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26. März 2021

Leigh Bardugo: Grisha Trilogy, Book 1: Shadow and Bone


356 Seiten (Ausgabe: First American Edition)

Erschienen: 2012

Formate: Hardcover, Taschenbücher, E-Books mit verschiedenen Covern



Worum geht's?
Alina Starkov ist eine Waise und wird durch einen Vorfall von ihrem besten Freund getrennt und in die Hauptstadt des Landes gebracht, um als Grisha ausgebildet zu werden. Laut dem Dunklen sei sie die einzige Hoffnung..

Rezension:
In Vorbereitung auf die Netflix Serie, die Mitte April startet, habe ich mir vorgenommen, die fünf relevanten Bücher für die Serie endlich zu lesen! :)
Und yep, auf Englisch gelesen (kann ich nur empfehlen).

'Shadow and Bone', auf deutsch 'Goldene Flammen', ist der Auftakt der Grisha Trilogie und handelt von Alina Starkov.
Ich beginne direkt mit ihr, sie hat mich als Protagonistin schnell überzeugen können. Humorvoll, etwas naiv und dennoch eine starke Persönlichkeit, welche auch mal Fehler macht. Ich finde sie klasse und freue mich auf die weiteren Bände mit ihr!
Auch die anderen Charaktere sind nicht zu unterschätzen. Lebendig, tiefgründig, mitreißend, verführend. Die Autorin hat wirklich eine starke Besetzung aufgestellt. The Darkling (der Dunkle) spielt eine wirklich einnehmende Rolle und man möchte immer weiter und weiter lesen.

Nicht nur die Charaktere, sondern auch das Worldbuilding und die Handlung sind süchtig machend. Bardugo hat eine faszinierende magische Welt erschaffen, in die man immer tiefer hineingezogen wird. Die verschiedenen Arten der Grischa und ihre Magie sind zwar nicht brandneu, können aber dennoch abliefern und begeistern.
Auch wenn die Trilogie der historischen Fantasy zuzuordnen ist (die Verbindung zum Osten und zu Russland finde ich großartig), zählt es auch zu Young Adult, was bedeutet, dass es nicht wirklich detailgetreue und ausführliche Erklärungen zur Historie, den Grishas usw. gibt. Klar erfährt man einiges, aber manchmal wünschte ich mir doch, dass es etwas ausführlicher wäre. Ich habe so viele Fragen! :D

Die Handlung ist fesselnd, abwechslungsreich und humorvoll - hier braucht man keine Angst vor Langeweile haben! Stattdessen konnte ich das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, bis ich auf der letzten Seite ankam. Es gibt zwar im Mittelteil wenig Action, was jedoch überhaupt nicht auffällt, weil genug kleine und große Konflikte die Spannung und Neugierde aufrechterhalten.

Es ist tatsächlich das erste richtige englischsprachige Buch, dass ich gelesen habe. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm flüssig und packend und ich habe somit definitiv die englischsprachigen Bücher für mich entdeckt! :) 

Das Einzige, dass mir nicht besonders gut gefiel war das Ende. An sich inhaltlich passend und packend, jedoch passierte es mir etwas zu schnell und abrupt.

Abschließend kann ich sagen, dass mich diese neue Welt total gepackt hat und ich habe ein richtiges Grinsen im Gesicht, wenn ich daran denke, wie viele Bücher aus diesem Universum ich noch kennenlernen werde! Plus eine Serie, die hoch gelobt wird und anscheinend sehr vielversprechend wirkt!
Lest die Bücher! :D
5/5 Sterne

Als Anmerkung möchte ich die von der Autorin vorgeschlagene Reihenfolge vorstellen (so sind die Bücher auch erschienen):
1.1. Shadow and Bone (Goldene Flammen)
1.2. Siege and Storm (Eisige Wellen)
1.3. Ruin and Rising (Lodernde Schwingen)

2.1. Six of Crows (Das Lied der Krähen)
2.2. Crooked Kingdom (Das Gold der Krähen)

3.1. King of Scars
3.2. Rule of Wolves

Zusatzbücher:
The Language of Thorns
The Lives of Saints
The Severed Moon

10. Februar 2021

Dylan Farrow: Hush - Verbotene Worte (Band 1)


