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26. März 2021

Leigh Bardugo: Grisha Trilogy, Book 1: Shadow and Bone


356 Seiten (Ausgabe: First American Edition)

Erschienen: 2012

Formate: Hardcover, Taschenbücher, E-Books mit verschiedenen Covern



Worum geht's?
Alina Starkov ist eine Waise und wird durch einen Vorfall von ihrem besten Freund getrennt und in die Hauptstadt des Landes gebracht, um als Grisha ausgebildet zu werden. Laut dem Dunklen sei sie die einzige Hoffnung..

Rezension:
In Vorbereitung auf die Netflix Serie, die Mitte April startet, habe ich mir vorgenommen, die fünf relevanten Bücher für die Serie endlich zu lesen! :)
Und yep, auf Englisch gelesen (kann ich nur empfehlen).

'Shadow and Bone', auf deutsch 'Goldene Flammen', ist der Auftakt der Grisha Trilogie und handelt von Alina Starkov.
Ich beginne direkt mit ihr, sie hat mich als Protagonistin schnell überzeugen können. Humorvoll, etwas naiv und dennoch eine starke Persönlichkeit, welche auch mal Fehler macht. Ich finde sie klasse und freue mich auf die weiteren Bände mit ihr!
Auch die anderen Charaktere sind nicht zu unterschätzen. Lebendig, tiefgründig, mitreißend, verführend. Die Autorin hat wirklich eine starke Besetzung aufgestellt. The Darkling (der Dunkle) spielt eine wirklich einnehmende Rolle und man möchte immer weiter und weiter lesen.

Nicht nur die Charaktere, sondern auch das Worldbuilding und die Handlung sind süchtig machend. Bardugo hat eine faszinierende magische Welt erschaffen, in die man immer tiefer hineingezogen wird. Die verschiedenen Arten der Grischa und ihre Magie sind zwar nicht brandneu, können aber dennoch abliefern und begeistern.
Auch wenn die Trilogie der historischen Fantasy zuzuordnen ist (die Verbindung zum Osten und zu Russland finde ich großartig), zählt es auch zu Young Adult, was bedeutet, dass es nicht wirklich detailgetreue und ausführliche Erklärungen zur Historie, den Grishas usw. gibt. Klar erfährt man einiges, aber manchmal wünschte ich mir doch, dass es etwas ausführlicher wäre. Ich habe so viele Fragen! :D

Die Handlung ist fesselnd, abwechslungsreich und humorvoll - hier braucht man keine Angst vor Langeweile haben! Stattdessen konnte ich das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, bis ich auf der letzten Seite ankam. Es gibt zwar im Mittelteil wenig Action, was jedoch überhaupt nicht auffällt, weil genug kleine und große Konflikte die Spannung und Neugierde aufrechterhalten.

Es ist tatsächlich das erste richtige englischsprachige Buch, dass ich gelesen habe. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm flüssig und packend und ich habe somit definitiv die englischsprachigen Bücher für mich entdeckt! :) 

Das Einzige, dass mir nicht besonders gut gefiel war das Ende. An sich inhaltlich passend und packend, jedoch passierte es mir etwas zu schnell und abrupt.

Abschließend kann ich sagen, dass mich diese neue Welt total gepackt hat und ich habe ein richtiges Grinsen im Gesicht, wenn ich daran denke, wie viele Bücher aus diesem Universum ich noch kennenlernen werde! Plus eine Serie, die hoch gelobt wird und anscheinend sehr vielversprechend wirkt!
Lest die Bücher! :D
5/5 Sterne

Als Anmerkung möchte ich die von der Autorin vorgeschlagene Reihenfolge vorstellen (so sind die Bücher auch erschienen):
1.1. Shadow and Bone (Goldene Flammen)
1.2. Siege and Storm (Eisige Wellen)
1.3. Ruin and Rising (Lodernde Schwingen)

2.1. Six of Crows (Das Lied der Krähen)
2.2. Crooked Kingdom (Das Gold der Krähen)

3.1. King of Scars
3.2. Rule of Wolves

Zusatzbücher:
The Language of Thorns
The Lives of Saints
The Severed Moon

15. Januar 2021

P.C. Cast & Kristin Cast: House of Night, Band 6: Versucht


Übersetzt von Christine Blum

551 Seiten bzw. mit Leseprobe vom siebten Band 598 Seiten (HC)

Erschienen: 12.05.2011 (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2006-0 (HC)

