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31. Dezember 2020

Garth Nix: Die Schlüssel zum Königreich, Band 1: Schwarzer Montag


Übersetzt von Axel Franken

348 Seiten (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch

ISBN: 978-3-431-03712-8 (HC)

Erschienen: 18.12.2006 (HC)

Quelle: Amazon



 Ich bin so erleichtert, zuerst meine Energie darauf fokussiert zu haben, alle sieben Bände als HC in gutem Zustand zu finden und zu kaufen. Denn das kostete mich fast zwei Jahre! Schade, dass ich die Reihe anschließend für eine viel zu lange Zeit auf den SUB legte.

REZENSION:

Mit dem Anfang des Buches hatte ich ein wenig zu kämpfen. Es wirkte zunächst wie eine buntgemixte Fantasiewelt ohne Struktur. Der Erzählstil half mir, obgleich dieser noch nicht super flüssig war und hier und da ein wenig stockte. Mit den anfänglichen Ereignissen hatte ich meine Schwierigkeiten, weil ich wenig verstand, sodass sich meine Neugier im Zaum hielt.. Wenn man dann der Hauptfigur begegnet wird alles etwas besser und klarer, aber als packend leider nicht zu bezeichnen.
Zum Glück las ich weiter, denn nach dem ersten Drittel wurde es besser und besser! 

Ich fange direkt mal an, über die erschaffene Welt zu schwärmen: Die Ideen des Autors sind kreativ, erfrischend, unterhaltsam und neu. Für mich jedenfalls gibt's ein paar Dinge, die mir in dieser Form noch nicht begegnet sind. Am Meisten liebe ich die Einarbeitung der Wochentage wie auch der Zeit. Aber zu viel möchte ich nicht verraten, lest selbst!

In der Mitte des Buches gab es ein paar Szenen, wo meine Vorstellungskraft ein wenig versagte, weil die Beschreibungen kein klares Bild zaubern wollten. Ich würde das mal vorsichtig auf die Wortwahl/ den Schreibstil des Autors schieben, allerdings hatte ich auf allen anderen Szenen einen tollen Film vor dem inneren Auge laufen! Wie als ob ich live dabei wäre! So soll's sein. :)
Ansonsten ist der Schreibstil echt gut und die Seiten flogen regelrecht.

Bei den Charakteren hört die Fantasie nicht auf und ich finde ausnahmslos alle überzeugend und lebendig. Okay, ein paar könnten noch etwas mehr Tiefe vertragen, aber es kommen ja noch sechs Bände für die weitere Charakterentwicklung. Es gab wirklich keine Figur, die schlecht gewählt/ kreiert wurde. Auch gefällt es mir, dass Gute und Böse nicht (immer) klar voneinander abzugrenzen sind. Wie das Leben halt so ist, man muss alles aus mehreren Perspektiven betrachten.

Auch begegnen einem ein paar Zeichnungen (von Daniel Ernle), die mir trotz ihrer Schlichtheit sehr gut gefallen und die Geschichte passend begleiten.

An dieser Stelle in Erinnerung gerufen, dass es ja 'eigentlich' ein Kinderbuch ist.. Ehm Stop! Für Erwachsene eine ebenso magische Geschichte meiner Meinung nach!

Und dabei ist das hier der ERSTE Band, ich kann also noch sechs weitere Bände lesen. Also wenn die genauso gut werden wie die zweite Hälfte von diesem hier, dann muss die Reihe ein paar Regalböden nach oben wandern, wo man sie besser sehen kann. :)

Final gesehen, der erste Band ist ein überzeugender und packender Auftakt und ich bin sehr glücklich, die Folgebände schon im Regal stehen zu haben. Der Anfang war zwar etwas holprig, doch man wird belohnt, wenn man durchhält. Fantasievoll, spannend, unterhaltsam, kreativ!
Ich vergebe 4/5 Sterne.

27. Oktober 2020

Christian Nowag: Lucci und der Schatten des Phönix


Empfohlenes Leseniveau 4 - 12 Jahre

312 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 9798655129535

Erschienen: 12.07.2020




Ein Buch, dass mich lange beschäftigte, denn ich brauchte leider sehr lange, um es zu lesen. Der Klappentext wie auch das Cover sprachen mich an, doch die Freude schwand nach wenigen Seiten.

Zunächst zum Schreibstil; dieser ist einfach gehalten und oft auch flüssig zu lesen. Doch mit der Sprache hatte ich meine Schwierigkeiten, weil die wörtliche Rede/ Gespräche manchmal komisch oder übertrieben wirkte(n), zudem ist die Wortwahl nicht immer überzeugend und manchmal fraglich. Ich meine, das Buch ist ein Kinder- und Jugendbuch (laut Amazon Leseniveau 4-12 Jahre), doch bereits zu Beginn gibt es eine mehrfach wiederkehrende unschöne Beschreibung eines Mannes, die ich ekelhaft und kritisch sehe, weil dieser fettleibig, dreckig und mit Essensresten bedeckt ist. Vielleicht hat mich diese Szene auch nur deshalb so getroffen, weil ich bei diesem Buch nicht mit sowas gerechnet hatte.
Ansonsten war der Schreibstil entlang der Geschichte manchmal etwas durcheinander und abgehakt, an sich aber gut zu lesen und die Handlung konnte ich gut als Film vor dem inneren Auge abspielen lassen.
Die Namen der Figuren waren eine wilde Mischung aus allem, soweit okay, doch ein paar empfand ich als albern. Vielleicht bin ich echt zu alt für das Buch (wobei ich ja Kinder- und Jugendbücher wirklich gerne lese und schätze), doch "König Pipiwaschiwokaka", abgekürzt mit "Pipikaka" sowie Oma/Opa "Pickelpo", ich weiß nicht..