Übersetzt von Alexandra Ernst

Ab 14 Jahren

416 Seiten (HC)

Erschienen: 10.02.2021 (HC, E-Book)

ISBN: 978-3-7432-0516-1 (HC)

Verlag & Quelle: Loewe Verlag




Klappentext:
Bücher sind gefährlich.
Tinte kann tödlich sein.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem Sprache Macht bedeutet. Mit eiserner Hand regieren die Barden über das verarmte Volk. Denn nur sie können mit ihren Worten die Magie kontrollieren. Shae fürchtet sich umso mehr vor ihnen, weil sie ein Geheimnis hat: Alles, was sie stickt, wird lebendig. Aber dann passiert etwas, das ihr keine Wahl lässt, als Antworten bei den Barden zu suchen. Und schnell lernt Shae, wie mächtig Worte wirklich sein können …

Das aufsehenerregende Jugendbuch-Debüt von Dylan Farrow ist der Auftakt einer starken Fantasy-Dilogie, die aufzeigt, wie mithilfe von Propaganda und Lügen die öffentliche Meinung beeinflusst und die Wahrheit totgeschwiegen wird. Spannend werden die Themen Fake News und politische Meinungsmache in eine originelle Fantasygeschichte mit feministischem Charakter eingeflochten.

Rezension:
Hush hat mir fesselnde Lesestunden beschert und mich gleichzeitig enttäuscht, wie bei zwei Seiten einer Medaille.

Ich konnte sehr schnell in die Geschichte abtauchen, zum Einen dank des flüssigen und leichten Schreibstils und zum Anderen, weil mich Handlungsort, Charaktere und Story (vom Klappentext) außerordentlich ansprachen.

Mit der Protagonistin Shae kam ich schnell sehr gut zurecht, auch wenn ich anfangs ihr Alter falsch einschätzte und mich bei späteren Szenen erst wunderte und dann mein bereits geformtes Bild von ihr etwas altern lassen musste. Mir gefällt an ihr, dass sie aufgrund ihres schwierigen Lebens tough ist, aber nicht zu eiskalt, berechnend oder schlichtweg "perfekt im Überlebenskampf". Sie ist auf eine natürliche Weise stark und unsicher zugleich, was mich wirklich anspricht. Allerdings hat sie viele Selbstzweifel und oftmals eine pessimistische Einstellung, dass irgendwann too much war und mir mit der Zeit auf den Keks ging.
Alle weiteren Charaktere empfinde ich insgesamt als interessant und lebendig aufgestellt, allerdings sind getroffene Entscheidungen und das Verhalten vieler nicht einfach nur überraschend, sondern schlichtweg nicht nachvollziehbar. Es gibt gegen Ende bei einigen Charakteren krasse Wendungen, die für mich keinen richtigen Sinn ergeben. Das hätte die Autorin besser vorbereiten und ausbauen müssen, dann wäre es echt super.

Somit komme ich schon zum nächsten Punkt: Der Ausbau/ Hintergrund.. von, na ja, allem.
Während des Lesens hat mich die Story wirklich richtig gefesselt, mich unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht. Als die Seitenzahl immer höher wurde habe ich mir aber irgendwann gedacht: Hm, es gefällt mir, aber da sollte mehr sein. Mehr Handlung, mehr Tiefgang, mehr Gespräche, umfangreichere Gespräche, mehr informatives zum Training, >kann jemand mal mehr zur Geschichte des Landes erzählen?< usw.
Für mich wirkt Hush wie ein Fantasybuch für (junge) Erwachsene, dass man für Kinder/ Teenager umgeschrieben und gekürzt hat.

Die wichtigste Botschaft wie auch Inhalt des Buches sind die Themen Wahrheit, Illusion, Glaube, Täuschung und Vertrauen - die Idee dahinter wie auch die Art und Weise der Ansätze, es in die Handlung einzubauen, finde ich SUPER! PACKEND! CLEVER! Aber hier fängt dann die Enttäuschung an. Idee(n) super, Umsetzung nicht ganz geklappt. Echt schade!
Man erkennt, was die Autorin einem sagen möchte, aber die Vermittlung dessen in einer vielschichtigen, tiefgreifenden Handlung mit Magieaspekten hat leider nicht geklappt.