Verlag & Quelle: S. Fischer Verlag




Ich lese diese packende Reihe seit ca drei Jahren, doch weil sich immer wieder andere tolle Bücher dazwischen drängeln dauert das Lesen der gesamten Reihe etwas länger. Aber so kann ich es länger genießen! :)
Aus versch. Gründen ist dies sogar meine erste Rezension im House of Night Universum und sie bezieht sich vordergründig natürlich auf den sechsten Band 'Versucht'.

REZENSION:
Wie bei den vorherigen Bänden war es auch hier so: Die erste Seite gelesen und ich bin voll drin. Wie nach Hause kommen. Mitreißend. Süchtig machend.
Im Ernst, jeder Band haut mich aufs Neue voll um.
Die Charaktere sind lebendig, vielschichtig und man kann mit ihnen mitlachen und-leiden, wie als ob man neben ihnen steht. Oder in deren Körper steckt. Ihre Probleme, Sorgen und Gedanken sind nachvollziehbar, logisch und emotional, auch wenn die Situationen natürlich an ihre magische Welt angepasst sind.

Die Story bleibt durchweg interessant, Spannung begleitet einen durch das ganze Buch und Abwechslung gibt's ausreichend. Man befindet sich mal hier, mal dort und in dem einen Kapitel folgt man Stevie und im nächsten Zo oder wem anderes. Der rote Faden ist klar erkennbar und das drum herum ist genauso packend und hängt in irgendeiner Form mit dem roten Faden zusammen.
Diese Reihe zählt zu den stärksten, in denen ich schnell (also nach nur wenigen Seiten) und komplett abtauchen kann. Ich vergesse alles um mich herum und die Handlung läuft nicht einfach in einem megascharfen Film vor meinem inneren Auge ab, sondern ich bin überall dabei. Teils als Zuschauer und teils hineinversetzt in die Charaktere. Was will man mehr? (außer in das Buch wortwörtlich hineinspringen..^^)

Der Schreibstil trägt echt ne Menge dazu bei! Einer der Besten, die mir je begegnet sind. Super flüssig, teils Umgangssprache, angenehm, lehrreich, emotional und mit ausreichend Tiefe.

Zum Worldbuilding, diese ist ähnlich der unseren, aber doch mit gewissen Unterschieden. Im sechsten Band lernt man etwas mehr zur internationalen Welt und auch, wenn Politik & Co nicht im Vordergrund der Handlung stehen, sind diese ausreichend logisch und interessant aufgebaut.
Die Magie, Affinitäten Jungvampyrregeln usw. sind für mich spannend, magisch und faszinierend!

Zur House of Night Welt gehören auch eine Menge erotische Szenen, heiße Typen und Liebeskummer, die auch im sechsten Band nicht fehlen. Im Vergleich zu den vorherigen Bänden ist die Erotik (angepasst an die Handlung) etwas gewichen, was dem Buch keinen Abbruch tut.

Hab ich was zu meckern? Wie bei vielen meiner Lieblingsbücher würde ich gerne mehr von den Nebenfiguren lesen, aber dann würden sie ja nicht mehr 'Nebenfiguren' heißen.. :D

Fazit ist, House of Night bleibt auch mit Beenden des sechsten Bandes eine meiner Lieblingsreihen! Krasse lebendige Charaktere, packende Handlung & mitreißender Schreibstil - süchtig machend!
5/5 Sterne, was sonst ;)

20. Dezember 2020

Laini Taylor: Zwischen den Welten, Band 1: Daughter of Smoke and Bone


Übersetzt von Anna Julia Strüh, Christine Strüh

489 Seiten (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2136-4 (HC)

Erschienen: 23.02.2012 (HC)

               www.portal.dnb.de




Ich fühlte mich in der Geschichte sehr schnell richtig wohl. Tatsächlich kamen mir die ersten paar Seiten bekannt vor, wie als ob ich diese schon einmal gelesen habe. Und ja, das Buch lag echt viiiel zu lange auf meinem SUB!