Die Charaktere sind vielfältig und verschieden, insbesondere die Bösen fand ich ziemlich cool und unterhaltsam. Trotzdem fehlt es allen an Tiefe, doch ich denke, Kinder werden von den Charakteren begeistert sein. Welche Figur mir leider überhaupt nicht gefällt, ist die Hauptfigur Lucci. Der Junge ist so krass naiv; an manchen Stellen war er dadurch recht unterhaltsam geworden, doch die meiste Zeit nervte er mich. Allerdings denke ich, dass der Autor diese Buchfigur absichtlich so geschrieben hat und ein Ziel verfolgt und damit verschiedene Interpretationen möglich sind. In meinen Augen könnte er die Unschuld/ Reinheit eines Kindes darstellen, weil er mit seinem Umfeld liebevoll, ehrlich und ohne böse Gedanken umgeht.

Während des Lesens begegnen einem viele verschiedene fantastische Elemente, vom sprechenden Affen über magische Geschöpfe und Pflanzen bis hin zu einem Mann, der in einem Wal lebt oder Männer, die einen Amboss oder Anker mit sich herumtragen. Vieles gefällt mir sehr gut, doch es hätte weniger sein können, denn die Welt wirkte auf mich etwas überladen und unstrukturiert.

Die erste Hälfte des Buches fiel mir schwer, denn auch die Story wirkte nicht ganz einheitlich und der rote Faden war zwar spürbar, aber nicht richtig greifbar. Die Handlung macht gerne mal kleine Sprünge oder kommt teilweise nicht auf eine halbwegs realistische/ glaubhafte Ebene. Doch ab der Mitte wird es besser, das letzte Drittel gefiel mir sogar gut und ich las es überraschend in einem Stück. Man bemerkt auf jeden Fall die positive Entwicklung des Autors vom ersten bis zum letzten Kapitel. 
Am Ende ist die Story einigermaßen interessant; Kampfszenen können sogar fesseln; die meisten Charaktere wirken etwas lebendiger/ näher und die Sprache wird ebenfalls angenehmer.

Ich empfinde dieses Werk zwar als unausgereift, dennoch haben die Geschichte wie auch der Autor eine gute Basis gelegt und viel Potenzial ist vorhanden! Die letzten Kapitel waren jedenfalls vielversprechend!
Alles in allem kann ich nur 2/5 Sterne vergeben.

8. September 2020

Jennifer Alice Jager: Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch

40196 Fantasy und Science-Fiction Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch von Ravensburger 1
Für junge Erwachsene

448 Seiten

Hardcover

ISBN:978-3-473-40196-3

Erschienen: 27.08.2020 (HC)
                    07.08.2020 (E-book)

               www.amazon.de


Die Hauptfigur Sheera erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihr (sie wirkte anfangs etwas oberflächlich) kam ich gut mit ihr zurecht. In der ersten Hälfte des Buches wird immer wieder erwähnt, dass sie eine Diebin ist und zugegeben nervte mich das nach einer Weile, insbesondere, weil teilweise identische Wortgruppen dabei verwendet wurden.

Und wo ich einmal bei der Sprache bin: Diese ist einfach gehalten, wodurch ich sehr schnell lesen konnte. Am Anfang des Buches war der Schreibstil etwas holprig, evtl. könnte man sogar gestellt sagen, denn die Überleitungen von Sheera (was sie gerade macht/denkt) zu bspw. der Landschaft und zurück waren nicht gerade flüssig. Das zog mich immer etwas aus der Geschichte heraus. Im Laufe der Seiten wurde es besser, doch der Schreibstil könnte etwas flüssiger und angenehmer sein.

Allerdings folgen wir nicht nur Sheeras Weg, sondern begleiten auch den Kronprinzen Lysander; hier dann aber mit dem personalen Erzähler, der Fokus liegt also erkennbar bei Sheera. Welche Art von Charakter Lysander verkörpern soll lässt sich leicht erkennen, die Umsetzung hat aber nicht geklappt. Er ist mir viel zu leblos, mit einer Art künstlichen Tiefe, sodass der Funke nie übersprang und ich bis zur letzten Seite keine Emotionen, Empathie oder ähnliches für ihn entwickeln konnte.