Apropos Magie, hier bin ich ebenfalls enttäuscht, man lernt kaum etwas darüber und erst ist Magie total schwierig und ein paar Seiten weiter kann mans.. Ebenso fand ich das Training nicht wirklich tiefgründig und überzeugend.

Hush hat mir an sich gut gefallen, in mancher Hinsicht beschäftigt und auch zum Nachdenken angeregt, doch die (steigenden) Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Trotz allem bin ich gespannt auf den zweiten und finalen Band (ist eine Dilogie)!
Die Sternevergabe fällt mir nicht leicht; es ist kein fünf Sternebuch, doch besser als drei Sternebücher..
3,5/5 Sterne
(aufgerundet für manche Plattformen 4/5 Sterne)
PS: Wenn Dich der Klappentext anspricht, dann lies es! Auch wenn ich enttäuscht bin, bereichert es trotzdem meinen Lesehorizont. :) Auch denke ich, dass man bei dieser Art Buch seine eigene Meinung bilden sollte.

25. Januar 2021

Emma Späth: Schattenwege - Im Herzen des Waldes

Ab 12 Jahren

619 Seiten (HC)

Erschienen: 02.12.2020 (E-Book)
                    17.12.2020 (TB, HC)

ISBN: 978-3-347-20175-0 (HC)

Verlag & Quelle: Tredition (Self-Publishing)


Klappentext:
Mysteriöse Lichtzeichen vom Dach und ein eigentümlicher Einbrecher führen ›Jayne Scout‹ ans Langdale-End Internat. Einen abgeschiedenen Gebäudekomplex, mitten im Wald von North Yorkshire.
Die junge Geheimagentin brennt darauf zu zeigen, was sie draufhat. Ihr erster Fall – undercover.

Doch im Internat angekommen trifft sie auf eine alte Bekannte. Und unaufhaltsam nimmt das Schicksal seinen Lauf …
Keiner ahnte, was sie dort erwartet: wie komplex das Netz aus Intrigen und Machenschaften hinter den Mauern der Schule ist. Und keiner hat voraussehen können, wie schnell Jayne, völlig auf sich gestellt, an ihre Grenzen kommen würde …
---
Eine rührende Erzählung, wie wahre Freundschaft selbst die tiefsten Wunden heilen kann.

Ein Krimi mit Herz und Köpfchen:
Tiefgründig, vielseitig und komplex – weil ein Krimi nicht immer nur von Mord und Totschlag handeln muss: Für alle, die spannende Krimis lieben, in denen es nicht ums Blutvergießen geht. Zum Mitfühlen, Mitfiebern und Mitdenken.

Rezension:
Nach viel zu langer Zeit ist mir endlich wieder ein (Jugend-)Krimi in die Hände gefallen. Ich kann schon vorweg sagen: Ein sehr ausgeklügelter und realistischer Fall!

In der Geschichte fand ich mich schnell und gut zurecht. Gleich zu Beginn lernt man Jaynes gedankliche Kommentare kennen, die ich echt super finde! Diese sind Humorvoll (davon hätte es echt noch mehr geben können) und geben einen informativen Einblick in Jaynes Gedankengänge und Vorgangsweise.
Jayne selber hat eine sehr sachliche und kühle Einstellung, sodass ich sie zu Beginn des Buches noch nicht unbedingt zu meinen Freunden hätte zählen wollen, doch mit der Zeit ist sie mir ans Herz gewachsen.

Ihre Freunde sowie alle weiteren Nebenfiguren empfinde ich als gut ausgearbeitet, jedoch fehlte mir ein Funke mehr Lebendigkeit, insbesondere bei ihren Freunden kommt das zum Ausdruck. Die beiden Mädels konnte ich noch gut wahrnehmen, doch die drei Jungen waren leider nicht richtig greifbar.

Zum Schreibstil, dieser lässt sich angenehm flüssig lesen und ist an den richtigen Stellen fesselnd geschrieben! Ein kleines Aber muss ich jedoch erwähnen, es mir fiel mir während des gesamten Buches in einigen Szenen nicht leicht, herauszufinden, wer was sagt. Das hat mich dann manchmal etwas aus der Bahn geworfen.