Gedanklich teile ich den Auftakt der Trilogie in drei Abschnitte:

Der erste Teil umfasst circa die ersten 160 Seiten und hat mich schnell in seinen Bann gezogen! Ansprechende, unterhaltsame Story sowie lebendige, abwechslungsreiche Charaktere. Einfach klasse. Mit Karou kam ich sehr gut zurecht und die Kreativität wie auch die Hingabe der Autorin zu ihrer erschaffenen Welt ist definitiv spürbar. Nicht zu vergessen der Schreibstil! Bsp. auf Seite 30/31 werden für  Karous Beschreibung grandiose Worte und Vergleiche gefunden; wenn man sich von Karou nicht schon vorher ein Bild gemacht hatte, dann hat man spätestens hier eine super "Anleitung". So lebendig und anschaulich!
Die Idee mit dem Laden finde ich faszinierend und konnte gar nicht genug davon lesen. Auch die Bewohner glänzen, allen voran Brimstone. Ihn mochte ich von Anfang an sehr, auch wenn ich da nicht einmal wusste, woran ich bin und während des Buches entwickelte er sich zu meiner Lieblingsfigur. :)

Zum zweiten Abschnitt muss ich leider sagen, dass der Zauber etwas verblasste. Die Geschichte verliert an Tiefe und meine größten Schwierigkeiten hatte ich mit der Entwicklung wie auch der Beziehung an sich zwischen den beiden Hauptfiguren. Ein paar Momente fühlten sich zu sprunghaft und plötzlich für mich an und vieles passierte mir zu schnell und damit wurde es nicht richtig überzeugend. Tatsächlich hat es mich ein wenig an Romeo&Julia erinnert.. Ich las diesen Teil der Geschichte gerne, doch sie hatte nichts Besonderes und konnte mit dem Anfang des Buches nicht mithalten.

Den dritten und letzten Teil setze ich bei circa +/- Seite 300 an; es wird sprunghaft besser und ehe ich es richtig bemerkte, war ich wieder voll in der Geschichte drin! Hier kommt viel Hintergrundwissen zu den Charakteren und der Welt, sodass sich Lücken schließen und das Bild im Kopf, bisher bestanden aus Vermutungen und Fragen, endlich klar zusammensetzt.

Alles in allem, das erste wie auch das letzte Drittel bescherten mir tolle Lesestunden und nur im Mittelteil hängt die Geschichte etwas durch. Man lernt ausgesprochen gute Charaktere kennen, obwohl bei einigen etwas Luft nach oben besteht. Trotz vereinzelter Spannung, welche man am meisten im letzten Abschnitt fand, konnte ich sehr gut abtauchen und die Welt um mich herum vergessen und ich freue mich schon sehr, die Folgebände zu lesen.

Ich vergebe 4/5 Sterne.

8. September 2020

Jennifer Alice Jager: Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch

40196 Fantasy und Science-Fiction Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch von Ravensburger 1
Für junge Erwachsene

448 Seiten

Hardcover

ISBN:978-3-473-40196-3

Erschienen: 27.08.2020 (HC)
                    07.08.2020 (E-book)

               www.amazon.de


Die Hauptfigur Sheera erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihr (sie wirkte anfangs etwas oberflächlich) kam ich gut mit ihr zurecht. In der ersten Hälfte des Buches wird immer wieder erwähnt, dass sie eine Diebin ist und zugegeben nervte mich das nach einer Weile, insbesondere, weil teilweise identische Wortgruppen dabei verwendet wurden.

Und wo ich einmal bei der Sprache bin: Diese ist einfach gehalten, wodurch ich sehr schnell lesen konnte. Am Anfang des Buches war der Schreibstil etwas holprig, evtl. könnte man sogar gestellt sagen, denn die Überleitungen von Sheera (was sie gerade macht/denkt) zu bspw. der Landschaft und zurück waren nicht gerade flüssig. Das zog mich immer etwas aus der Geschichte heraus. Im Laufe der Seiten wurde es besser, doch der Schreibstil könnte etwas flüssiger und angenehmer sein.

