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25. Januar 2021

Emma Späth: Schattenwege - Im Herzen des Waldes

Ab 12 Jahren

619 Seiten (HC)

Erschienen: 02.12.2020 (E-Book)
                    17.12.2020 (TB, HC)

ISBN: 978-3-347-20175-0 (HC)

Verlag & Quelle: Tredition (Self-Publishing)


Klappentext:
Mysteriöse Lichtzeichen vom Dach und ein eigentümlicher Einbrecher führen ›Jayne Scout‹ ans Langdale-End Internat. Einen abgeschiedenen Gebäudekomplex, mitten im Wald von North Yorkshire.
Die junge Geheimagentin brennt darauf zu zeigen, was sie draufhat. Ihr erster Fall – undercover.

Doch im Internat angekommen trifft sie auf eine alte Bekannte. Und unaufhaltsam nimmt das Schicksal seinen Lauf …
Keiner ahnte, was sie dort erwartet: wie komplex das Netz aus Intrigen und Machenschaften hinter den Mauern der Schule ist. Und keiner hat voraussehen können, wie schnell Jayne, völlig auf sich gestellt, an ihre Grenzen kommen würde …
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Eine rührende Erzählung, wie wahre Freundschaft selbst die tiefsten Wunden heilen kann.

Ein Krimi mit Herz und Köpfchen:
Tiefgründig, vielseitig und komplex – weil ein Krimi nicht immer nur von Mord und Totschlag handeln muss: Für alle, die spannende Krimis lieben, in denen es nicht ums Blutvergießen geht. Zum Mitfühlen, Mitfiebern und Mitdenken.

Rezension:
Nach viel zu langer Zeit ist mir endlich wieder ein (Jugend-)Krimi in die Hände gefallen. Ich kann schon vorweg sagen: Ein sehr ausgeklügelter und realistischer Fall!

In der Geschichte fand ich mich schnell und gut zurecht. Gleich zu Beginn lernt man Jaynes gedankliche Kommentare kennen, die ich echt super finde! Diese sind Humorvoll (davon hätte es echt noch mehr geben können) und geben einen informativen Einblick in Jaynes Gedankengänge und Vorgangsweise.
Jayne selber hat eine sehr sachliche und kühle Einstellung, sodass ich sie zu Beginn des Buches noch nicht unbedingt zu meinen Freunden hätte zählen wollen, doch mit der Zeit ist sie mir ans Herz gewachsen.

Ihre Freunde sowie alle weiteren Nebenfiguren empfinde ich als gut ausgearbeitet, jedoch fehlte mir ein Funke mehr Lebendigkeit, insbesondere bei ihren Freunden kommt das zum Ausdruck. Die beiden Mädels konnte ich noch gut wahrnehmen, doch die drei Jungen waren leider nicht richtig greifbar.

Zum Schreibstil, dieser lässt sich angenehm flüssig lesen und ist an den richtigen Stellen fesselnd geschrieben! Ein kleines Aber muss ich jedoch erwähnen, es mir fiel mir während des gesamten Buches in einigen Szenen nicht leicht, herauszufinden, wer was sagt. Das hat mich dann manchmal etwas aus der Bahn geworfen.

Und der Fall selber? Der ist super! Spannend, rätselhaft und vor allem realistisch! Jaynes Alleingänge empfand ich immer als interessant und neugierig machend und zwei, drei Szenen waren echt verdammt spannend! Generell konnte ich sehr gut in die Geschichte abtauchen.
Die Handlung, wie schon angedeutet, hat mich positiv angesprochen. Es wurde nie langweilig und in der ersten Hälfte des Buches hatte ich eine verrücktere Idee nach der nächsten, bzgl. wie die Auflösung des Falls aussehen könnte. Stück für Stück werden dem Leser Hinweise zugeworfen und manchmal ist Jayne noch so fies, den genauen Inhalt des Hinweises hinauszuzögern. Herrlich! :D

Als Fazit kann ich sagen, dass es ein clever erarbeiteter Jugendkrimi mit viel Fokus auf einem realistischen Werdegang ist. Im Vergleich zu vielen anderen Büchern liegt hier das Augenmerk auf einer Figur, was wirklich gut umgesetzt wurde! Es hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es klar weiterempfehlen.
4/5 Sterne