Und der Fall selber? Der ist super! Spannend, rätselhaft und vor allem realistisch! Jaynes Alleingänge empfand ich immer als interessant und neugierig machend und zwei, drei Szenen waren echt verdammt spannend! Generell konnte ich sehr gut in die Geschichte abtauchen.
Die Handlung, wie schon angedeutet, hat mich positiv angesprochen. Es wurde nie langweilig und in der ersten Hälfte des Buches hatte ich eine verrücktere Idee nach der nächsten, bzgl. wie die Auflösung des Falls aussehen könnte. Stück für Stück werden dem Leser Hinweise zugeworfen und manchmal ist Jayne noch so fies, den genauen Inhalt des Hinweises hinauszuzögern. Herrlich! :D

Als Fazit kann ich sagen, dass es ein clever erarbeiteter Jugendkrimi mit viel Fokus auf einem realistischen Werdegang ist. Im Vergleich zu vielen anderen Büchern liegt hier das Augenmerk auf einer Figur, was wirklich gut umgesetzt wurde! Es hat mich sehr gut unterhalten und ich kann es klar weiterempfehlen.
4/5 Sterne

15. Januar 2021

P.C. Cast & Kristin Cast: House of Night, Band 6: Versucht


Übersetzt von Christine Blum

551 Seiten bzw. mit Leseprobe vom siebten Band 598 Seiten (HC)

Erschienen: 12.05.2011 (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2006-0 (HC)

Verlag & Quelle: S. Fischer Verlag




Ich lese diese packende Reihe seit ca drei Jahren, doch weil sich immer wieder andere tolle Bücher dazwischen drängeln dauert das Lesen der gesamten Reihe etwas länger. Aber so kann ich es länger genießen! :)
Aus versch. Gründen ist dies sogar meine erste Rezension im House of Night Universum und sie bezieht sich vordergründig natürlich auf den sechsten Band 'Versucht'.

REZENSION:
Wie bei den vorherigen Bänden war es auch hier so: Die erste Seite gelesen und ich bin voll drin. Wie nach Hause kommen. Mitreißend. Süchtig machend.
Im Ernst, jeder Band haut mich aufs Neue voll um.
Die Charaktere sind lebendig, vielschichtig und man kann mit ihnen mitlachen und-leiden, wie als ob man neben ihnen steht. Oder in deren Körper steckt. Ihre Probleme, Sorgen und Gedanken sind nachvollziehbar, logisch und emotional, auch wenn die Situationen natürlich an ihre magische Welt angepasst sind.

Die Story bleibt durchweg interessant, Spannung begleitet einen durch das ganze Buch und Abwechslung gibt's ausreichend. Man befindet sich mal hier, mal dort und in dem einen Kapitel folgt man Stevie und im nächsten Zo oder wem anderes. Der rote Faden ist klar erkennbar und das drum herum ist genauso packend und hängt in irgendeiner Form mit dem roten Faden zusammen.
Diese Reihe zählt zu den stärksten, in denen ich schnell (also nach nur wenigen Seiten) und komplett abtauchen kann. Ich vergesse alles um mich herum und die Handlung läuft nicht einfach in einem megascharfen Film vor meinem inneren Auge ab, sondern ich bin überall dabei. Teils als Zuschauer und teils hineinversetzt in die Charaktere. Was will man mehr? (außer in das Buch wortwörtlich hineinspringen..^^)

Der Schreibstil trägt echt ne Menge dazu bei! Einer der Besten, die mir je begegnet sind. Super flüssig, teils Umgangssprache, angenehm, lehrreich, emotional und mit ausreichend Tiefe.

Zum Worldbuilding, diese ist ähnlich der unseren, aber doch mit gewissen Unterschieden. Im sechsten Band lernt man etwas mehr zur internationalen Welt und auch, wenn Politik & Co nicht im Vordergrund der Handlung stehen, sind diese ausreichend logisch und interessant aufgebaut.
Die Magie, Affinitäten Jungvampyrregeln usw. sind für mich spannend, magisch und faszinierend!

Zur House of Night Welt gehören auch eine Menge erotische Szenen, heiße Typen und Liebeskummer, die auch im sechsten Band nicht fehlen. Im Vergleich zu den vorherigen Bänden ist die Erotik (angepasst an die Handlung) etwas gewichen, was dem Buch keinen Abbruch tut.