Allerdings folgen wir nicht nur Sheeras Weg, sondern begleiten auch den Kronprinzen Lysander; hier dann aber mit dem personalen Erzähler, der Fokus liegt also erkennbar bei Sheera. Welche Art von Charakter Lysander verkörpern soll lässt sich leicht erkennen, die Umsetzung hat aber nicht geklappt. Er ist mir viel zu leblos, mit einer Art künstlichen Tiefe, sodass der Funke nie übersprang und ich bis zur letzten Seite keine Emotionen, Empathie oder ähnliches für ihn entwickeln konnte.

Bevor ich zu den anderen Charakteren etwas schreibe, erst einmal zur Handlung:
Puhh, es ist das erste Buch seit langem, bei dem ich mich stellenweise etwas langweilte und die Seitenzahlen im Auge behielt. Der Einstieg, das Kennenlernen mit Sheera, war noch in Ordnung, doch der Übergang zwischen ihrem alten Leben und dem bevorstehenden Abenteuer scheiterte in meinen Augen. Es ging so schnell, teilweise wurden nur wenige Details beachtet und somit wirkte es unwirklich (Vielleicht war aber auch genau das das Ziel der Autorin?). Auch empfand ich die Abfolge der Szenen und Ereignisse vor und zu Beginn des Abenteuers als sprunghaft, wenig zielgerichtet und "mehr Quantität als Qualität". Witzigerweise musste ich anfangs bei dem Wettstreit an 'Die Tribute von Panem' denken: Junge Leute werde auserwählt, um (tödliche) Aufgaben zu meistern und nur eine kann siegen. Zudem müssen sie sich wohlgesonnene Reiche auf ihre Seite ziehen. Nicht ganz Panem, doch ich musste oft dran denken.
Die erste Aufgabe war eine Enttäuschung: Der Hintergedanke ist verständlich und super, doch es wirkte gestellt und gekünstelt. Hatte ich anfangs noch in die Geschichte hinein gefunden, war ich spätestens hier wieder raus. Die Atmosphäre ist mir immer sehr wichtig und hier gab es irgendwie kaum welche: Ich las die ersten zwei Drittel des Buches wie durch ein Fernrohr, ich fühlte nichts.
Spannung taucht im letzten Drittel endlich auf, doch vorher gab es echt keine Spur von ihr. Welcher Teil mir überhaupt nicht gefiel war der mittlere, hier war mir auch etwas langweilig und ich schaute oft nach, wie viel ich noch lesen musste.

Einiges an negativer Kritik bisher, doch das Beste kommt zum Schluss, richtig?
Das letzte Drittel hat sprichwörtlich die Kurve gekriegt und es gefiel mir endlich! Spannung gab's, Intrigen, ein paar kleine Geheimnisse und Überraschungen wurden aufgedeckt und die einleitende Wendung für all das war super und ich hatte die echt nicht kommen sehen! Ich denke jedoch, der eigentliche Hauptgrund für diese Verbesserung des Lesevergnügens waren die Charaktere. Endlich gab es Interaktion untereinander, die Figuren bekamen mehr Farbe und Leben eingehaucht und nahmen aktiv an der Handlung teil. Denn genau das fehlte auf den Seiten davor: Die Charaktere wirkten alle wie Statisten, die holprig ihren Text laut vorlasen und schlecht schauspielerten. Somit blieben mir nur Lysander und Sheera und wie ihr bereits gelesen habt, fällt Lysander für mich auch raus.

Nun zur Welt der Alben und Menschen: Ich sehe das Worldbuilding (=die erschaffene Welt) als recht simpel an, das aber trotzdem überzeugt. Es muss ja nicht immer Tolkien sein. Ich brauchte ein paar Kapitel, um mich mit der Idee der Alben anzufreunden, doch sie ist gelungen und immer überall "Elf" oder "Elb" zu lesen ist ja eintönig. Insbesondere die Nachtalben bringen Abwechslung mit. Trotz der beigefügten Karte im Buch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten mit den Entfernungen. Diese sind für mich nicht ganz aufeinander abgestimmt und ziehen die Handlung selbst damit etwas ins unwirkliche.
Auch die Magie spielt hier eine kleine Rolle, anfangs empfand ich die Darstellung als gelungen und es war auch nicht schlimm, dass dem Leser kaum etwas über die Magie, ihre Anwendung etc. berichtet wird. Doch gegen Ende passte in einer Szene das dort Geschehene in meinen Augen nicht mehr in das vorher erschaffene Bild. (Ohne schlimmen Spoiler, keine Sorge): Eine Figur macht einen total mächtigen Zauber und ist danach trotzdem noch normal ansprechbar, kann rennen, weitere Magie bewirken etc., und das, obwohl auf jeder Seite gefühlt fünfmal steht, wie schwach alle sind..? Eigentlich hätte sie schlafend und Süßigkeiten essend im Bett liegen müssen.