15. Januar 2021

P.C. Cast & Kristin Cast: House of Night, Band 6: Versucht


Übersetzt von Christine Blum

551 Seiten bzw. mit Leseprobe vom siebten Band 598 Seiten (HC)

Erschienen: 12.05.2011 (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2006-0 (HC)

Verlag & Quelle: S. Fischer Verlag




Ich lese diese packende Reihe seit ca drei Jahren, doch weil sich immer wieder andere tolle Bücher dazwischen drängeln dauert das Lesen der gesamten Reihe etwas länger. Aber so kann ich es länger genießen! :)
Aus versch. Gründen ist dies sogar meine erste Rezension im House of Night Universum und sie bezieht sich vordergründig natürlich auf den sechsten Band 'Versucht'.

REZENSION:
Wie bei den vorherigen Bänden war es auch hier so: Die erste Seite gelesen und ich bin voll drin. Wie nach Hause kommen. Mitreißend. Süchtig machend.
Im Ernst, jeder Band haut mich aufs Neue voll um.
Die Charaktere sind lebendig, vielschichtig und man kann mit ihnen mitlachen und-leiden, wie als ob man neben ihnen steht. Oder in deren Körper steckt. Ihre Probleme, Sorgen und Gedanken sind nachvollziehbar, logisch und emotional, auch wenn die Situationen natürlich an ihre magische Welt angepasst sind.

Die Story bleibt durchweg interessant, Spannung begleitet einen durch das ganze Buch und Abwechslung gibt's ausreichend. Man befindet sich mal hier, mal dort und in dem einen Kapitel folgt man Stevie und im nächsten Zo oder wem anderes. Der rote Faden ist klar erkennbar und das drum herum ist genauso packend und hängt in irgendeiner Form mit dem roten Faden zusammen.
Diese Reihe zählt zu den stärksten, in denen ich schnell (also nach nur wenigen Seiten) und komplett abtauchen kann. Ich vergesse alles um mich herum und die Handlung läuft nicht einfach in einem megascharfen Film vor meinem inneren Auge ab, sondern ich bin überall dabei. Teils als Zuschauer und teils hineinversetzt in die Charaktere. Was will man mehr? (außer in das Buch wortwörtlich hineinspringen..^^)

Der Schreibstil trägt echt ne Menge dazu bei! Einer der Besten, die mir je begegnet sind. Super flüssig, teils Umgangssprache, angenehm, lehrreich, emotional und mit ausreichend Tiefe.

Zum Worldbuilding, diese ist ähnlich der unseren, aber doch mit gewissen Unterschieden. Im sechsten Band lernt man etwas mehr zur internationalen Welt und auch, wenn Politik & Co nicht im Vordergrund der Handlung stehen, sind diese ausreichend logisch und interessant aufgebaut.
Die Magie, Affinitäten Jungvampyrregeln usw. sind für mich spannend, magisch und faszinierend!

Zur House of Night Welt gehören auch eine Menge erotische Szenen, heiße Typen und Liebeskummer, die auch im sechsten Band nicht fehlen. Im Vergleich zu den vorherigen Bänden ist die Erotik (angepasst an die Handlung) etwas gewichen, was dem Buch keinen Abbruch tut.

Hab ich was zu meckern? Wie bei vielen meiner Lieblingsbücher würde ich gerne mehr von den Nebenfiguren lesen, aber dann würden sie ja nicht mehr 'Nebenfiguren' heißen.. :D

Fazit ist, House of Night bleibt auch mit Beenden des sechsten Bandes eine meiner Lieblingsreihen! Krasse lebendige Charaktere, packende Handlung & mitreißender Schreibstil - süchtig machend!
5/5 Sterne, was sonst ;)

7. Juni 2020

Sascha Blum: Fünfzehn, Band 1: Das vergessene Fürstentum

FÜNFZEHN - Das vergessene Fürstentum (Band 1) von [Sascha Blum]
242 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 979-8-6277-4032-4

Erschienen: 21.03.2020

Verlag: OZALINO (Self-Publishing-Verlag)

Quellen: www.ozalino.de
www.amazon.de


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht und schnell fingen die Seiten zu fliegen an! Denn der Schreibstil ist super leicht und flüssig zu lesen.

