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31. Dezember 2020

Garth Nix: Die Schlüssel zum Königreich, Band 1: Schwarzer Montag


Übersetzt von Axel Franken

348 Seiten (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch

ISBN: 978-3-431-03712-8 (HC)

Erschienen: 18.12.2006 (HC)

Quelle: Amazon



 Ich bin so erleichtert, zuerst meine Energie darauf fokussiert zu haben, alle sieben Bände als HC in gutem Zustand zu finden und zu kaufen. Denn das kostete mich fast zwei Jahre! Schade, dass ich die Reihe anschließend für eine viel zu lange Zeit auf den SUB legte.

REZENSION:

Mit dem Anfang des Buches hatte ich ein wenig zu kämpfen. Es wirkte zunächst wie eine buntgemixte Fantasiewelt ohne Struktur. Der Erzählstil half mir, obgleich dieser noch nicht super flüssig war und hier und da ein wenig stockte. Mit den anfänglichen Ereignissen hatte ich meine Schwierigkeiten, weil ich wenig verstand, sodass sich meine Neugier im Zaum hielt.. Wenn man dann der Hauptfigur begegnet wird alles etwas besser und klarer, aber als packend leider nicht zu bezeichnen.
Zum Glück las ich weiter, denn nach dem ersten Drittel wurde es besser und besser! 

Ich fange direkt mal an, über die erschaffene Welt zu schwärmen: Die Ideen des Autors sind kreativ, erfrischend, unterhaltsam und neu. Für mich jedenfalls gibt's ein paar Dinge, die mir in dieser Form noch nicht begegnet sind. Am Meisten liebe ich die Einarbeitung der Wochentage wie auch der Zeit. Aber zu viel möchte ich nicht verraten, lest selbst!

In der Mitte des Buches gab es ein paar Szenen, wo meine Vorstellungskraft ein wenig versagte, weil die Beschreibungen kein klares Bild zaubern wollten. Ich würde das mal vorsichtig auf die Wortwahl/ den Schreibstil des Autors schieben, allerdings hatte ich auf allen anderen Szenen einen tollen Film vor dem inneren Auge laufen! Wie als ob ich live dabei wäre! So soll's sein. :)
Ansonsten ist der Schreibstil echt gut und die Seiten flogen regelrecht.

Bei den Charakteren hört die Fantasie nicht auf und ich finde ausnahmslos alle überzeugend und lebendig. Okay, ein paar könnten noch etwas mehr Tiefe vertragen, aber es kommen ja noch sechs Bände für die weitere Charakterentwicklung. Es gab wirklich keine Figur, die schlecht gewählt/ kreiert wurde. Auch gefällt es mir, dass Gute und Böse nicht (immer) klar voneinander abzugrenzen sind. Wie das Leben halt so ist, man muss alles aus mehreren Perspektiven betrachten.

Auch begegnen einem ein paar Zeichnungen (von Daniel Ernle), die mir trotz ihrer Schlichtheit sehr gut gefallen und die Geschichte passend begleiten.

An dieser Stelle in Erinnerung gerufen, dass es ja 'eigentlich' ein Kinderbuch ist.. Ehm Stop! Für Erwachsene eine ebenso magische Geschichte meiner Meinung nach!

Und dabei ist das hier der ERSTE Band, ich kann also noch sechs weitere Bände lesen. Also wenn die genauso gut werden wie die zweite Hälfte von diesem hier, dann muss die Reihe ein paar Regalböden nach oben wandern, wo man sie besser sehen kann. :)

Final gesehen, der erste Band ist ein überzeugender und packender Auftakt und ich bin sehr glücklich, die Folgebände schon im Regal stehen zu haben. Der Anfang war zwar etwas holprig, doch man wird belohnt, wenn man durchhält. Fantasievoll, spannend, unterhaltsam, kreativ!
Ich vergebe 4/5 Sterne.

27. Oktober 2020

Christian Nowag: Lucci und der Schatten des Phönix


Empfohlenes Leseniveau 4 - 12 Jahre

312 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 9798655129535

Erschienen: 12.07.2020




Ein Buch, dass mich lange beschäftigte, denn ich brauchte leider sehr lange, um es zu lesen. Der Klappentext wie auch das Cover sprachen mich an, doch die Freude schwand nach wenigen Seiten.