Alles in allem, Moonlight Touch hat mich größtenteils gut unterhalten, doch es fehlte an einigen Ecken und Kanten, somit kann ich leider nur 3/5 Sterne vergeben. Nichtsdestotrotz bin ich neugierig auf den zweiten Band, jedoch mit deutlich geringerer Lese-Priorität.

21. Mai 2020

Robert R. Brock: Vanira - Im Bann der Götter


363 Seiten

Paperback

ISBN: 978-3-7407-6570-5

Erschienen: 28.04.2020

Verlag: TWENTYSIX (Self-Publishing-Verlag)




In die Geschichte konnte ich sehr schnell eintauchen und Lisa gefiel mir von Anfang an als Protagonistin sehr gut. Sie hat ihren eigenen Kopf, geht mutig ihren eigenen Weg und besitzt eine coole Persönlichkeit; auf diese Weise gewann sie schnell meine Sympathie. Da die Handlung aus der Ich-Perspektive erzählt wird, sieht man die Welt aus ihren Augen und lernt sie so recht schnell und ebenso gut kennen. Ihre Beweggründe werden meist plausibel und verständlich dargelegt, allerdings gab es ein paar Momente, in denen Lisa sich äußerst unklug und leichtsinnig verhielt, was in diesem Maße nicht zu ihr passte. Auch bei manchen Entscheidungen konnte ich ihr Verhalten nicht immer vollends nachvollziehen.

Noah dagegen zählt zu den ruhigen, geheimnisvollen und grimmigen Charakteren, bei denen man zu Beginn nie weiß, woran man eigentlich ist. Einerseits blieb er dadurch durchweg interessant und mysteriös, andererseits empfand ich das Hin und Her etwas anstrengend, weil sich mir das Warum nicht immer erschloss.

Besonders gut gefielen mir die Nebencharaktere, welche nicht blass und dekorativ sind, sondern eine eigene Persönlichkeit haben und Charakter ausstrahlen. Vor allem Markus hat es mir angetan. Nur der 'Bösewicht' strahlte wenig Tiefe aus und konnte mich deshalb nicht richtig überzeugen.

Die Ereignisse sind treffend aufeinander abgestimmt und Spannung begleitet einen durch das gesamte Buch, mal in geringem Maße und dann wieder rasant ansteigend. Die gesamte Story ist ansprechend und packend, auch wenn es hier und da etwas ausbaufähig ist in Bezug auf Gespräche, Hintergrund und (Weiter-)Entwicklungen bei den Figuren. Das fällt einem zwar auf, doch es beeinflusst keineswegs die Handlung und das Lesevergnügen im negativen Sinne.

Hinzu kommt der Schreibstil, welcher leicht und sehr flüssig zu lesen ist, sodass die Seiten regelrecht geflogen sind!

Was ich allerdings als leicht störend empfand und mich missmutig stimmte waren die vielen grammatischen Fehler, die einem alle paar Seiten(!) begegneten. Sehr viele vergessene Kommas, ebenso viele Wörter sind falsch geschrieben, falsch getrennt oder gänzlich vergessen worden und bspw. Frau Meyer wird auf der einen Seite mit 'y' geschrieben und beim nächsten Mal mit 'ei'.

Auf den letzten Seiten bleibt die ein oder andere Frage offen, trotzdem gefällt mir das Ende verdammt gut! In erster Linie, weil es nicht so Mainstream gehalten ist und mehr Spielraum zum Träumen und Rätseln bietet. Da bereits bestätigt wurde, dass es einen zweiten Band geben wird, freue ich mich schon sehr darauf!