Bevor ich zu den anderen Charakteren etwas schreibe, erst einmal zur Handlung:
Puhh, es ist das erste Buch seit langem, bei dem ich mich stellenweise etwas langweilte und die Seitenzahlen im Auge behielt. Der Einstieg, das Kennenlernen mit Sheera, war noch in Ordnung, doch der Übergang zwischen ihrem alten Leben und dem bevorstehenden Abenteuer scheiterte in meinen Augen. Es ging so schnell, teilweise wurden nur wenige Details beachtet und somit wirkte es unwirklich (Vielleicht war aber auch genau das das Ziel der Autorin?). Auch empfand ich die Abfolge der Szenen und Ereignisse vor und zu Beginn des Abenteuers als sprunghaft, wenig zielgerichtet und "mehr Quantität als Qualität". Witzigerweise musste ich anfangs bei dem Wettstreit an 'Die Tribute von Panem' denken: Junge Leute werde auserwählt, um (tödliche) Aufgaben zu meistern und nur eine kann siegen. Zudem müssen sie sich wohlgesonnene Reiche auf ihre Seite ziehen. Nicht ganz Panem, doch ich musste oft dran denken.
Die erste Aufgabe war eine Enttäuschung: Der Hintergedanke ist verständlich und super, doch es wirkte gestellt und gekünstelt. Hatte ich anfangs noch in die Geschichte hinein gefunden, war ich spätestens hier wieder raus. Die Atmosphäre ist mir immer sehr wichtig und hier gab es irgendwie kaum welche: Ich las die ersten zwei Drittel des Buches wie durch ein Fernrohr, ich fühlte nichts.
Spannung taucht im letzten Drittel endlich auf, doch vorher gab es echt keine Spur von ihr. Welcher Teil mir überhaupt nicht gefiel war der mittlere, hier war mir auch etwas langweilig und ich schaute oft nach, wie viel ich noch lesen musste.

Einiges an negativer Kritik bisher, doch das Beste kommt zum Schluss, richtig?
Das letzte Drittel hat sprichwörtlich die Kurve gekriegt und es gefiel mir endlich! Spannung gab's, Intrigen, ein paar kleine Geheimnisse und Überraschungen wurden aufgedeckt und die einleitende Wendung für all das war super und ich hatte die echt nicht kommen sehen! Ich denke jedoch, der eigentliche Hauptgrund für diese Verbesserung des Lesevergnügens waren die Charaktere. Endlich gab es Interaktion untereinander, die Figuren bekamen mehr Farbe und Leben eingehaucht und nahmen aktiv an der Handlung teil. Denn genau das fehlte auf den Seiten davor: Die Charaktere wirkten alle wie Statisten, die holprig ihren Text laut vorlasen und schlecht schauspielerten. Somit blieben mir nur Lysander und Sheera und wie ihr bereits gelesen habt, fällt Lysander für mich auch raus.

Nun zur Welt der Alben und Menschen: Ich sehe das Worldbuilding (=die erschaffene Welt) als recht simpel an, das aber trotzdem überzeugt. Es muss ja nicht immer Tolkien sein. Ich brauchte ein paar Kapitel, um mich mit der Idee der Alben anzufreunden, doch sie ist gelungen und immer überall "Elf" oder "Elb" zu lesen ist ja eintönig. Insbesondere die Nachtalben bringen Abwechslung mit. Trotz der beigefügten Karte im Buch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten mit den Entfernungen. Diese sind für mich nicht ganz aufeinander abgestimmt und ziehen die Handlung selbst damit etwas ins unwirkliche.
Auch die Magie spielt hier eine kleine Rolle, anfangs empfand ich die Darstellung als gelungen und es war auch nicht schlimm, dass dem Leser kaum etwas über die Magie, ihre Anwendung etc. berichtet wird. Doch gegen Ende passte in einer Szene das dort Geschehene in meinen Augen nicht mehr in das vorher erschaffene Bild. (Ohne schlimmen Spoiler, keine Sorge): Eine Figur macht einen total mächtigen Zauber und ist danach trotzdem noch normal ansprechbar, kann rennen, weitere Magie bewirken etc., und das, obwohl auf jeder Seite gefühlt fünfmal steht, wie schwach alle sind..? Eigentlich hätte sie schlafend und Süßigkeiten essend im Bett liegen müssen.

Alles in allem, Moonlight Touch hat mich größtenteils gut unterhalten, doch es fehlte an einigen Ecken und Kanten, somit kann ich leider nur 3/5 Sterne vergeben. Nichtsdestotrotz bin ich neugierig auf den zweiten Band, jedoch mit deutlich geringerer Lese-Priorität.

31. Juli 2020

Ross MacKenzie: Immernacht

Übersetzt von Kanut Kirches

Ab 11 Jahren

350 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-407-75485-1

Erschienen: 22.07.2020

Quelle: www.beltz.de


Mit vielen kleinen Kapiteln folgt man überschaubar den Wegen und Schicksalen der sehr lebendig wirkenden Charaktere. Und da bin ich gleich schon bei einem Punkt, der mir außerordentlich gut gefällt: Auch wenn die Hauptfigur Lara Fox ist, spielen viele weitere Figuren eine wichtige Rolle, sodass man in dem einen Kapitel Hier und im nächsten Dort ist. Dadurch wird es deutlich abwechslungsreicher, man lernt verschiedene Blickpunkte kennen und kommt den Figuren näher. Die Kapitel umfassen immer nur wenige Seiten, sind recht gut voneinander abgegrenzt und das verstärkt in meinen Augen den Lesefluss wie auch die Begeisterung und Neugierde für das Abenteuer.