Zunächst zum Schreibstil; dieser ist einfach gehalten und oft auch flüssig zu lesen. Doch mit der Sprache hatte ich meine Schwierigkeiten, weil die wörtliche Rede/ Gespräche manchmal komisch oder übertrieben wirkte(n), zudem ist die Wortwahl nicht immer überzeugend und manchmal fraglich. Ich meine, das Buch ist ein Kinder- und Jugendbuch (laut Amazon Leseniveau 4-12 Jahre), doch bereits zu Beginn gibt es eine mehrfach wiederkehrende unschöne Beschreibung eines Mannes, die ich ekelhaft und kritisch sehe, weil dieser fettleibig, dreckig und mit Essensresten bedeckt ist. Vielleicht hat mich diese Szene auch nur deshalb so getroffen, weil ich bei diesem Buch nicht mit sowas gerechnet hatte.
Ansonsten war der Schreibstil entlang der Geschichte manchmal etwas durcheinander und abgehakt, an sich aber gut zu lesen und die Handlung konnte ich gut als Film vor dem inneren Auge abspielen lassen.
Die Namen der Figuren waren eine wilde Mischung aus allem, soweit okay, doch ein paar empfand ich als albern. Vielleicht bin ich echt zu alt für das Buch (wobei ich ja Kinder- und Jugendbücher wirklich gerne lese und schätze), doch "König Pipiwaschiwokaka", abgekürzt mit "Pipikaka" sowie Oma/Opa "Pickelpo", ich weiß nicht..

Die Charaktere sind vielfältig und verschieden, insbesondere die Bösen fand ich ziemlich cool und unterhaltsam. Trotzdem fehlt es allen an Tiefe, doch ich denke, Kinder werden von den Charakteren begeistert sein. Welche Figur mir leider überhaupt nicht gefällt, ist die Hauptfigur Lucci. Der Junge ist so krass naiv; an manchen Stellen war er dadurch recht unterhaltsam geworden, doch die meiste Zeit nervte er mich. Allerdings denke ich, dass der Autor diese Buchfigur absichtlich so geschrieben hat und ein Ziel verfolgt und damit verschiedene Interpretationen möglich sind. In meinen Augen könnte er die Unschuld/ Reinheit eines Kindes darstellen, weil er mit seinem Umfeld liebevoll, ehrlich und ohne böse Gedanken umgeht.

Während des Lesens begegnen einem viele verschiedene fantastische Elemente, vom sprechenden Affen über magische Geschöpfe und Pflanzen bis hin zu einem Mann, der in einem Wal lebt oder Männer, die einen Amboss oder Anker mit sich herumtragen. Vieles gefällt mir sehr gut, doch es hätte weniger sein können, denn die Welt wirkte auf mich etwas überladen und unstrukturiert.

Die erste Hälfte des Buches fiel mir schwer, denn auch die Story wirkte nicht ganz einheitlich und der rote Faden war zwar spürbar, aber nicht richtig greifbar. Die Handlung macht gerne mal kleine Sprünge oder kommt teilweise nicht auf eine halbwegs realistische/ glaubhafte Ebene. Doch ab der Mitte wird es besser, das letzte Drittel gefiel mir sogar gut und ich las es überraschend in einem Stück. Man bemerkt auf jeden Fall die positive Entwicklung des Autors vom ersten bis zum letzten Kapitel. 
Am Ende ist die Story einigermaßen interessant; Kampfszenen können sogar fesseln; die meisten Charaktere wirken etwas lebendiger/ näher und die Sprache wird ebenfalls angenehmer.

Ich empfinde dieses Werk zwar als unausgereift, dennoch haben die Geschichte wie auch der Autor eine gute Basis gelegt und viel Potenzial ist vorhanden! Die letzten Kapitel waren jedenfalls vielversprechend!
Alles in allem kann ich nur 2/5 Sterne vergeben.