'Vanira - Im Bann der Götter' hat einen gelungenen Auftakt gemacht und bescherte mir schöne Lesestunden! Ich kann es klar weiterempfehlen für alle, die gerne Urban Fantasy / Romantasy mit Young Adult Elementen lesen. 4/5 Sterne

17. April 2020

Lin Rina: Animant Crumbs Staubchronik


Animant Crumbs Staubchronik 4


Ab 12 Jahren (Quelle: www.thalia.de)

552 Seiten

Softcover

ISBN: 978-3-95991-391-1

Erschienen: 20.11.2017



In einer Nacht durchgelesen - noch Fragen?


Es brauchte nur ein paar Seiten und ich war im Buch vertieft. Mit Animant freundete ich mich schnell an und folgte gerne ihren Spuren. Die Schlagfertigkeit und der Sarkasmus passen exzellent zu ihrer Persönlichkeit und an vielen Stellen sprach sie mir - und vermutlich vielen anderen Lesern - aus der Seele. Denn was sie in Büchern sieht, sehe ich ebenfalls.

Ich hatte während des gesamten Buches ein Grinsen im Gesicht - einfach weil es mir so verdammt gut gefiel! Ich vergaß alles um mich herum, entspannte mich und durchlebte den Witz, Herzschmerz und die Aufregung, als ob ich selbst Animant wäre. Und ist es nicht das Ziel eines jeden Buches, dass man darin aufgeht?

Ausgesprochen gut gefiel mir der Rhythmus der Handlung! Man folgt den Wochentagen mit ihren jeweiligen Tagesabläufen, was für eine gewisse Ruhe und Ordnung sorgt. Auch im Gesamtbild genoss ich die Atmosphäre und Stimmung sehr, welche außerordentlich gut durch die Erzählweise bewirkt und dank des super flüssigen und angenehmen Schreibstils begünstigt wurden. Spannung trifft man kaum an, doch Staubchronik kommt sehr gute ohne diese aus.

Mr Reed stieg bereits beim Kennenlernen auf meiner Skala all meiner Lieblingscharaktere weit nach oben. Zunächst faszinierte und interessierte er mich, schnell wurde ich immer neugieriger und auf einmal, lange bevor ich überhaupt die Hälfte des Buches erreichte, war er bereits fest in meinem Herzen eingeschlossen. Eine überragende Figur!

Ebenso gefällt es mir, wie authentisch die Autorin die Verliebtheit und die Liebe an sich darstellt. Mit vielen Fragen, die sich Animant im Laufe der Zeit selber stellt, Unsicherheit, Verwirrtheit und Selbstbewusstsein.

Doch ein wenig Kritik muss ich leider ausüben: Das Ende ist enttäuschend. Besser ausgedrückt, das Ende an sich ist voll in Ordnung, doch WIE es passiert und geschildert wird passt überhaupt nicht zum Rest des Buches und bleibt den Figuren nicht treu. Es erweckt den Eindruck, dass die Autorin keine Lust mehr hatte und schnell alles aufschreiben wollte.
Wohlgemerkt, ich spreche hier von den letzten circa 30-50 Seiten (je nachdem wo man die Grenze ziehen möchte) und damit bleiben immer noch 500 überwältigende Seiten voller Sarkasmus, Gefühlen und Erwachsen werden.

Eines noch: Je länger man sucht, desto mehr negative Kritik kann man finden. Doch ganz ehrlich? All diese "Fehler" sind mir egal, weil es rundum eine wunderschöne Geschichte ist und mir verdammt gut gefallen hat!

Ich kann dieses Buch von ganzem Herzen weiterempfehlen! 5/5 Sterne

22. März 2020

Stella Tack: Night of Crowns, Band 1: Spiel um dein Schicksal


 

Ab 14 Jahren (Quelle: www.thalia.de)

475 Seiten

Klappenbroschur

ISBN: 978-3-473-58567-0

Erschienen: 22.01.2020

Quelle: www.ravensburger.de




Menschen, die Figuren eines Schachspiels verkörpern? Zwei Schlösser, die ein tödliches Schach spielen, weil sie verflucht sind? Mega!