Hab ich was zu meckern? Wie bei vielen meiner Lieblingsbücher würde ich gerne mehr von den Nebenfiguren lesen, aber dann würden sie ja nicht mehr 'Nebenfiguren' heißen.. :D

Fazit ist, House of Night bleibt auch mit Beenden des sechsten Bandes eine meiner Lieblingsreihen! Krasse lebendige Charaktere, packende Handlung & mitreißender Schreibstil - süchtig machend!
5/5 Sterne, was sonst ;)

20. Dezember 2020

Laini Taylor: Zwischen den Welten, Band 1: Daughter of Smoke and Bone


Übersetzt von Anna Julia Strüh, Christine Strüh

489 Seiten (HC)

Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

ISBN: 978-3-8414-2136-4 (HC)

Erschienen: 23.02.2012 (HC)

               www.portal.dnb.de




Ich fühlte mich in der Geschichte sehr schnell richtig wohl. Tatsächlich kamen mir die ersten paar Seiten bekannt vor, wie als ob ich diese schon einmal gelesen habe. Und ja, das Buch lag echt viiiel zu lange auf meinem SUB!

Gedanklich teile ich den Auftakt der Trilogie in drei Abschnitte:

Der erste Teil umfasst circa die ersten 160 Seiten und hat mich schnell in seinen Bann gezogen! Ansprechende, unterhaltsame Story sowie lebendige, abwechslungsreiche Charaktere. Einfach klasse. Mit Karou kam ich sehr gut zurecht und die Kreativität wie auch die Hingabe der Autorin zu ihrer erschaffenen Welt ist definitiv spürbar. Nicht zu vergessen der Schreibstil! Bsp. auf Seite 30/31 werden für  Karous Beschreibung grandiose Worte und Vergleiche gefunden; wenn man sich von Karou nicht schon vorher ein Bild gemacht hatte, dann hat man spätestens hier eine super "Anleitung". So lebendig und anschaulich!
Die Idee mit dem Laden finde ich faszinierend und konnte gar nicht genug davon lesen. Auch die Bewohner glänzen, allen voran Brimstone. Ihn mochte ich von Anfang an sehr, auch wenn ich da nicht einmal wusste, woran ich bin und während des Buches entwickelte er sich zu meiner Lieblingsfigur. :)

Zum zweiten Abschnitt muss ich leider sagen, dass der Zauber etwas verblasste. Die Geschichte verliert an Tiefe und meine größten Schwierigkeiten hatte ich mit der Entwicklung wie auch der Beziehung an sich zwischen den beiden Hauptfiguren. Ein paar Momente fühlten sich zu sprunghaft und plötzlich für mich an und vieles passierte mir zu schnell und damit wurde es nicht richtig überzeugend. Tatsächlich hat es mich ein wenig an Romeo&Julia erinnert.. Ich las diesen Teil der Geschichte gerne, doch sie hatte nichts Besonderes und konnte mit dem Anfang des Buches nicht mithalten.

Den dritten und letzten Teil setze ich bei circa +/- Seite 300 an; es wird sprunghaft besser und ehe ich es richtig bemerkte, war ich wieder voll in der Geschichte drin! Hier kommt viel Hintergrundwissen zu den Charakteren und der Welt, sodass sich Lücken schließen und das Bild im Kopf, bisher bestanden aus Vermutungen und Fragen, endlich klar zusammensetzt.

Alles in allem, das erste wie auch das letzte Drittel bescherten mir tolle Lesestunden und nur im Mittelteil hängt die Geschichte etwas durch. Man lernt ausgesprochen gute Charaktere kennen, obwohl bei einigen etwas Luft nach oben besteht. Trotz vereinzelter Spannung, welche man am meisten im letzten Abschnitt fand, konnte ich sehr gut abtauchen und die Welt um mich herum vergessen und ich freue mich schon sehr, die Folgebände zu lesen.

Ich vergebe 4/5 Sterne.

15. September 2020

Christopher Paolini: Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne

Übersetzer: Katharina Naumann, Barbara Häusler, Dr. Eberhard Kreutzer, Anke Kreutzer

960 Seiten

Hardcover

ISBN: 978-3-426-22736-7

Erschienen: 15.09.2020



An 'Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne' arbeitete Herr Paolini sieben Jahre und länger, die ersten Ideen kamen ihm während des Eragon - Zyklus, welcher seit einem Jahrzehnt meine Lieblingsbuchreihe ist.
Meine Erwartungen waren demzufolge sehr hoch und nun die Frage aller Fragen: Kann INFINITUM mit dem früheren Eragon-Erfolg mithalten? JA, KANN ES!