31. Juli 2020

Ross MacKenzie: Immernacht

Übersetzt von Kanut Kirches

Ab 11 Jahren

350 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-407-75485-1

Erschienen: 22.07.2020

Quelle: www.beltz.de


Mit vielen kleinen Kapiteln folgt man überschaubar den Wegen und Schicksalen der sehr lebendig wirkenden Charaktere. Und da bin ich gleich schon bei einem Punkt, der mir außerordentlich gut gefällt: Auch wenn die Hauptfigur Lara Fox ist, spielen viele weitere Figuren eine wichtige Rolle, sodass man in dem einen Kapitel Hier und im nächsten Dort ist. Dadurch wird es deutlich abwechslungsreicher, man lernt verschiedene Blickpunkte kennen und kommt den Figuren näher. Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seiten, sind recht gut voneinander abgegrenzt und das verstärkt in meinen Augen den Lesefluss wie auch die Begeisterung und Neugierde für das Abenteuer.

Gefördert wird das durch den Schreibstil, denn dieser ist super angenehm und leicht zu lesen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.

Die erschaffene Welt ist ebenso gelungen, vor allem die Kanalisation als einer der wichtigsten Handlungsorte ist interessant und anschaulich umgesetzt worden. Obendrein ist eine spannende Zeit gewählt worden; Pistolen gibt es schon, jedoch keine Autos - dafür aber mechanische Uhrwerke, angehaucht mit Magie. Was gibt es besseres?
Richtig faszinierend fand ich die Kreativität der Zauberstäbe, also wie diese angewendet und nachgeladen werden müssen! Viel mehr Beweise braucht es nicht, um zu erkennen, dass wir uns im tollen Steampunk Genre befinden, angereichert mit Fantasy-Elementen.

Wie bereits angedeutet, die Ereignisse sind spannend aneinander gereiht, haben mich sehr gut unterhalten und es gab sogar ein, zwei Wendungen, die mich positiv überrascht haben. Langeweile gibt's hier nicht!

Jedoch konnte ich die Entscheidung des Konzils nicht ganz nachvollziehen, in meinen Augen wirkte es, als ob man hier etwas mehr Action erzeugen wollte - und das scheitert mangels handfester Erklärung.

Zudem wurden ein paar der traurigen / etwas nachdenklichen Szenen mit zwei, drei Sätzen "abgearbeitet". Hier hätte ich mir mehrere emotionalere Sätze gewünscht. An den meisten Stellen wurde dies passend für Kinder umgesetzt, doch bei den besagten Szenen hätte man es entweder ganz weglassen oder ausführlicher behandeln können. Doch vielleicht nehme ich es als Erwachsene zu genau und für ein Kinderbuch ist diese Einstufung in Ordnung.


Großes Lob gibt es für das Ende! Dieses hat einen guten Abschluss, die meisten Fragen werden beantwortet, doch ein paar Punkte bleiben offen, was mir ausgesprochen gut gefällt. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, sondern es liegt an uns, was wir aus der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit machen und wie wir sie nutzen möchten, schließlich wartet eine ganze Welt da draußen auf uns - mit vielen potenziellen Freunden.

Bei 'Immernacht' handelt es sich um ein gelungenes, magisches Kinder- und Jugendbuch, dass mir schöne Lesestunden beschert hat und ich kann es definitiv weiterempfehlen! 4,5 / 5 Sterne (aufgerundet bei manchen Websites 5/5 Sterne)

7. Juni 2020

Sascha Blum: Fünfzehn, Band 1: Das vergessene Fürstentum

FÜNFZEHN - Das vergessene Fürstentum (Band 1) von [Sascha Blum]
242 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 979-8-6277-4032-4

Erschienen: 21.03.2020

Verlag: OZALINO (Self-Publishing-Verlag)

Quellen: www.ozalino.de
www.amazon.de


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht und schnell fingen die Seiten zu fliegen an! Denn der Schreibstil ist super leicht und flüssig zu lesen.

Mit Arek als Hauptfigur freundete ich mich sofort an. Er ist ein lieber, aufgeweckter und pflichtbewusster Junge, bei dem man trotz der geringen Anzahl an Seiten - nur 242 - im Laufe der Handlung eine glaubwürdige Charakterentwicklung beobachten kann.
Die anderen Figuren glänzen ebenso strahlend, denn diese sind alle gut herausgearbeitet und wirken richtig lebendig. Jeder hat seine besonderen Eigenschaften: Brady sorgt für Humor (dieser hat mich viele Male zum Lachen gebracht!), Mung macht Ärger und wirbelt einige Fragen auf und Matteo, einer meiner beiden Lieblingscharaktere, ist ein geduldiger, immer freundlicher Junge, der sich mit der Natur bestens auskennt. Aber auch Meister Trux, Lieblingscharakter Nr. 2, sticht mit seinen Eigenschaften hervor und ist ein sehr faszinierender, mysteriöser und allem Anschein nach allwissender Charakter. Manchmal hat er mich echt ein wenig an Dumbledore erinnert!