Dank zwei überzeugender und humorvollen Figuren, die verzweifelt eine Party irgendwo im Nirgendwo suchen, fiel mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht und so konnte ich dieser schnell folgen. 
An dieser Stelle muss ich bereits auf den Schreibstil hinweisen, welcher mir sofort positiv aufgefallen war und mir sehr gut gefällt. Dieser ist treffend, an die Jugend angepasst und an den richtigen Stellen voller Emotionen oder Sarkasmus oder was auch immer gerade passiert. Wortwahl ebenfalls erstklassik. Tatsächlich erinnert er mich etwas an die 'House of Night' Bücher von P.C. Cast und Kristin Cast (und deren Schreibstil liiebe ich!)

Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und ich muss ehrlich sagen, dass ich keine einzige Seite langweilig fand. Ständig passierte etwas, aber nicht zu viel, die Handlung wirkte also nicht überladen. Es bleibt durchweg interessant, man möchte immer mehr erfahren und die Charaktere sind echt super aufeinander abgestimmt. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, sind aber zum Glück nicht platt, sondern vielschichtig, weithin tiefgründig (bei manchen ist noch Potenzial) und die ein oder andere Figur - angefangen natürlich mit Alice, aber auch Grave - habe ich direkt beim Kennenlernen ins Herz geschlossen. (Ausgenommen den weißen König, ihn kann ich von Anfang an nicht ausstehen. Und dabei ist er so genial geschrieben, dass ich ihn nur umso mehr nicht leiden kann.)
Hier allerdings zu einem kleinen Kritikpunkt: Ich hätte gerne bereits in diesem Band alle Bauern kennengelernt, oder wenigstens die meisten und nicht nur einen kleinen Teil. Da muss ich mich wohl leider auf den zweiten Band gedulden müssen.

Die wohl beste Idee der Autorin war es, einen sprechenden, vor Sarkasmus triefenden Kater der Geschichte hinzuzufügen. Ich liebe Curse über alles und musste bei vielen Szenen schmunzeln, wenn nicht gar laut loslachen.

Mir hat wirklich (fast) das ganze Buch berauschend gut gefallen; von der ersten bis zur letzten Seite alles clever aufgebaut, glaubwürdig verfasst, lebendige Figuren, toller Handlungsort!
Nun aber zu dem "fast": Bei einer Szene bin ich immer noch am grübeln, denn Alice auflodernder, tiefer Hass gegenüber dem einen König bei ihrer ersten Begegnung kann ich nicht ganz verstehen. Abneigung, Zorn und "normalen" Hass verstehe ich angesichts der Situation voll und ganz, doch, ich zitiere, "heiß, lodernd und abgrundtief schwarz" sind in meinen Augen eine kleine Übertreibung. Das mag vielleicht meckern auf hohen Niveau sein, doch beim Lesen stolperte ich heftig über diesen Satz und konnte ihn einfach nicht richtig nachvollziehen. 

Während des Lesens hatte ich so einige Theorien bzgl. des Fluches, über seine Entstehung, wie man ihn brechen kann usw., doch das tatsächliche Ende des ersten Bandes hat mich überrascht. Aber ich finde dieses genial, so wird es deutlich interessanter und spannender im nächsten Band!
Wie bei vielen Büchern heutzutage gibt es auch hier einen Cliffhanger, den ich allerdings als relativ mild empfinde.. Auch wenn ich bereits gemerkt habe, dass die meisten Leser mir in diesem Punkt nicht zustimmen.. Hehe Ansichtssache halt.

Insgesamt entscheide ich mich für 4,5/5 Sterne!

Eines muss ich leider noch loswerden (fließt nicht in die Rezension mit ein):
Mein Exemplar ist die 1. Auflage 2020 und hier gibt es echt viele Grammatikfehler. Es fehlen Wörter, Satzschlusszeichen oder es stehen falsche Wörter da, wie z.B. "ich", doch da müsste meines Ermessens "nur" stehen, mit "ich" ergibt der Satz jedenfalls keinen Sinn. Das finde ich doch recht traurig, vor allem bei einem so großen Verlag. Klar kann ein Fehler mal unterlaufen, doch so häufig ist es mir lange nicht mehr passiert.