Über 900 Seiten Science Fiction strahlten mich beim Öffnen des Buches an und Paolini schaffte es tatsächlich, dass mir jede einzelne Seite gefiel! Und weit mehr als "nur gefallen", das Werk zog mich in seinen Bann, ich konnte die Augen nicht mehr von den Buchstaben ablassen, ich verschlang und verlor mich in den Seiten!

Im Mittelpunkt von allem und jedem steht Kira Navárez, Xenobiologin, und mit ihr kam ich von Beginn an äußerst gut zurecht. Ich merkte zu meiner Freude sehr schnell, dass sie nicht blass gemalt wurde, sondern einen lebendigen, vielschichtigen Charakter mit glaubhafter Tiefe darstellt. Im ersten Drittel des Buches lernt man eine eher schwache emotionale Seite von ihr kennen, doch die begrenzt ausgeprägten emotionalen Reaktionen sind in einem hervorragenden Gleichgewicht zu ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung. Ich meine, sie ist eine fähige und ehrgeizige Wissenschaftlerin, die rund 200 Jahre in der Zukunft im Weltall lebt und eine heulende, auf sozialer/emotionaler Ebene stark reagierende Protagonistin wäre hier in meinen Augen etwas fehl am Platz. Kira geht praktisch veranlagt, logisch denkend und neugierig vor und je mehr man sie und ihr Umfeld kennen lernt, desto mehr Emotionen begegnen einem auch, stellenweise ging's mir dann auch echt unter die Haut, direkt ins Herz! Also Kaltherzig oder sowas ist sie bzw. das Buch an sich nicht, keine Sorge. :D
Nicht nur Kira, auch die anderen Figuren machen einen überragend guten Job! Es ist, als würden sie live, in echt, vor einem stehen! Man leidet, rennt, rätselt, lacht mit ihnen mit; lernt sie Szene für Szene besser kennen, versteht ihren Standpunkt und schaut mit der Zeit immer tiefer in sie hinein, lernt sie verstehen. Paolini hat es wirklich wieder geschafft, beeindruckende, lebendige, ATMENDE Charaktere zu erschaffen, die ihre Daseinsberechtigung weit mehr als nur erfüllen. Auch all die anderen verschiedenen Formen des Lebens, um nicht zu viel zu verraten, überzeugen auf ganzer Länge. Maan, ich möchte unbedingt an Bord der Wallfish! Da jede Figur ihre eigene Persönlichkeit besitzt, kommen viel Abwechslung, Spannung, Überraschung und Emotionen zusammen, insbesondere bei den Unterhaltungen! Diese sind super realistisch und mitreißend gestaltet, man steht wahrhaftig neben/ zwischen ihnen und hört zu.

Wo ich schon beim nächsten Punkt bin: Der Schreibstil ist äußerst flüssig, wortgewandt, packend! Aufgrund des Genre sind natürlich viele wissenschaftliche Beschreibungen, Fachbegriffe & Co enthalten, doch es liest sich niemals wie Fachliteratur, sondern man bleibt immer in der Geschichte drin und, ich jedenfalls, saugte jedes Wort förmlich auf. Ein paar Abschnitte las ich doppelt, der Grund dafür ist nicht der Satzbau, sondern der Inhalt, denn manchmal sind viele (versteckte) Informationen oder Andeutungen enthalten. Denn ja, Konzentration muss man beim Lesen aufbringen, keine "leichte Kost für zwischendurch", eher "epische Kost". :D In Paolinis früheren Büchern begegnete einem sein Hauch für Ausschweifungen in Form teils langatmiger Erzählungen, doch in Infinitum bemerkt man seinen weiterentwickelten Schreibstil.
Es gibt immer noch lange Erzählungen, doch diese sind nun deutlich besser der Handlung angepasst - im Sinne mehr Handlung, teilweise passiert sogar richtig krass viel in nur kurzen Abschnitten. Die Handlung wirkt aber nie überladen, obwohl auf diesen rund 900 Seiten echt viel passiert!
Ich konnte mir alles richtig gut vorstellen; genauso wie damals bei Eragon war es, als liefe nicht einfach nur ein Film vor meinen Augen ab, sondern ich war live mit dabei und konnte in die Figuren hineinspringen und mitfühlen oder eben daneben stehen und so am Geschehen teilnehmen.
Super fesselnd sind die Gefechte und Kämpfe, man kann dem Geschehen als Leser richtig gut folgen und die Beschreibungen währenddessen von z.B. Räumen oder den Gegnern empfand ich immer in einem angemessenen Rahmen, sodass die Spannung gehalten wurde. Allgemein war ich von Seite eins bis zur allerletzten hin und weg, hatte mal ein Grinsen im Gesicht, dann schüttelte ich den Kopf oder bangte stöhnend mit - Ich empfand wirklich durchweg Spannung, Faszination und Anteilnahme, ersteres wenn auch natürlich in unterschiedlichen Graden.

