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15. Januar 2021

P.C. Cast & Kristin Cast: House of Night, Band 6: Versucht


Übersetzt von Christine Blum

551 Seiten bzw. mit Leseprobe vom siebten Band 598 Seiten (HC)

Erschienen: 12.05.2011 (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2006-0 (HC)

Verlag & Quelle: S. Fischer Verlag




Ich lese diese packende Reihe seit ca drei Jahren, doch weil sich immer wieder andere tolle Bücher dazwischen drängeln dauert das Lesen der gesamten Reihe etwas länger. Aber so kann ich es länger genießen! :)
Aus versch. Gründen ist dies sogar meine erste Rezension im House of Night Universum und sie bezieht sich vordergründig natürlich auf den sechsten Band 'Versucht'.

REZENSION:
Wie bei den vorherigen Bänden war es auch hier so: Die erste Seite gelesen und ich bin voll drin. Wie nach Hause kommen. Mitreißend. Süchtig machend.
Im Ernst, jeder Band haut mich aufs Neue voll um.
Die Charaktere sind lebendig, vielschichtig und man kann mit ihnen mitlachen und-leiden, wie als ob man neben ihnen steht. Oder in deren Körper steckt. Ihre Probleme, Sorgen und Gedanken sind nachvollziehbar, logisch und emotional, auch wenn die Situationen natürlich an ihre magische Welt angepasst sind.

Die Story bleibt durchweg interessant, Spannung begleitet einen durch das ganze Buch und Abwechslung gibt's ausreichend. Man befindet sich mal hier, mal dort und in dem einen Kapitel folgt man Stevie und im nächsten Zo oder wem anderes. Der rote Faden ist klar erkennbar und das drum herum ist genauso packend und hängt in irgendeiner Form mit dem roten Faden zusammen.
Diese Reihe zählt zu den stärksten, in denen ich schnell (also nach nur wenigen Seiten) und komplett abtauchen kann. Ich vergesse alles um mich herum und die Handlung läuft nicht einfach in einem megascharfen Film vor meinem inneren Auge ab, sondern ich bin überall dabei. Teils als Zuschauer und teils hineinversetzt in die Charaktere. Was will man mehr? (außer in das Buch wortwörtlich hineinspringen..^^)

Der Schreibstil trägt echt ne Menge dazu bei! Einer der Besten, die mir je begegnet sind. Super flüssig, teils Umgangssprache, angenehm, lehrreich, emotional und mit ausreichend Tiefe.

Zum Worldbuilding, diese ist ähnlich der unseren, aber doch mit gewissen Unterschieden. Im sechsten Band lernt man etwas mehr zur internationalen Welt und auch, wenn Politik & Co nicht im Vordergrund der Handlung stehen, sind diese ausreichend logisch und interessant aufgebaut.
Die Magie, Affinitäten Jungvampyrregeln usw. sind für mich spannend, magisch und faszinierend!

Zur House of Night Welt gehören auch eine Menge erotische Szenen, heiße Typen und Liebeskummer, die auch im sechsten Band nicht fehlen. Im Vergleich zu den vorherigen Bänden ist die Erotik (angepasst an die Handlung) etwas gewichen, was dem Buch keinen Abbruch tut.

Hab ich was zu meckern? Wie bei vielen meiner Lieblingsbücher würde ich gerne mehr von den Nebenfiguren lesen, aber dann würden sie ja nicht mehr 'Nebenfiguren' heißen.. :D

Fazit ist, House of Night bleibt auch mit Beenden des sechsten Bandes eine meiner Lieblingsreihen! Krasse lebendige Charaktere, packende Handlung & mitreißender Schreibstil - süchtig machend!
5/5 Sterne, was sonst ;)

27. Oktober 2020

Christian Nowag: Lucci und der Schatten des Phönix


Empfohlenes Leseniveau 4 - 12 Jahre

312 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 9798655129535

Erschienen: 12.07.2020




Ein Buch, dass mich lange beschäftigte, denn ich brauchte leider sehr lange, um es zu lesen. Der Klappentext wie auch das Cover sprachen mich an, doch die Freude schwand nach wenigen Seiten.