Ein großer und wichtiger Bestandteil bildet der Unterricht, welcher hervorragend von den Autorinnen ausgearbeitet wurde. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit dahinter steckt und das Ergebnis ist top gelungen! Spannend. Lehrreich. Kreativ.

Zunächst wird man etwas in die Irre geführt, in welcher Zeit die Saga spielt, hier bin ich wirklich sehr gespannt, was das für Auswirkungen auf die zukünftigen Bände hat.

Die Handlung ist mit Seite eins beginnend abwechslungsreich und unterhaltsam, langweilige Stellen gibt's nicht! Zum Einen ist der Unterricht wie bereits geschrieben genial, zum Anderen gibt es viel spannende und coole Interaktionen unter den Mitschülern wie auch mit anderen Bewohnern der Akademie, wie es eben auf einem Internat üblich ist. Einzig die Kommunikation mit Schülern aus den oberen Stufen vermisste ich nach einer Weile, es wirkte fast so, als ob diese mit den Neulingen nicht reden und sie einfach ignorieren..

Mein wichtigster Kritikpunkt sind jedoch die Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Entfernungen und allgemein der gesamten Schule. Das hätte ruhig ausführlicher sein können und manches fehlte auch gänzlich, bspw. habe ich nicht herausgefunden, wo die Mensa liegt. Vieles konnte ich mir nur sehr schlecht vorstellen und sowas stört mich dann, weil ich auf diese Weise Probleme bekomme, die Handlung bildhaft vor meinem Kopf abspielen zu lassen oder auch selber gedanklich durch die Akademie zu laufen.

Großes Lob geht an das Ende, denn trotz meiner vielen Überlegungen und Vermutungen, die nicht mal soo falsch waren, gab's trotzdem eine tolle Überraschung. Und das Beste ist, dass diese nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern sich gut einfügt und plausibel erklären lässt.

Zum Schluss möchte ich noch den Wunsch äußern, bitte eine Heulgurke zu bekommen! Eine Pflanze, die menschenbezogen ist, knurrt, schnurrt und mega schnell wächst - Areks Heulgurke ist mir echt sympathisch geworden! :D

Den Auftakt der Concordia-Saga kann ich wärmstens weiterempfehlen und ich vergebe 4,5/5 Sterne(aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)

2. April 2020

Victoria Schwab: City of Ghosts, Band 1: Die Geister, die mich riefen

Übersetzt von Tanja Ohlsen

Ab 10 Jahren

288 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-570-17653-5

Erschienen: 28.10.2019

Quelle: www.randomhouse.de



Ein paar gelesene Seiten reichten aus, und ich war berührt von der aufrichtigen Freundschaft und Vertrautheit zwischen den beiden Hauptfiguren. Das Band zwischen den beiden hat die Autorin echt gut dargestellt. Bitte mehr davon!

Der Lesefluss war von Beginn an angenehm und flüssig, ins stocken bin ich kein einziges Mal geraten. Alles in allem ist die Sprache natürlich einfach gehalten, weil es sich um ein Kinderbuch handelt.

Wir lernen die Geschichte aus Cassidys Blickwinkel kennen und die Art, wie die Autorin die Kommunikation zwischen Jacob und Cass eingebaut hat, hat mich positiv erstaunt. Genial, unterhaltsam und informativ geschrieben. Denn während sie erzählt, kann Jacob ihre Gedanken lesen und reagiert auf die ein oder andere Aussage, meist sehr humorvoll.

Auch gefällt es mir, dass diverse Comics namentlich erwähnt werden sowie auch Harry Potter an einigen Stellen. In diesem Umfang hat es gut zur Geschichte und zur Protagonistin gepasst.