Paolini ist ein Meister im Worldbuilding, d.h. im Erschaffen von Welten, wodurch diese neue Welt richtig viel Neugierde, Begeisterung, Spannung und viiiele Fragen hervorbringt! Die Historie mit den Lebensläufen und Schicksalen der Charaktere in Zusammenarbeit mit Politik, Intrigen, Wendungen, Kampfszenen, Emotionen und Naturwissenschaften / Logik so erfolgreich zu verbinden ist der Hammer! Wahnsinn! Ereignisse und Entscheidungen sind glaubwürdig aufeinander abgestimmt, Antworten klären Sachverhalte plausibel auf (manchmal verwirren diese auch zunächst => noch mehr Neugierde & Begierde), Richtlinien und Regeln der erschaffenen Welt werden eingehalten und die Gesetze der Physik weitgehend berücksichtigt. Science Fiction ist natürlich auch Fantasy, und das liebe ich, denn so gibt es einige (mysteriöse) Ereignisse und ja, wie so oft werden nicht alle Fragen beantwortet. Ich für meinen Teil erfahre genug und den Rest überlasse ich meiner Fantasie.

Einen für mich sehr wichtigen Aspekt muss ich noch nennen: Als leidenschaftlicher Eragon Fan hoffte ich auf irgendeine Anspielung, Erwähnung, einfach, nun ja, irgendwas. Und ich wurde nicht enttäuscht. Überhaupt nicht. Ganz und gar nicht. Während ich diese Zeilen schreibe erscheint erneut strahlendes Lächeln im Gesicht. Mehr verrate ich nicht, lest selbst!

Zusammenfassend, Leute, ich liebe dieses Buch!
Kann es Eragon das Wasser reichen? -Absolut.
Haut es Eragon von Platz eins meiner Lieblingsbücher/-reihen? -Nein. (Kann mir nicht vorstellen, dass das je ein Buch schaffen wird. :D)

Die Ewigkeit der Sterne hat einen zufriedenstellenden Abschluss, denn ja, es handelt sich um einen Einzelband. Ausgesprochen gut gefällt mir, dass das Ende weder zu kurz noch zu lang geraten ist, quasi genau so viel & lang, dass man als Leser den Abschiedsschmerz stark genug entwickeln kann, um dann mit dem Lesen der allerletzten Zeile aufzuwachen und nicht mehr zu wissen, wo man ist. Realität, Alltag, Atmen -  was sind das für Dinge?

Ich weiß, ich wiederhole mich, doch Infinitum besitzt für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Lebendige, tiefgründige Charaktere; starke Handlung mit teils unvorhersehbaren Wendungen; Emotionen; Humor; ausreichend Action; fantastische/ mysteriöse Elemente sowie Struktur in der Abfolge der Handlungen.

Könnte man an dem Buch etwas verbessern? Vielleicht. Mindert das mein begeistertes Lesevergnügen? Nope, auch nach dem Lesen hält mich Infinitum noch im Bann.

Ein klares Jahreshighlight, 5/5 Sterne!

12. Juni 2020

Holly Black: Elfenkrone (Band 1)

Übersetzt von Anne Brauner

Ab 14 Jahren

444 Seiten

Taschenbuch

ISBN: 978-3-570-31358-9

Erschienen: 11.05.2020
(Dt. Erstausgabe 19.11.2018)

Quelle: www.randomhouse.de


Bei stark gehypten Büchern bin ich immer etwas vorsichtig und versuche, meine Erwartungen möglichst gering zu halten. 'Elfenkrone' gehört in diese Kategorie und -zum Glück- ziemlich unwissend und neugierig begann ich zu lesen..