Zunächst zum Schreibstil; dieser ist einfach gehalten und oft auch flüssig zu lesen. Doch mit der Sprache hatte ich meine Schwierigkeiten, weil die wörtliche Rede/ Gespräche manchmal komisch oder übertrieben wirkte(n), zudem ist die Wortwahl nicht immer überzeugend und manchmal fraglich. Ich meine, das Buch ist ein Kinder- und Jugendbuch (laut Amazon Leseniveau 4-12 Jahre), doch bereits zu Beginn gibt es eine mehrfach wiederkehrende unschöne Beschreibung eines Mannes, die ich ekelhaft und kritisch sehe, weil dieser fettleibig, dreckig und mit Essensresten bedeckt ist. Vielleicht hat mich diese Szene auch nur deshalb so getroffen, weil ich bei diesem Buch nicht mit sowas gerechnet hatte.
Ansonsten war der Schreibstil entlang der Geschichte manchmal etwas durcheinander und abgehakt, an sich aber gut zu lesen und die Handlung konnte ich gut als Film vor dem inneren Auge abspielen lassen.
Die Namen der Figuren waren eine wilde Mischung aus allem, soweit okay, doch ein paar empfand ich als albern. Vielleicht bin ich echt zu alt für das Buch (wobei ich ja Kinder- und Jugendbücher wirklich gerne lese und schätze), doch "König Pipiwaschiwokaka", abgekürzt mit "Pipikaka" sowie Oma/Opa "Pickelpo", ich weiß nicht..

Die Charaktere sind vielfältig und verschieden, insbesondere die Bösen fand ich ziemlich cool und unterhaltsam. Trotzdem fehlt es allen an Tiefe, doch ich denke, Kinder werden von den Charakteren begeistert sein. Welche Figur mir leider überhaupt nicht gefällt, ist die Hauptfigur Lucci. Der Junge ist so krass naiv; an manchen Stellen war er dadurch recht unterhaltsam geworden, doch die meiste Zeit nervte er mich. Allerdings denke ich, dass der Autor diese Buchfigur absichtlich so geschrieben hat und ein Ziel verfolgt und damit verschiedene Interpretationen möglich sind. In meinen Augen könnte er die Unschuld/ Reinheit eines Kindes darstellen, weil er mit seinem Umfeld liebevoll, ehrlich und ohne böse Gedanken umgeht.

Während des Lesens begegnen einem viele verschiedene fantastische Elemente, vom sprechenden Affen über magische Geschöpfe und Pflanzen bis hin zu einem Mann, der in einem Wal lebt oder Männer, die einen Amboss oder Anker mit sich herumtragen. Vieles gefällt mir sehr gut, doch es hätte weniger sein können, denn die Welt wirkte auf mich etwas überladen und unstrukturiert.

Die erste Hälfte des Buches fiel mir schwer, denn auch die Story wirkte nicht ganz einheitlich und der rote Faden war zwar spürbar, aber nicht richtig greifbar. Die Handlung macht gerne mal kleine Sprünge oder kommt teilweise nicht auf eine halbwegs realistische/ glaubhafte Ebene. Doch ab der Mitte wird es besser, das letzte Drittel gefiel mir sogar gut und ich las es überraschend in einem Stück. Man bemerkt auf jeden Fall die positive Entwicklung des Autors vom ersten bis zum letzten Kapitel. 
Am Ende ist die Story einigermaßen interessant; Kampfszenen können sogar fesseln; die meisten Charaktere wirken etwas lebendiger/ näher und die Sprache wird ebenfalls angenehmer.

Ich empfinde dieses Werk zwar als unausgereift, dennoch haben die Geschichte wie auch der Autor eine gute Basis gelegt und viel Potenzial ist vorhanden! Die letzten Kapitel waren jedenfalls vielversprechend!
Alles in allem kann ich nur 2/5 Sterne vergeben.

15. Mai 2020

Stephen King: Die Leiche


Übersetzt von Harro Christensen

239 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 978-3-453-44031-9

Erschienen 11.05.2020

Quelle: www.randomhouse.de




Mein erstes Stephen King Buch. Ich war sehr gespannt und die Erwartungen waren entsprechend hoch, doch ich kam voll auf meine Kosten!

Der erwachsene Gordon Lachance schreibt rückblickend sein Abenteuer mit den damals besten Freunden Chris, Teddy und Vern nieder.