Gefördert wird das durch den Schreibstil, denn dieser ist super angenehm und leicht zu lesen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.

Die erschaffene Welt ist ebenso gelungen, vor allem die Kanalisation als einer der wichtigsten Handlungsorte ist interessant und anschaulich umgesetzt worden. Obendrein ist eine spannende Zeit gewählt worden; Pistolen gibt es schon, jedoch keine Autos - dafür aber mechanische Uhrwerke, angehaucht mit Magie. Was gibt es besseres?
Richtig faszinierend fand ich die Kreativität der Zauberstäbe, also wie diese angewendet und nachgeladen werden müssen! Viel mehr Beweise braucht es nicht, um zu erkennen, dass wir uns im tollen Steampunk Genre befinden, angereichert mit Fantasy-Elementen.

Wie bereits angedeutet, die Ereignisse sind spannend aneinander gereiht, haben mich sehr gut unterhalten und es gab sogar ein, zwei Wendungen, die mich positiv überrascht haben. Langeweile gibt's hier nicht!

Jedoch konnte ich die Entscheidung des Konzils nicht ganz nachvollziehen, in meinen Augen wirkte es, als ob man hier etwas mehr Action erzeugen wollte - und das scheitert mangels handfester Erklärung.

Zudem wurden ein paar der traurigen / etwas nachdenklichen Szenen mit zwei, drei Sätzen "abgearbeitet". Hier hätte ich mir mehrere emotionalere Sätze gewünscht. An den meisten Stellen wurde dies passend für Kinder umgesetzt, doch bei den besagten Szenen hätte man es entweder ganz weglassen oder ausführlicher behandeln können. Doch vielleicht nehme ich es als Erwachsene zu genau und für ein Kinderbuch ist diese Einstufung in Ordnung.


Großes Lob gibt es für das Ende! Dieses hat einen guten Abschluss, die meisten Fragen werden beantwortet, doch ein paar Punkte bleiben offen, was mir ausgesprochen gut gefällt. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, sondern es liegt an uns, was wir aus der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit machen und wie wir sie nutzen möchten, schließlich wartet eine ganze Welt da draußen auf uns - mit vielen potenziellen Freunden.

Bei 'Immernacht' handelt es sich um ein gelungenes, magisches Kinder- und Jugendbuch, dass mir schöne Lesestunden beschert hat und ich kann es definitiv weiterempfehlen! 4,5 / 5 Sterne (aufgerundet bei manchen Websites 5/5 Sterne)

7. Juni 2020

Sascha Blum: Fünfzehn, Band 1: Das vergessene Fürstentum

FÜNFZEHN - Das vergessene Fürstentum (Band 1) von [Sascha Blum]
242 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 979-8-6277-4032-4

Erschienen: 21.03.2020

Verlag: OZALINO (Self-Publishing-Verlag)

Quellen: www.ozalino.de
www.amazon.de


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht und schnell fingen die Seiten zu fliegen an! Denn der Schreibstil ist super leicht und flüssig zu lesen.

Mit Arek als Hauptfigur freundete ich mich sofort an. Er ist ein lieber, aufgeweckter und pflichtbewusster Junge, bei dem man trotz der geringen Anzahl an Seiten - nur 242 - im Laufe der Handlung eine glaubwürdige Charakterentwicklung beobachten kann.
Die anderen Figuren glänzen ebenso strahlend, denn diese sind alle gut herausgearbeitet und wirken richtig lebendig. Jeder hat seine besonderen Eigenschaften: Brady sorgt für Humor (dieser hat mich viele Male zum Lachen gebracht!), Mung macht Ärger und wirbelt einige Fragen auf und Matteo, einer meiner beiden Lieblingscharaktere, ist ein geduldiger, immer freundlicher Junge, der sich mit der Natur bestens auskennt. Aber auch Meister Trux, Lieblingscharakter Nr. 2, sticht mit seinen Eigenschaften hervor und ist ein sehr faszinierender, mysteriöser und allem Anschein nach allwissender Charakter. Manchmal hat er mich echt ein wenig an Dumbledore erinnert!

Ein großer und wichtiger Bestandteil bildet der Unterricht, welcher hervorragend von den Autorinnen ausgearbeitet wurde. Man merkt deutlich, wie viel Arbeit dahinter steckt und das Ergebnis ist top gelungen! Spannend. Lehrreich. Kreativ.

Zunächst wird man etwas in die Irre geführt, in welcher Zeit die Saga spielt, hier bin ich wirklich sehr gespannt, was das für Auswirkungen auf die zukünftigen Bände hat.