Mit Arek als Hauptfigur freundete ich mich sofort an. Er ist ein lieber, aufgeweckter und pflichtbewusster Junge, bei dem man trotz der geringen Anzahl an Seiten - nur 242 - im Laufe der Handlung eine glaubwürdige Charakterentwicklung beobachten kann.
Die anderen Figuren glänzen ebenso strahlend, denn diese sind alle gut herausgearbeitet und wirken richtig lebendig. Jeder hat seine besonderen Eigenschaften: Brady sorgt für Humor (dieser hat mich viele Male zum Lachen gebracht!), Mung macht Ärger und wirbelt einige Fragen auf und Matteo, einer meiner beiden Lieblingscharaktere, ist ein geduldiger, immer freundlicher Junge, der sich mit der Natur bestens auskennt. Aber auch Meister Trux, Lieblingscharakter Nr. 2, sticht mit seinen Eigenschaften hervor und ist ein sehr faszinierender, mysteriöser und allem Anschein nach allwissender Charakter. Manchmal hat er mich echt ein wenig an Dumbledore erinnert!

Ein großer und wichtiger Bestandteil bildet der Unterricht, welcher hervorragend von den Autorinnen ausgearbeitet wurde. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit dahinter steckt und das Ergebnis ist top gelungen! Spannend. Lehrreich. Kreativ.

Zunächst wird man etwas in die Irre geführt, in welcher Zeit die Saga spielt, hier bin ich wirklich sehr gespannt, was das für Auswirkungen auf die zukünftigen Bände hat.

Die Handlung ist mit Seite eins beginnend abwechslungsreich und unterhaltsam, langweilige Stellen gibt's nicht! Zum Einen ist der Unterricht wie bereits geschrieben genial, zum Anderen gibt es viel spannende und coole Interaktionen unter den Mitschülern wie auch mit anderen Bewohnern der Akademie, wie es eben auf einem Internat üblich ist. Einzig die Kommunikation mit Schülern aus den oberen Stufen vermisste ich nach einer Weile, es wirkte fast so, als ob diese mit den Neulingen nicht reden und sie einfach ignorieren..

Mein wichtigster Kritikpunkt sind jedoch die Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Entfernungen und allgemein der gesamten Schule. Das hätte ruhig ausführlicher sein können und manches fehlte auch gänzlich, bspw. habe ich nicht herausgefunden, wo die Mensa liegt. Vieles konnte ich mir nur sehr schlecht vorstellen und sowas stört mich dann, weil ich auf diese Weise Probleme bekomme, die Handlung bildhaft vor meinem Kopf abspielen zu lassen oder auch selber gedanklich durch die Akademie zu laufen.

Großes Lob geht an das Ende, denn trotz meiner vielen Überlegungen und Vermutungen, die nicht mal soo falsch waren, gab's trotzdem eine tolle Überraschung. Und das Beste ist, dass diese nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern sich gut einfügt und plausibel erklären lässt.

Zum Schluss möchte ich noch den Wunsch äußern, bitte eine Heulgurke zu bekommen! Eine Pflanze, die menschenbezogen ist, knurrt, schnurrt und mega schnell wächst - Areks Heulgurke ist mir echt sympathisch geworden! :D

Den Auftakt der Concordia-Saga kann ich wärmstens weiterempfehlen und ich vergebe 4,5/5 Sterne(aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)

22. März 2020

Stella Tack: Night of Crowns, Band 1: Spiel um dein Schicksal


 

Ab 14 Jahren (Quelle: www.thalia.de)

475 Seiten

Klappenbroschur

ISBN: 978-3-473-58567-0

Erschienen: 22.01.2020

Quelle: www.ravensburger.de




Menschen, die Figuren eines Schachspiels verkörpern? Zwei Schlösser, die ein tödliches Schach spielen, weil sie verflucht sind? Mega!

Dank zwei überzeugender und humorvollen Figuren, die verzweifelt eine Party irgendwo im Nirgendwo suchen, fiel mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht und so konnte ich dieser schnell folgen. 
An dieser Stelle muss ich bereits auf den Schreibstil hinweisen, welcher mir sofort positiv aufgefallen war und mir sehr gut gefällt. Dieser ist treffend, an die Jugend angepasst und an den richtigen Stellen voller Emotionen oder Sarkasmus oder was auch immer gerade passiert. Wortwahl ebenfalls erstklassik. Tatsächlich erinnert er mich etwas an die 'House of Night' Bücher von P.C. Cast und Kristin Cast (und deren Schreibstil liiebe ich!)

Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und ich muss ehrlich sagen, dass ich keine einzige Seite langweilig fand. Ständig passierte etwas, aber nicht zu viel, die Handlung wirkte also nicht überladen. Es bleibt durchweg interessant, man möchte immer mehr erfahren und die Charaktere sind echt super aufeinander abgestimmt. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, sind aber zum Glück nicht platt, sondern vielschichtig, weithin tiefgründig (bei manchen ist noch Potenzial) und die ein oder andere Figur - angefangen natürlich mit Alice, aber auch Grave - habe ich direkt beim Kennenlernen ins Herz geschlossen. (Ausgenommen den weißen König, ihn kann ich von Anfang an nicht ausstehen. Und dabei ist er so genial geschrieben, dass ich ihn nur umso mehr nicht leiden kann.)
Hier allerdings zu einem kleinen Kritikpunkt: Ich hätte gerne bereits in diesem Band alle Bauern kennengelernt, oder wenigstens die meisten und nicht nur einen kleinen Teil. Da muss ich mich wohl leider auf den zweiten Band gedulden müssen.

Die wohl beste Idee der Autorin war es, einen sprechenden, vor Sarkasmus triefenden Kater der Geschichte hinzuzufügen. Ich liebe Curse über alles und musste bei vielen Szenen schmunzeln, wenn nicht gar laut loslachen.

Mir hat wirklich (fast) das ganze Buch berauschend gut gefallen; von der ersten bis zur letzten Seite alles clever aufgebaut, glaubwürdig verfasst, lebendige Figuren, toller Handlungsort!
Nun aber zu dem "fast": Bei einer Szene bin ich immer noch am grübeln, denn Alice auflodernder, tiefer Hass gegenüber dem einen König bei ihrer ersten Begegnung kann ich nicht ganz verstehen. Abneigung, Zorn und "normalen" Hass verstehe ich angesichts der Situation voll und ganz, doch, ich zitiere, "heiß, lodernd und abgrundtief schwarz" sind in meinen Augen eine kleine Übertreibung. Das mag vielleicht meckern auf hohen Niveau sein, doch beim Lesen stolperte ich heftig über diesen Satz und konnte ihn einfach nicht richtig nachvollziehen. 

Während des Lesens hatte ich so einige Theorien bzgl. des Fluches, über seine Entstehung, wie man ihn brechen kann usw., doch das tatsächliche Ende des ersten Bandes hat mich überrascht. Aber ich finde dieses genial, so wird es deutlich interessanter und spannender im nächsten Band!
Wie bei vielen Büchern heutzutage gibt es auch hier einen Cliffhanger, den ich allerdings als relativ mild empfinde.. Auch wenn ich bereits gemerkt habe, dass die meisten Leser mir in diesem Punkt nicht zustimmen.. Hehe Ansichtssache halt.

Insgesamt entscheide ich mich für 4,5/5 Sterne!

Eines muss ich leider noch loswerden (fließt nicht in die Rezension mit ein):
Mein Exemplar ist die 1. Auflage 2020 und hier gibt es echt viele Grammatikfehler. Es fehlen Wörter, Satzschlusszeichen oder es stehen falsche Wörter da, wie z.B. "ich", doch da müsste meines Ermessens "nur" stehen, mit "ich" ergibt der Satz jedenfalls keinen Sinn. Das finde ich doch recht traurig, vor allem bei einem so großen Verlag. Klar kann ein Fehler mal unterlaufen, doch so häufig ist es mir lange nicht mehr passiert.

10. April 2019

Maureen Johnson: Ellingham Academy - Was geschah mit Alice?


Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sandra Knuffinke und Jessika Komina

Ab 13 Jahren

464 Seiten

Hardcover mit Schutzumschlag, Prägung 

ISBN 978-3-7432-0206-1

Erschienen: 11.02.2019

Quelle: www.loewe-verlag.de



Rezension:

Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart und begleitet Stevie Bell, welche ein großer Fan von Sherlock Holmes und anderen Detektiv-Romanfiguren ist, auf ihrer neuen Schule, der Ellingham Academy. Ihr Lieblingsfall ist das Jahrzehnte zurückliegende und ungelöste Verbrechen der besagten Schule, welches Stevie endlich lösen möchte.