Wieder so ein Buch, in das ich quasi hineingesprungen bin, so leicht und flüssig war der Einstieg in die Handlung! Erzählstil von Anfang an mitreißend, sogar die Monologe gefielen mit richtig gut, taten dem Geschehen kein Abbruch und senkten auch nicht die Spannung. An zwei, drei Stellen hätte man etwas kürzen können, aber sonst alles top.

Jude finde ich klasse, mit all ihren guten und nicht so guten Charakterzügen. Und warum? Sie entspricht nicht der Mainstream-Protagonistin, sondern hat ein starkes Bewusstsein und geht ihren eigenen Weg. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein egoistischer Alleintrip, den sie da macht. Doch das ist gut so und passt auch zum gesamten Buch; der Handlung, den Charakteren usw. Zu Beginn empfand ich ihre Machtbesessenheit noch etwas kritisch, doch je besser ich Jude kennenlernte und ein Ereignis dem nächsten folgte passte es wie die Faust auf's Auge, noch mehr, es gefiel mir ausgezeichnet!
Die anderen Charaktere reißen einen ebenso mit, so vielschichtig und lebendig sind sie! So richtig Gut und Böse gibt es nicht, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken und das macht die Handlung noch viel interessanter.

Vor allem, weil es am Anfang noch keinen roten Faden gibt. Ich z.B. habe die Story zu Beginn sehr genossen, denn man lernt die Figuren und ihren Alltag kennen, viele verschiedene Dinge passieren und man rätselt, wohin das alles führen mag. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass man den ersten Teil etwas anders hätte gestalten können, denn der Rest des Buches verwandelt sich fast in das Gegenteil, so viel passiert. Aber psst, mehr verrate ich nicht, lest selbst!

Bereits zu Beginn habe ich einen Charakter sehr ins Herz geschlossen und emotionale Höhen und Tiefen konnte ich somit nicht mehr vermeiden. Das Buch zu beenden, insbesondere die letzten 100 Seiten, war echt krass und man bleibt mit gemischten Gefühlen sitzen. Doch das finde ich positiv, denn das Buch/Ende lässt einen nicht in Ruhe, man denkt auch später noch darüber nach und ich persönlich möchte mir am liebsten gleich Band 2 schnappen.

Judes Art zu denken und zu handeln gibt dem Leser auf jeden Fall einige Denkanstöße. Man kann nicht immer nur hoffen und warten, dass etwas bestimmtes passiert oder man etwas erhält, das man sich wünscht. Man muss arbeiten, Geduld zeigen, etc. und sich selber dabei fragen, wie viel bedeutet mir das Ziel, was bin ich bereit, dafür zu tun? Tatsächlich fällt mir hierzu das Zitat "Alles auf dieser Welt hat seinen Preis" aus 'Krabat' von Otfried Preußler ein. Jude will Macht, doch das kostet.. Wie weit wird sie gehen? Wie sieht es mit den Konsequenzen aus? Wie wird sie das emotional und psychisch verarbeiten?

Die erschaffene Welt mit ihren Namen und Eigenarten finde ich sehr gelungen, auch wenn das teilweise in den Hintergrund geschoben wurde und ich freue mich schon darauf, in den Folgebänden mehr zu erfahren! Sehr dankbar war ich für die Karte am Anfang des Buches, ohne die wäre manches nicht so glaubwürdig erschienen, weil ich zunächst nicht damit rechnete, dass die Insel so klein ist.

Alles in allem war es richtig, mit möglichst gesenkten Erwartungen an 'Elfenkrone' heranzugehen. Der Auftakt ist toll, keine Frage, aber hätte ich das nicht gemacht, wäre ich vermutlich etwas enttäuscht. Das Buch hätte weniger Seiten oder mehr Story bei gleicher Seitenzahl haben müssen, dann wäre es perfekt.

Ich kann 'Elfenkrone' klar weiterempfehlen, denn es ist ein Jugendbuch der etwas anderen Art, doch trotz der überragenden Charaktere werden es "nur" 4,5 / 5 Sterne. (jedoch aufgerundet für einige Websites 5/5 Sterne)