Die Handlung ist mit Seite eins beginnend abwechslungsreich und unterhaltsam, langweilige Stellen gibt's nicht! Zum Einen ist der Unterricht wie bereits geschrieben genial, zum Anderen gibt es viel spannende und coole Interaktionen unter den Mitschülern wie auch mit anderen Bewohnern der Akademie, wie es eben auf einem Internat üblich ist. Einzig die Kommunikation mit Schülern aus den oberen Stufen vermisste ich nach einer Weile, es wirkte fast so, als ob diese mit den Neulingen nicht reden und sie einfach ignorieren..

Mein wichtigster Kritikpunkt sind jedoch die Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Entfernungen und allgemein der gesamten Schule. Das hätte ruhig ausführlicher sein können und manches fehlte auch gänzlich, bspw. habe ich nicht herausgefunden, wo die Mensa liegt. Vieles konnte ich mir nur sehr schlecht vorstellen und sowas stört mich dann, weil ich auf diese Weise Probleme bekomme, die Handlung bildhaft vor meinem Kopf abspielen zu lassen oder auch selber gedanklich durch die Akademie zu laufen.

Großes Lob geht an das Ende, denn trotz meiner vielen Überlegungen und Vermutungen, die nicht mal soo falsch waren, gab's trotzdem eine tolle Überraschung. Und das Beste ist, dass diese nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern sich gut einfügt und plausibel erklären lässt.

Zum Schluss möchte ich noch den Wunsch äußern, bitte eine Heulgurke zu bekommen! Eine Pflanze, die menschenbezogen ist, knurrt, schnurrt und mega schnell wächst - Areks Heulgurke ist mir echt sympathisch geworden! :D

Den Auftakt der Concordia-Saga kann ich wärmstens weiterempfehlen und ich vergebe 4,5/5 Sterne(aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)

15. Mai 2020

Stephen King: Die Leiche


Übersetzt von Harro Christensen

239 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 978-3-453-44031-9

Erschienen 11.05.2020

Quelle: www.randomhouse.de




Mein erstes Stephen King Buch. Ich war sehr gespannt und die Erwartungen waren entsprechend hoch, doch ich kam voll auf meine Kosten!

Der erwachsene Gordon Lachance schreibt rückblickend sein Abenteuer mit den damals besten Freunden Chris, Teddy und Vern nieder.

Bereits auf den ersten Seiten wurde mir bewusst, wie lebendig und real die Figuren wirken. Gute ausgearbeitete Charaktere mit ihren entsprechenden Eigenschaften erschaffen Tiefe, Glaubwürdigkeit und Sympathie. Einen echten Menschen eben.
Doch auch der Erzählstil trägt eine Menge dazu bei. Stephen King weiß wirklich mit den Worten umzugehen, es hat mir richtig Freude bereitet, solch top ausgearbeitete Sätze, Redewendungen, Beschreibungen und Unterhaltungen zu lesen! Zunächst empfand ich zwar die übermäßige Verwendung von Schimpfwörtern als ungewohnt, doch mit der Zeit passte es einfach ins Bild.

Gordon "Gordie" erzählt zudem zwei Kurzgeschichten, bei denen man sich zunächst fragt, warum diese überhaupt erwähnt werden, doch sie vermitteln Botschaften, lassen viel Interpretationsraum und insbesondere die erste weist viele Parallelen auf.

Die Jungen erwecken zu Beginn den Eindruck, dass diese niemals von mir die Bezeichnung "bester Freund" zu hören bekommen werden, doch nach und nach schließt man sie ins Herz. Man kann gar nicht anders. Auch die Freundschaft zwischen ihnen ist sehr besonders, in erster Linie, weil sie so wahr ist. Man hält zusammen, doch bei Gelegenheit muss man den anderen ärgern. Denn so sind nun mal Kinder. Ich persönlich kann mich noch gut an so manches erinnern, als ich 11/12/13 Jahre alt war.. Und wo sind diese Freunde von damals heute? Man hört mal was voneinander, doch der Kontakt ist weg. Für jede Zeit gibt es Freunde und die Wenigsten bleiben an deiner Seite.

Auch Gewalt ist stark vertreten, sei es in Form, dass jemand verprügelt wird oder häusliche Gewalt durch Familienmitglieder. Bei diesen Szenen leidet man richtig mit, umso mehr, wenn man realisiert, dass es selten einen Ausweg gibt. Damals wie heute, im Buch wie im echten Leben.

Mittels einem Charakter wird die Ungerechtigkeit zwischen der höheren und niederen Schicht dargestellt, die wahrer nicht sein könnte und ebenso auf viele andere Aspekte der Menschheit übertragen werden kann. Wie fühlt man sich in einer solchen Situation? Wie geht man damit um?

Wo ich schon beim nächsten Punkt bin: Die Gespräche zwischen den Jungen wie auch ihre physischen und psychischen Reaktionen auf dieses und jenes sind verdammt gut dargestellt! Großes Lob! So viele Emotionen und so viel Wahrheit, die da drin stecken, rauben einem die Sprache - und den Atem. Dazu kommt natürlich auch die Liebe, die in ihren verschiedenen Formen erwähnt wird und teils bedeutend ihren Platz findet.

