ersten Mal begegnen und Frida misstrauisch wird, ob der unbekannte Junge ihr Pferd kaufen will. Bereits an dieser Stelle gefiel mir der flüssige Schreibstil, mit dem man das Buch nicht nur sehr schnell durchlesen, sondern sich auch die Handlungsorte sowie Mimik und Gestik der Figuren gut vorstellen kann. Mit anderen Worten: Bereits beim Aufschlagen des Buches wurde ich in die Geschichte hineingesaugt!

Wie so üblich trifft man die verschiedensten Charaktere an, welche alle ihre Rolle gut spielen und damit durchgehend überzeugend sind. Beispielsweise fallen mir Annika ein, welche ich lustigerweise vom ersten Moment an nicht leiden konnte und Max, welcher sich zu meiner Lieblingsfigur entwickelt hat. Ich hoffe, er wird auch im Folgeband mit dabei sein. Sehr sympathisch sind mir auch alle Familienmitglieder von Frida und wie diese zusammen interagieren. Bei einigen Szenen musste ich schnell schmunzeln!

Neben Ponys, interessanten Gelassenheitsübungen und coolen Ausritten gibt es auch reichlich Themen über Freundschaft, realitätsbezogene Familienprobleme sowie kleine Liebesgeschichten und Alltagssorgen, wie beispielsweise Schulnoten und nervige Lehrer. Mir hat es schon immer richtig gut gefallen, den Alltag der Figuren mit in Büchern einzubeziehen, weil so die gesamte Story realistischer und vertrauter wirkt und man sich noch ein wenig mehr mit den Charakteren auseinander setzen und diese kennen lernen kann. Der Leser oder die Leserin kann sich somit deutlicher mit den Charakteren identifizieren. 

Im letzten Drittel wird es verdammt spannend, als die Protagonisten sich zusammen raufen, um das Geheimnis über Daris Verhalten aufzuklären und Jannis zu helfen. Dazu gab es ein paar unvorhergesehene Wendungen, sodass es mich schnell an einen Krimi für Jugendliche erinnert hat und die Autorin hat den Krimi-Anteil sehr gut in der Handlung verarbeitet.

Alles in allem ein super Jugendbuch, bei dem mit Sicherheit auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen können. Der erste Band der Reihe „Die Pferde von Eldenau“ hat mir sehr schöne Lesestunden beschert und ich sollte mir schleunigst den zweiten Band zulegen!

Ich vergebe sehr gerne 5 von 5 Sterne!

27. April 2019

Nele Neuhaus: Elena - Ein Leben für Pferde, Band 7: In letzter Sekunde


Ab 12 Jahre


352 Seiten

Gebunden mit Softtouchfolie und Relieflack

ISBN: 978-3-522-50616-8

Erscheinungstermin: 11.04.2019



Rezension:

Auf in ein neues Abenteuer mit Elena, Melike und Fritzi!
Nach über anderthalb Jahren Warten auf einen neuen Band fühlten sich die ersten Seiten wie ein „nach Hause kommen“ an. Der Amselhof begrüßt den Leser aufgrund vertrauten Regens in der Reithalle, in der Elena mit ihrem Berittpferd Lancelot gemütlich reitet.

Dem Leser werden zwanzig Seiten Einführung gegeben, dann ist er bereits im Wald unterwegs und bangt um den Gesundheitszustand zweier verwahrloster Pferde. Es gibt keine langen Zusammenfassungen darüber, was in den letzten Bänden geschehen ist (diese erfolgen im gewohnt angemessenen Maße), sodass die Handlung schnell voranschreitet und ehe man es sich versieht, befindet man sich in einem spannenden und unterhaltsamen Jugendkrimi. Denn der siebte Band fällt nun endgültig in das Genre Krimi und das hat Nele Neuhaus super geschafft! Am Anfang gibt es viele Fragen, Informationslücken und Geheimnisse, welche nach und nach durch die Figuren aufgeklärt werden. Auch ich habe von Beginn an Vermutungen angestellt und wurde hin und wieder positiv überrascht.

Den wichtigsten Bestandteil des Buches darf man natürlich nicht vergessen: Pferde! Diese kommen selbstverständlich nicht zu kurz und das neue Pferd Priamos konnte ich schnell ins Herz schließen. Zugegeben hat es mir auch gefallen, dass Elena mit einem Pferd an ihre Grenzen kommt und dieses Problem nicht innerhalb eines Buches gelöst wurde. Schließlich entwickeln sich Menschen und Tiere im Laufe der Zeit weiter und so ändern sich Situationen und Beziehungen. Das ist es, was mir bei dieser Jugendbuchreihe so gut gefällt: Nele Neuhaus bleibt mit den Handlungen, Ereignissen sowie Reaktionen und Interaktionen der Charaktere „auf dem Boden der Tatsachen“, das heißt, man kann diese nachvollziehen, begründen und mit der Realität vergleichen. Ein wenig Platz zum Träumen gibt es natürlich trotzdem!

Wie man es bereits aus den vorherigen Bänden kennt, sind auch diesmal nicht alle Figuren laufend vertreten (wegen Spoiler nenne ich diese nicht), was einerseits schade ist, andererseits passt es zur Entwicklung der Charaktere und im nächsten Band werde diese sicherlich wieder in Aktion treten.

Trotz aller Begeisterung fehlten mir ein wenig die Turniere sowie die verbrachte Zeit dort: Das Auf-und Abladen der Pferde, die Vorbereitungen, der Abreiteplatz, die Prüfung selber sowie gemeinsames Mittag-oder Abendessen. Diese Kapitel haben mir immer sehr gut gefallen, allein schon wegen der Sachkenntnis, die Frau Neuhaus stets informativ in die Bücher einbaut. Auch hätte es gerne einen größeren Einblick in den Alltag geben können, wie beispielsweise der Reitunterricht, die Einsteller und nicht zu vergessen die Schule und damit verbundener Stress und Hausaufgaben. Und ja, ich weiß, das ist „meckern“ auf hohem Niveau. :D

Einen wichtigen Kritikpunkt muss ich jedoch anmerken. Leser, die wie ich seit 2011 Elena und ihre Freunde begleiten, stellen unweigerlich fest, dass wenig Entwicklung von der dreizehnjährigen zur sechzehnjährigen Elena stattgefunden hat. Es gibt so viele wichtige Themen in der Pubertät, die einen beschäftigen, doch diese werden kaum angesprochen. Auch ein achtzehnjähriger Farid wirkt sehr jung und naiv, ebenso verhält es sich mit den anderen Charakteren. Einzig Melike handelt und denkt in der ein oder anderen Szene noch am ehestens ihrem Alter entsprechend. Den Grund hierfür kann ich mir allerdings denken. Die Zielgruppe dieser Bücher sind im Schnitt dreizehnjährige, was heißt, dass diese auch an Kinder gerichtet sind. Jugendliche Themen in einem Kinderbuch zu verpacken stelle ich mir als schwierig, wenn auch nicht unmöglich, vor, sodass ich nur hoffen kann, dass wenigstens ein kleiner Entwicklungssprung im nächsten Band passieren wird.

„In letzter Sekunde“ schließt sich super an die vorherigen Bände an und bescherte mir erfreuliche, spannende und emotionale Lesestunden mit viel schmunzeln und rätseln. Definitiv weiter zu empfehlen und ich freue mich schon sehr auf den achten Band sowie die angekündigte Verfilmung, welche, soweit ich weiß, nächstes Jahr im Kino erscheinen soll!

Ich vergebe 4 von 5 Sterne!