Tatsächlich hat mich Stevie nach einer Weile an den beliebten Sherlock aus der BBC Serie erinnert, was ich nicht schlecht finde - ganz im Gegenteil: Es hat mich echt neugierig gemacht! Weiterhin ist eine interessante Gruppenzusammensetzung in der Eliteschule vorzufinden, etwas, was in den meisten Schul- und Internatsgeschichten nicht mehr wegzudenken ist. Schließlich wird es für den Leser so deutlich abwechslungsreicher aufgrund von vorprogrammierten Missverständnissen, Bündnissen, Liebesgeschichten und Streitigkeiten. Wo ich auch schon beim nächsten Punkt bin: Der Schlagabtausch ist herrlich geschrieben, die Autorin hat hier die Goldene Mitte gefunden. Weder zu müde noch übertrieben formuliert, insbesondere Stevie und David kommen sich immer wieder in die Quere.

Hervorragend ist auch der Handlungsort: Eine abgelegene Schule, die ohne finanzielles Limit nach den Vorlieben des Gründers erbaut wurde. Ein große Villa im Zentrum und um sie herum die verschiedenst aussehenden Häuser mit den Klassen- und Wohnräumen. Der Unterricht wird zum Teil individuell angepasst, was mich beim Lesen bereits hat überlegen lassen, welchen Unterricht ich gerne in der Schule gehabt hätte. Wobei ich an eine solche Eliteschule wohl nie gekommen wäre. [Geheimgänge und alte Statuen muss man nicht mit erwähnen, die sind selbstverständlich schon inbegriffen! Die gedruckte Karte im Buch finde ich daher sehr praktisch.]

Wie bereits erwähnt, ist Stevie nahezu besessen von der Kriminologie, doch dafür, dass sie eine berufliche Karriere beim FBI einschlagen möchte, hinterfragt sie wenig, ist sehr schüchtern und ergreift zu selten die Initiative. Da hatte ich als Leser zu Beginn mehr erwartet. Jedoch werden diese Punkte damit begründet, dass die Protagonistin die meiste Zeit ihres Lebens im Zimmer mit dem Lesen von Kriminalfällen und Hören von Podcasts verbracht hat und ihre Freunde fand sie ausschließlich über Online Foren. Ich bin hier ein wenig hin und her gerissen. Zum Einen gefällt es mir, dass uns keine perfekte Ermittlerin vor die Nase gesetzt wird, sodass wir sie auf ihrem Weg begleiten können. Auf der anderen Seite hätte ich mir doch einen Tick mehr gewünscht, um die Spannung und das Mitfiebern zeitiger zu erhöhen.


Gelegentlich springt die Handlung zurück in die vierziger Jahre, wo die berühmte 'Ellingham-Affäre' stattfand. Dies bietet dem Leser einen besseren Einblick in die Geschehnisse und zeigt das Wissen auf, dass sich die Protagonistin über Jahre hinweg erarbeitet hat. Besonders die Vernehmungen der Zeugen empfand ich als sehr unterhaltsam und interessant.

Richtig spannend wird es erst im letzten Drittel des Buches, als ein Mord geschieht. Nun endlich fängt Stevie an zu ermitteln, wird aktiver und die Handlung nimmt Fahrt auf. Doch das hätte schon eher passieren müssen, die Einleitung war viel zu lang, wenn auch dank des einfachen Schreibstils leicht und flüssig zu lesen.

Zu der Kussszene muss ich noch ein paar Worte schreiben: Diese kam unvorbereitet und passt nicht zur Entwicklung des weiblichen Charakters, weil diese auf sozialer Ebene so viele kleine Probleme hat, dass sie noch nicht bereit ist für eine solche Handlung. Die Geschichte wäre auch ohne einen Kuss gut geworden, vielleicht hätte man es sich für den zweiten Band aufheben können.

Die Gewaltverbrechen in Vergangenheit und Gegenwart wurden von der Autorin gut durchdacht und mysteriös verpackt, allein dadurch entsteht eine gewisse Grundspannung und Neugier darüber, was alles dahinter stecken mag.
Das Ende beinhaltet eine Enthüllung sowie einen Cliffhanger, welcher den Leser sehnsüchtig auf den zweiten Band warten lässt. Doch auch ohne den Cliffhanger würde ich mich sehr auf die Fortsetzung freuen, weil es sich hier um einen gut gelungenen Auftakt handelt, in dem man die Einleitung etwas kürzer hätte fassen können.

Ich vergebe 4 von 5 Sterne!