Es gibt im Verlauf des Buches eine große Anzahl an Vorausdeutungen (= Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung) und diese sind richtig gut eingebaut, lassen die Spannung kaum fallen, machen zudem immens neugierig und regen zum Denken und Grübeln an. Das Ende selber haut nochmal richtig rein, zwar in meinen Augen etwas übertrieben dargestellt (in Bezug auf die Schicksale), doch es trifft ins Schwarze! So wahr!

Im Klappentext findet man das Zitat "Es ist meine Story. Sie ist autobiografisch." von Stephen King. Ich bin mit der Biographie von ihm nicht allzu vertraut, dennoch sehe ich das ein oder andere, gewisse Parallelen mit der Hauptfigur, welche zu King passen könnten. 

Fazit:
Ich lauschte den Gesprächen der Jungen am Lagerfeuer, lief mit ihnen Seite an Seite die Gleise entlang und fühlte die Sterblichkeit am eigenen Körper. Ein grandioses Werk!

Ich kann diese Novelle wärmstens jedem empfehlen, ihr müsst sie unbedingt lesen! 'Die Leiche', auch bekannt unter dem Titel 'Herbst', zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights! Natürlich 5/5 Sterne.

7. Mai 2020

Akram El-Bahay: Die Bibliothek der flüsternden Schatten, Band 2: Bücherkönig


Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkönig
 - Akram El-Bahay - PB


Ab 16 Jahren

399 Seiten

Paperback

ISBN: 978-3-404-20909-5

Erschienen: 31.08.2018

Quelle: www.luebbe.de



Der zweite Band setzt genau dort ein, wo der erste Band endete. Da für mich kein Monat seit dem vorherigen Band vergangen ist, fiel mir der Einstieg leicht, weil ich noch alles im Kopf hatte und positiv stellte ich fest, dass die bisherigen Ereignisse übersichtlich und nicht zu lang zusammengefasst wurden.

Nach zwei, drei Kapiteln bemerkte ich, dass mir das Lesen diesmal deutlich leichter fiel als im ersten Band. Ich stolperte seltener über die Wörter und aufgrund des flüssigeren Schreibstils konnte ich auch etwas schneller lesen. Natürlich bezweifle ich, dass sich der Stil eines erfahrenen Autors nach nur einem Buch so stark verändert. Der Grund ist eher bei mir zu suchen: Ich kannte die Figuren nun besser und trotz der Schwierigkeiten war ich mit dem Schreibstil vertraut und konnte mich besser darauf einstellen.

Dennoch brauchte ich für die erste Hälfte des Buches ziemlich lange. Zum Einen fehlte mir nach wie vor die Gefühlswelt der (Haupt-)Figuren, denn wenn auch viele Fakten auf den Tisch kamen, wodurch die Sicht auf die Charaktere besser und der Standpunkt manchmal sehr gut erläutert wurde, waren sie zu weit weg, um richtige Sympathie für sie zu empfinden. Allen voran Samir, den ich wirklich ins Herz schließen wollte, es aber leider nicht konnte, weil er so kalt wirkte. Da halfen auch seine umfangreichen Gedankengänge nicht.
Zum Anderen war die Handlung nicht gerade spannend und einige Aktionen passierten zu schnell oder sie waren viel zu einfach.

Es lohnt sich aber, weiterzulesen! Ab Mitte des Buches wird es interessanter, spannender, ein paar coole neue Fragen und Vermutungen lassen sich zeigen, sodass man spätestens hier das Buch nur noch schwer aus der Hand legen kann. Ab und zu fällt die Spannung etwas, doch man merkt, dass sich etwas anbahnt und ein Kapitel später steigen die Erwartungen und Neugierde wieder an.

Zudem lernt man neue Fabelwesen kennen, die ich allesamt faszinierend finde, denn jeder hat natürlich seine Stärken, Schwächen und Eigenarten. Manche kennt man in ähnlicher Form aus anderen Büchern und andere sind doch eher neu.
Ein Fabelwesen habe ich allerdings nicht ganz verstanden, und die Erklärungen, die es bisher gab, verwirren mich noch mehr. Ich hoffe daher, im dritten Band eine Antwort zu finden.

Gegen Ende des Buches fiel mir plötzlich auf, dass ich nun doch mit Samir mitfieberte und auch den anderen Figuren fühlte ich mich näher. Sie wirkten lebendiger und strahlten endlich glaubwürdige Persönlichkeit und mehr Tiefe aus! Insbesondere Nusar macht eine große Entwicklung und wird zu einem vielschichtigen Charakter, auf dessen weitere Entwicklung im dritten Band ich sehr gespannt bin (und natürlich auf die - hoffentlich umfangreichere - Entwicklung der anderen Figuren)!

Für die Rezension musste ich allerdings das Buch grob durchblättern, um mich zu erinnern, was alles passierte. Denn so viel ist es leider nicht. Vielleicht hätte man aus der Trilogie eine Dilogie machen sollen..