Während Cassidy Geister sehen und mit ihnen sprechen kann, schreiben ihre Eltern erfolgreich Bücher über Geister. Oftmals kam es zu amüsanten und lustigen Stellen, wenn die Familie (zusammen mit Jacob) im gleichen Raum war.

Alle Figuren, Erläuterungen wie auch das Böse selbst konnten mich voll und ganz überzeugen und die Handlung blieb durchweg spannend, geheimnisvoll und zugleich witzig und locker. Zudem wecken ein paar unbeantwortete Fragen sowie ein geheimnisvoller Hinweis bzgl. Jacob am Ende des Buches noch größeres Interesse auf den Folgeband.

Ich habe tatsächlich nichts an dem Buch auszusetzen, es waren richtig schöne und gut investierte Lesestunden. Ein toller Auftakt der geplanten Trilogie, volle 5/5 Sterne!

26. März 2020

Katherine Applegate: Endling, Band 1: Die Suche beginnt


Coverbild Endling (1)<br>Die Suche beginnt von Katherine Applegate, ISBN-978-3-423-64062-6

Übersetzt von Ulli und Herbert Günther

Ab 11 Jahren


384 Seiten


Hardcover


ISBN: 978-3-423-64062-6


Erschienen: 21.02.2020


Quelle: www.dtv.de



Tobble ist der treueste Freund, den man finden kann!


Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und lässt nach nur wenigen Seiten das Herz schwerer werden. Byx berichtet von ihrem Leben, dass es nur noch wenige der Dalkins, ihrer Art, gibt, versammelt in einem einzigen Rudel. Auch erzählt sie von ihrer Familie, dass sie das schwächste und kleinste ihrer Geschwister ist und wie sie still und heimlich von einem Ort zum Anderen ziehen, ängstlich, hungrig und ihrem Schicksal ergeben. Man fühlt richtig mit Byx mit und möchte sie unbedingt näher kennenlernen.


Das Buch ist in fünf Teile gegliedert mit jeweils kurzen Kapiteln und passenden Überschriften. In dieser Form fördert es meines Erachtens den Lesefluss und auch der Schreibstil ist leicht und verständlich gewählt und sehr flüssig zu lesen.


Der Leser wird in eine magische, ideenreiche Welt geführt, mit neuen Kulturen, Sprachen, fremden Tieren bzw. Arten. An dieser Stelle macht sich der Vorteil bemerkbar, dass die Autorin sich in erster Linie an Kinder richtet. Man wird nicht zugeschüttet mit komischen Namen, Seitenweise Erläuterungen etc. Es ist übersichtlich gehalten, bleibt aber dennoch interessant und fantasievoll und die Neugierde wird durch kleinere, zusammengefasste Erzählungen hier und da gestillt. Eine sehr gute Mischung, gefällt mir richtig gut! 

Dementsprechend sind auch Unterhaltungen, Reden, Verhandlungen usw. nicht allumfassend, doch die Handlung an sich und die Beweggründe der Charaktere bleiben gut durchdacht und nachvollziehbar. Auch die Karte am Anfang/Ende des Buches war sehr hilfreich und ist schön gestaltet.

Die kleine Gruppe von Freunden ist wie so oft eine bunte Mischung aus den verschiedensten Charakterzügen und Arten und jeder Einzelne spielt seine Rolle sehr gut. Sie werden einem schnell sympathisch, man lacht und leidet mit ihnen mit, einfach, weil alle so überzeugend gut dargestellt sind.


Im Verlauf der Geschichte merkt man aber, dass es sich zwar um ein Kinderbuch handelt, es aber schwierige und tiefgründige Themen beinhaltet. Damit meine ich nicht nur die bewusste Auslöschung oder besser Vernichtung einer Art durch den Menschen, sondern auch Gewalt beinhaltende und leicht blutige Szenen. Ein Bsp. habe ich mal herausgesucht: "Sie haben ihn tagelang über einem schwelenden Feuer geröstet. Er schrie vor Schmerzen, bis sie ihm endlich den Kopf abschlugen." Ich denke, jedem 11-jährigen Kind kann man dieses Buch nicht in die Hand drücken.


Trotzdem ist der Autorin hier ein verdammt gutes Kinder-/Jugendbuch gelungen, mit viel Witz, Tiefgang, reichlich Fantasy und im Mittelpunkt die Freundschaft stehend.