Bereits auf den ersten Seiten wurde mir bewusst, wie lebendig und real die Figuren wirken. Gute ausgearbeitete Charaktere mit ihren entsprechenden Eigenschaften erschaffen Tiefe, Glaubwürdigkeit und Sympathie. Einen echten Menschen eben.
Doch auch der Erzählstil trägt eine Menge dazu bei. Stephen King weiß wirklich mit den Worten umzugehen, es hat mir richtig Freude bereitet, solch top ausgearbeitete Sätze, Redewendungen, Beschreibungen und Unterhaltungen zu lesen! Zunächst empfand ich zwar die übermäßige Verwendung von Schimpfwörtern als ungewohnt, doch mit der Zeit passte es einfach ins Bild.

Gordon "Gordie" erzählt zudem zwei Kurzgeschichten, bei denen man sich zunächst fragt, warum diese überhaupt erwähnt werden, doch sie vermitteln Botschaften, lassen viel Interpretationsraum und insbesondere die erste weist viele Parallelen auf.

Die Jungen erwecken zu Beginn den Eindruck, dass diese niemals von mir die Bezeichnung "bester Freund" zu hören bekommen werden, doch nach und nach schließt man sie ins Herz. Man kann gar nicht anders. Auch die Freundschaft zwischen ihnen ist sehr besonders, in erster Linie, weil sie so wahr ist. Man hält zusammen, doch bei Gelegenheit muss man den anderen ärgern. Denn so sind nun mal Kinder. Ich persönlich kann mich noch gut an so manches erinnern, als ich 11/12/13 Jahre alt war.. Und wo sind diese Freunde von damals heute? Man hört mal was voneinander, doch der Kontakt ist weg. Für jede Zeit gibt es Freunde und die Wenigsten bleiben an deiner Seite.

Auch Gewalt ist stark vertreten, sei es in Form, dass jemand verprügelt wird oder häusliche Gewalt durch Familienmitglieder. Bei diesen Szenen leidet man richtig mit, umso mehr, wenn man realisiert, dass es selten einen Ausweg gibt. Damals wie heute, im Buch wie im echten Leben.

Mittels einem Charakter wird die Ungerechtigkeit zwischen der höheren und niederen Schicht dargestellt, die wahrer nicht sein könnte und ebenso auf viele andere Aspekte der Menschheit übertragen werden kann. Wie fühlt man sich in einer solchen Situation? Wie geht man damit um?

Wo ich schon beim nächsten Punkt bin: Die Gespräche zwischen den Jungen wie auch ihre physischen und psychischen Reaktionen auf dieses und jenes sind verdammt gut dargestellt! Großes Lob! So viele Emotionen und so viel Wahrheit, die da drin stecken, rauben einem die Sprache - und den Atem. Dazu kommt natürlich auch die Liebe, die in ihren verschiedenen Formen erwähnt wird und teils bedeutend ihren Platz findet.

Es gibt im Verlauf des Buches eine große Anzahl an Vorausdeutungen (= Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung) und diese sind richtig gut eingebaut, lassen die Spannung kaum fallen, machen zudem immens neugierig und regen zum Denken und Grübeln an. Das Ende selber haut nochmal richtig rein, zwar in meinen Augen etwas übertrieben dargestellt (in Bezug auf die Schicksale), doch es trifft ins Schwarze! So wahr!

Im Klappentext findet man das Zitat "Es ist meine Story. Sie ist autobiografisch." von Stephen King. Ich bin mit der Biographie von ihm nicht allzu vertraut, dennoch sehe ich das ein oder andere, gewisse Parallelen mit der Hauptfigur, welche zu King passen könnten. 

Fazit:
Ich lauschte den Gesprächen der Jungen am Lagerfeuer, lief mit ihnen Seite an Seite die Gleise entlang und fühlte die Sterblichkeit am eigenen Körper. Ein grandioses Werk!

Ich kann diese Novelle wärmstens jedem empfehlen, ihr müsst sie unbedingt lesen! 'Die Leiche', auch bekannt unter dem Titel 'Herbst', zählt definitiv zu meinen Jahreshighlights! Natürlich 5/5 Sterne.