Nach einem schwachen Start wird 'Bücherkönig' ab der Mitte eine gelungene Fortsetzung mit einem überzeugenden Ende!
Ich vergebe 4/5 Sterne!

8. April 2020

Akram El-Bahay: Die Bibliothek der flüsternden Schatten, Band 1: Bücherstadt

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
Ab 16 Jahren

382 Seiten

Paperback

ISBN: 978-3-404-20883-8

Erschienen: 25.08.2017

Quelle: www.luebbe.de




Dieses Buch war ein typischer Titel- und Coverkauf. Super ansprechend! Doch wie sieht's inhaltlich aus?

Man steigt rasant in die Handlung ein, weil bei Samir auf seinem nächtlichen Raubzug nicht alles nach Plan verläuft. Die Geschichte hat mich schnell gepackt und Sam als Figur weckte schnell mein Interesse. Er besitzt viel Erfahrung, ist geschickt, schnell und clever, trotzdem nicht unfehlbar, hat Verlust erlitten und ein Ziel vor Augen.

Mit dem Schreibstil hatte ich leider von Beginn an meine Probleme, immer wieder geriet ich ins stolpern, viele Sätze las ich doppelt und bei einigen Szenen musste ich sogar zurückblättern und erneut lesen, um dem Geschehen entsprechend folgen zu können. Wie als ob die Wörter/Sätze erst beim zweiten Mal lesen ihre wahre Gestalt zeigen würden...

Die Bücherstadt ist ein beeindruckender Ort und ich würde echt gerne zwischen den Regalen herumlaufen! Ich konnte mir soweit alles gut vorstellen, doch manches hätte ein wenig bildhafter beschrieben werden können. Die Stimmung an den verschiedenen Orten konnte ich immer gut wahrnehmen, als würde ich selbst im Buch stecken. 

Die Charaktere sind gut aufgestellt, allerdings gefielen mir mit der Zeit die Nebenfiguren deutlich besser als die Hauptfiguren. Insbesondere bei Sam, der mich am Anfang noch sehr beeindruckte, verlor ich ab Mitte des Buches langsam mein Interesse. Er verlor an Tiefe und in der ein oder anderen Situation hätte ich mehr von seinem Willen und auch seinem Talent gesehen. Weiterhin handelte er bei bestimmten Szenen recht wenig bzw. wenn man eine Aktion von ihm erwartete, tat das in der Regel eine andere Figur für ihn. Pluspunkt für die Nebencharaktere, doch für Sam selbst? Hm. Seine Vergangenheit und Erfahrungen zugrunde gelegt hätte er meiner Meinung nach öfter die Initiative ergreifen müssen/können. Die ganze Zeit über folgt man den Gedanken von Sam und er denkt über eine Menge nach, doch er macht so wenig davon. Auch fehlte mir irgendwann seine Gefühlswelt, doch vielleicht hängt das mit dem Schreibstil zusammen..

Als sehr interessant und unterhaltsam empfand ich die Regeln/Weisheiten des Vaters, an die sich Samir in den passenden Momenten erinnert!

Trotz einiger Längen gefiel mir die Abfolge der Ereignisse und Spannung war an den richtigen Stellen vorhanden, auch wenn es hierzu ein wenig Potenzial nach oben gibt.
Die Ideen und Kreativität der Handlungsorte und -Figuren sind überzeugend und eine Menge Fragen und Neugierde während des Lesens sind garantiert.

"Bücherstadt" ist ein gelungener Auftakt mit Luft nach oben und den zweiten Band werde ich bestimmt bald lesen! Insgesamt 4/5 Sterne.

26. März 2020

Katherine Applegate: Endling, Band 1: Die Suche beginnt


Coverbild Endling (1)<br>Die Suche beginnt von Katherine Applegate, ISBN-978-3-423-64062-6

Übersetzt von Ulli und Herbert Günther

Ab 11 Jahren


384 Seiten


Hardcover


ISBN: 978-3-423-64062-6


Erschienen: 21.02.2020


Quelle: www.dtv.de



Tobble ist der treueste Freund, den man finden kann!


Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und lässt nach nur wenigen Seiten das Herz schwerer werden. Byx berichtet von ihrem Leben, dass es nur noch wenige der Dalkins, ihrer Art, gibt, versammelt in einem einzigen Rudel. Auch erzählt sie von ihrer Familie, dass sie das schwächste und kleinste ihrer Geschwister ist und wie sie still und heimlich von einem Ort zum Anderen ziehen, ängstlich, hungrig und ihrem Schicksal ergeben. Man fühlt richtig mit Byx mit und möchte sie unbedingt näher kennenlernen.


Das Buch ist in fünf Teile gegliedert mit jeweils kurzen Kapiteln und passenden Überschriften. In dieser Form fördert es meines Erachtens den Lesefluss und auch der Schreibstil ist leicht und verständlich gewählt und sehr flüssig zu lesen.