Eine klare Empfehlung, auch für Erwachsene!  5/5 Sterne

2. Mai 2019

Theresa Czerny: Die Pferde von Eldenau, Band 1: Mähnen im Wind


Ab 12 Jahren

304 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-7348-5038-7

Erschienen: 17.07.2018





Rezension:

Wer kennt es nicht: Man sieht ein Buch mit einem sehr schönen Cover im Buchladen stehen und muss es unbedingt in den Händen halten oder noch besser gleich mitnehmen. Jedes Mal stellt sich natürlich die Frage, ob der Inhalt genauso überzeugen kann wie das Cover bzw. ob das Cover inhaltlich überhaupt passt und diesen gut repräsentiert. So ähnlich ging es mir bei dem ersten Buch der Autorin Theresa Czerny - und ich wurde nicht enttäuscht!

Die Geschichte beginnt mit einem Ausritt, der aus Fridas Perspektive erzählt wird. Danach wechselt die Erzählperspektive zwischen Frida und Jannis mit jedem neuen Kapitel, etwas, dass mir sehr gut gefällt, weil es so abwechslungsreicher wird und man den Blickwinkel der zwei Protagonisten besser miterleben und nachvollziehen kann. Zu Anfang hatte ich allerdings kleine Schwierigkeiten, weil die Kapitel recht kurz sind und ich mich immer wieder auf die neue Perspektive einstellen musste. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und fand auch Gefallen, weil man so fast jede Situation aus beiden Sichtweisen kennen lernen konnte.

Auf eine lange Einleitung hat Frau Czerny zu meiner Freude verzichtet, denn es wird nach nur wenigen Seiten spannend, als die Hauptcharaktere sich zum ersten Mal begegnen und Frida misstrauisch wird, ob der unbekannte Junge ihr Pferd kaufen will. Bereits an dieser Stelle gefiel mir der flüssige Schreibstil, mit dem man das Buch nicht nur sehr schnell durchlesen, sondern sich auch die Handlungsorte sowie Mimik und Gestik der Figuren gut vorstellen kann. Mit anderen Worten: Bereits beim Aufschlagen des Buches wurde ich in die Geschichte hineingesaugt!

Wie so üblich trifft man die verschiedensten Charaktere an, welche alle ihre Rolle gut spielen und damit durchgehend überzeugend sind. Beispielsweise fallen mir Annika ein, welche ich lustigerweise vom ersten Moment an nicht leiden konnte und Max, welcher sich zu meiner Lieblingsfigur entwickelt hat. Ich hoffe, er wird auch im Folgeband mit dabei sein. Sehr sympathisch sind mir auch alle Familienmitglieder von Frida und wie diese zusammen interagieren. Bei einigen Szenen musste ich schnell schmunzeln!

Neben Ponys, interessanten Gelassenheitsübungen und coolen Ausritten gibt es auch reichlich Themen über Freundschaft, realitätsbezogene Familienprobleme sowie kleine Liebesgeschichten und Alltagssorgen, wie beispielsweise Schulnoten und nervige Lehrer. Mir hat es schon immer richtig gut gefallen, den Alltag der Figuren mit in Büchern einzubeziehen, weil so die gesamte Story realistischer und vertrauter wirkt und man sich noch ein wenig mehr mit den Charakteren auseinander setzen und diese kennen lernen kann. Der Leser oder die Leserin kann sich somit deutlicher mit den Charakteren identifizieren. 

Im letzten Drittel wird es verdammt spannend, als die Protagonisten sich zusammen raufen, um das Geheimnis über Daris Verhalten aufzuklären und Jannis zu helfen. Dazu gab es ein paar unvorhergesehene Wendungen, sodass es mich schnell an einen Krimi für Jugendliche erinnert hat und die Autorin hat den Krimi-Anteil sehr gut in der Handlung verarbeitet.

Alles in allem ein super Jugendbuch, bei dem mit Sicherheit auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen können. Der erste Band der Reihe „Die Pferde von Eldenau“ hat mir sehr schöne Lesestunden beschert und ich sollte mir schleunigst den zweiten Band zulegen!

Ich vergebe sehr gerne 5 von 5 Sterne!