Der Leser wird in eine magische, ideenreiche Welt geführt, mit neuen Kulturen, Sprachen, fremden Tieren bzw. Arten. An dieser Stelle macht sich der Vorteil bemerkbar, dass die Autorin sich in erster Linie an Kinder richtet. Man wird nicht zugeschüttet mit komischen Namen, Seitenweise Erläuterungen etc. Es ist übersichtlich gehalten, bleibt aber dennoch interessant und fantasievoll und die Neugierde wird durch kleinere, zusammengefasste Erzählungen hier und da gestillt. Eine sehr gute Mischung, gefällt mir richtig gut! 

Dementsprechend sind auch Unterhaltungen, Reden, Verhandlungen usw. nicht allumfassend, doch die Handlung an sich und die Beweggründe der Charaktere bleiben gut durchdacht und nachvollziehbar. Auch die Karte am Anfang/Ende des Buches war sehr hilfreich und ist schön gestaltet.

Die kleine Gruppe von Freunden ist wie so oft eine bunte Mischung aus den verschiedensten Charakterzügen und Arten und jeder Einzelne spielt seine Rolle sehr gut. Sie werden einem schnell sympathisch, man lacht und leidet mit ihnen mit, einfach, weil alle so überzeugend gut dargestellt sind.


Im Verlauf der Geschichte merkt man aber, dass es sich zwar um ein Kinderbuch handelt, es aber schwierige und tiefgründige Themen beinhaltet. Damit meine ich nicht nur die bewusste Auslöschung oder besser Vernichtung einer Art durch den Menschen, sondern auch Gewalt beinhaltende und leicht blutige Szenen. Ein Bsp. habe ich mal herausgesucht: "Sie haben ihn tagelang über einem schwelenden Feuer geröstet. Er schrie vor Schmerzen, bis sie ihm endlich den Kopf abschlugen." Ich denke, jedem 11-jährigen Kind kann man dieses Buch nicht in die Hand drücken.


Trotzdem ist der Autorin hier ein verdammt gutes Kinder-/Jugendbuch gelungen, mit viel Witz, Tiefgang, reichlich Fantasy und im Mittelpunkt die Freundschaft stehend.

Eine klare Empfehlung, auch für Erwachsene!  5/5 Sterne

9. September 2019

Angie Sage: Silberdrache (Band 1)


Silberdrache

Übersetzt von Bernd Stratthaus

Ab 11 Jahren

310 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-8458-3397-2

Erschienen: 23.08.2019

Quelle: www.arsedition.de


Eine großartige Geschichte über Freundschaft und Vertrauen in einem tollen Abenteuer verpackt - was wünscht man sich als Leser mehr?

Die Handlung spielt an zwei Orten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. In unserer Welt begleiten wir Sirin und ihre kranke Mutter und in der anderen Welt die Geschwister Allie und Joss, letzterer schließt ein Band mit dem Silberdrachen Lysander.

Der Schreibstil ist einfach gewählt, leicht verständlich, was einen als Erwachsenen vielleicht etwas stören mag, weil man mehr Tiefgang erwartet. Man sollte hier jedoch die Zielgruppe (ab elf Jahre) beachten und ich persönlich konnte Kapitel für Kapitel flüssig, schnell und angenehm lesen.

Die Geschichte selber ist nicht unbedingt etwas Neues, es sagt mir jedoch in Kombination mit den Charakteren zu. Sehr gut gefällt mir, dass die Kinder nicht zu erwachsen agieren, sondern sich naiv und gutgläubig verhalten und für manches noch nicht so den "Weitblick" haben. Im Laufe der Zeit erkennt man aber eine kleine Weiterentwicklung der Figuren.

Nicht nur Freundschaft ist ein wichtiger Gegenstand, denn die Autorin arbeitet ebenfalls mit dem schwierigen Thema Verlust. Dieses trifft man auf mehreren Seiten in verschiedenen Formen an und es wurden passende Worte gefunden, die mich manchmal auch zum Nachdenken anregten. So konnte ich mich auch besser mit den Charakteren identifizieren, weil man mit ihnen mitfühlen und sie näher kennen lernen konnte.

Was ich allerdings nicht immer richtig nachvollziehen konnte war das Schließen eines Bundes zwischen Mensch und Reiter. Es ging mir immer etwas zu schnell.. Man wechselt ein paar Sätze und schon war man miteinander verbunden. Da viel es mir etwas schwer, dieser Verbundenheit auch wirklich zu glauben, selber daran zu glauben, weil Mensch und Drache sich noch völlig fremd sind...

Einzig fraglich sind die beschriebene Brutalität, Aggressivität sowie das Erwähnen von Menschenknochen, das Verschlingen von Menschen etc.. Ich hätte das mit elf Jahren lesen können, jedoch denke ich, dass das nicht auf jeden zutreffen wird.

Alles in allem hatte ich tolle Lesestunden und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band! Nicht nur für Kinder, auch für manch Erwachsenen ein toller Auftakt, der mehr verspricht.

Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

Wird nicht mit in die Bewertung einbezogen:

Wo ich ein wenig schmunzeln muss, ist, dass die Geschichte von einem silbernen Drachen handelt, heißt auch so, aber auf dem Cover ist ein blauer..